Was feiert man an Karneval?

In witzigen oder originellen Kostümen durch die Straßen ziehen und über Politiker und Prominente herziehen und Späße machen ist Bestandteil vieler Faschingstraditionen, ob sie nun aus Mainz, aus Köln oder aus Konstanz stammen. Aber alles hat natürlich seinen Ursprung – auch der Fasching. Blickt man zur Faschingszeit beispielsweise nach Köln in die Innenstadt, so wird man ein Bild sehen, das dem normalen Alltag komplett verdrängt hat.

Wie Jack Sparrow
Piraten Verkleidung

Mit lautstarkem "Kölle Alaf" ziehen bunt kostümierte Jecken (Narren) in einem großen Festumzug durch den Süden der Innenstadt. Pünktlich elf Minuten vor elf Uhr setzt sich der lange Umzug in Bewegung. In fantasievollen und traditionellen Kostümen ziehen dann tausende von Menschen an mindestens ebenso vielen vorbei.

Neben originellen Kostümen gehören zu den Hauptattraktionen vor allem auch geschmückte Pferde und ganz besonders die Motivwagen, von Traktoren gezogene Anhänger mit oft riesigen Aufbauten, die ein bestimmtes Thema verbildlichen.

Außerdem sind die Faschingsumzüge selten etwas für Lärmempfindliche Menschen. Laut und teilweise möglichst schräg geht es bei den teilnehmenden Musikkapellen zu. Besonders die Kinder freuen sich über die Tradition, von aus dem Festzug heraus o genannte Kamelle, Süßigkeiten, zu werfen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine hand voll Bonbons, Tatsächlich fliegen in Köln pro Karnevalsumzug etwa 140 Tonnen Süßigkeiten durch die Luft…

Der absolute Höhepunkt des Faschings ist allerorten der Rosenmontag, an dem in vielen Städten den Rosenmontagsumzug sowie zahlreiche Rosenmontagsbälle stattfinden.

 

Die Traditionen von Fasching

Nur Party machen alleine ist noch lange nicht Fasching

Karneval, Fasnet und Fasching sind keinesfalls neue Erfindungen, auch wenn man diesen Eindruck möglicherweise bekommen könnte, schaut man sich die zahlreichen Faschings-Partys und Faschingskostüme an. Tatsächlich reicht die Tradition des Karnevals bis weit ins Mittelalter zurück. Der Ursprung hat mit dem Osterfest, also dem wichtigsten Fest der Christen, an dem die Gläubigen der Kreuzigung und Auferstehung Christi gedenken, zu tun. Die Kirche verlangte einst, dass die Gläubigen vor Ostern fasten sollten um Buße zu tun und ihren Glauben unter Beweis zu stellen. 

Im frühen Mittelalter dauerte die Fastenzeit nur einige Tage, doch dehnte sich dies bis ins 11. Jahrhundert auf annähernd sieben Wochen aus. Der Beginn war durch den Aschermittwoch und das Ende durch den Ostersonntag gekennzeichnet. Nun kann man sich leicht vorstellen, dass es der eine oder andere nochmals richtig wissen wollte und die Zeit unmittelbar vor dem Fasten nochmals in vollen Zügen genoss. Offenbar verbreitete sich eine damit verbundene neue Sitte aus Italien kommend über ganz Europa. Das italienische Wort Carnevale bedeutet nichts anderes als "lebe wohl, Fleisch"

Wie so oft, verändern sich im Laufe der Zeit Traditionen und Bräuche und so ist dies natürlich auch mit dem Karneval bzw. Fasching oder Fasnet. Andere vorchristliche Feste wie etwa Feierlichkeiten zum Frühlingsanfang, besonders im Alpenraum oder auch in Ungarischen Regionen und Bulgarien gaben dem Karneval eine zusätzliche Prägung.

atemberaubende Faschingskostüme 2016

Mit geschnitzten Masken und Furcht erregenden Zottelkostümen vertrieb man so den Winter, Motive die sich in den Traditionellen Faschingskostümen etwa der Alemannischen Fasnet wieder finden. Mit den Faschingskostümen heute denken vermutlich jedoch die wenigsten daran etwas vertreiben zu wollen, vielmehr sollen sie witzig oder originell sein und nicht zuletzt auch gerne "anziehend" …

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