Sehenswürdigkeiten

Die oberhalb des Flusses Eger errichtete Burg Kadaň der Přemysliden wurde bereits 1289 erwähnt. Sie war der Sitz des königlichen Burggrafen. Ein Umbau erfolgte in der Mitte des 15. Jahrhunderts. Nach ihrer teilweisen Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde sie 1750 zur Kaserne. Nach 1990 wurde die Anlage saniert. In ihr ist heute die Stadtbibliothek mit einem Internetcafé untergebracht. Es gibt dazu einen Festsaal und die Josef-Liesler-Galerie. Einen Teil der Burg nutzt ein Pflegeheim.

Die Stadtmauer wurde ab 1259 nach der Erhebung von Kaaden in den Rang einer freien königlichen Stadt erbaut. Die noch erhaltenen Mauern stammen vor allem aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts. Die ungewöhnlich starke Stadtbefestigung wurde im 19. Jahrhundert überwiegend abgetragen. Das Niklasdorfer Tor wird auch "Heiliger Turm" genannt. Es ist das einzige erhaltene Tor des städtischen Befestigungssystems und entstand in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts.

Das Rathaus, eine ehemalige dreischiffige Markthalle, steht an der Ecke des Marktplatzes und einer der Hauptstraßen. Nach einem Brand im Jahr 1362 wurde das Gebäude zum Rathaus umgebaut. Im Erdgeschoss ist ein gotischer gewölbter Raum erhalten geblieben. Der wird heute durch die Josef-Liesler-Galerie genutzt. Die Fassaden zeigen barocke Formen im Stil des 18. Jahrhunderts. Prägend für den Bau ist der 53,7 Meter hohe gotische Turm. Er entstand vor dem Jahr 1402 und wurde am Anfang des 16. Jahrhunderts vollendet. Im Laufe der Zeit wurden angrenzende Bauten zur Erweiterung des Rathauses genutzt. Darunter sind das Haus U Slunce (Zur Sonne) mit seinem Portal im Stil der Renaissance und das gotische Palais mit Gewölbe und Erker. Die Gewölbebögen und die Verzierung des Erkers wurden um 1400 geschaffen.

Die Kirche der Erhöhung des Heiligen Kreuzes steht an der Stelle der ursprünglichen gotischen Kirche aus dem 13. Jahrhundert. 1458 entstand ein Nachfolgebau. Von dem sind der Vorraum mit einem Kreuzgewölbe sowie der untere Teil des Turmes erhalten. Nach einem Brand im Jahre 1635 folgte ein Wiederaufbau im Stil des Barock. Weitere Umbauten folgten von 1746 bis 1755.

Das Franziskanerkloster der Vierzehn Nothelfer gehört zu den Nationalen Kulturdenkmälern Tschechiens. Die Geschichte des Klosters geht auf eine 1469 erstmalig erwähnte Kapelle zurück. An diese Kapelle bauten 1473 die ersten Franziskaner ein Gebäude an. 1480 wurde dann die dreischiffige Kirche geweiht. Sie war die Grablege der Herren von Lobkowicz. Das Kloster bestand auch nach den Josephinischen Reformen fort. Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges mussten die Franziskaner das Kloster der deutschen Wehrmacht überlassen. 1950 wurde das Kloster endgültig aufgehoben. Von 1991 bis 1994 ließen sich hier einige Franziskaner nieder. Danach fiel das Gebäude an das Bistum Leitmeritz. Das Bistum überließ die Klosterbauten 1995 der Stadt Kadaň. Die sanierte das Ensemble und richtete hier ein Museum ein.

Die Pestsäule auf dem Marktplatz schuf K. Weitzmann 1753-1755. Der dreieckige Stufensockel mit Statuen geht in einen Spitzpfeiler mit der Statue der Heiligen Dreifaltigkeit über.

Kirche der Erhöhung des Heiligen Kreuzes (Bild: haros)

Geschichte

Die heutige Stadt Kadaň wurde vermutlich Ende des 11. Jahrhunderts angelegt. 1186 schenkte Herzog Friedrich diese Siedlung dem Johanniterorden. Einige Jahrzehnte später wurde Kaaden zur freien Königsstadt erhoben. Es entstand eine Burg erbaut und die Minoriten errichteten ein Kloster mit der Kirche des Hl. Michael. Unter Kaiser Karl IV. blühte die Stadt wieder auf. Den Einzug Karls IV. in die Stadt feiern die Kaadener bis heute am ersten Samstag im September mit dem Kaisertag. Aufgrund des Beneš-Dekrets wurde die deutschböhmische Bevölkerung Kaadens enteignet und vertrieben. Zwischen 1966 und 1971 wurde die Talsperre Kadaň unterhalb des Franziskanerklosters angelegt.

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