Was unternimmt Bayern gegen diese Pflanzen?

Mit dem bayerischen Aktionsprogramm "Ambrosia Bekämpfung" begann 2007 im Freistaat eine systematische Erfassung mit wissenschaftlicher Begleitung. Dieses Programm setzt auf die Information der Bürger und die Bekämpfung der Ambrosia auf freiwilliger Basis.

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) erklärte im Sommer 2020, bei der Besichtigung eines Ambrosia-Bestandes in Georgensgmünd, im Landkreis Roth, dass schon im Jahr 2019, in Bayern, 45 große, neue Ambrosia-Bestände gefunden wurden. Damit sei die Gesamtzahl der erkannten Bestände auf 509 gestiegen. Sie vermutet, dass die Dunkelziffer der Ambrosia-Bestände deutlich höher liegen..

Der Landkreis Roth sei einer der am stärksten betroffene Landkreis in Bayern. Schon 2007 wurden 34 große Bestände mit jeweils mehr als 100 Pflanzen entdeckt.

Die Ministerin würdigte in diesem Zusammenhang das über 14-jährige Engagement von Renate Haberacker, Kreis Fachberaterin für Gartenbau und Landespflege am Landratsamt Roth: "Ihrem jahrelangen vorbildlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass die Ambrosia-Ausbreitung im Landkreis Roth massiv eingedämmt werden konnte.

Weil die Pflanze kurz vor der Blüte, bei Menschen heftige allergische Reaktionen auslösen, ist es das Ziel des Gesundheitsministeriums, die Ausbreitung der Pflanze in Bayern so weit wie möglich zu stoppen. Huml betont, dass der Freistaat jährlich 90.000 Euro in das Ambrosia-Monitoring investiere. Auf freiwilliger Basis sei es zwar gelungen, die unkontrollierte Ausbreitung der Allergiepflanze zu verlangsamen. "Aber wie unser begleitendes Monitoring zeigt, steigen die Zahlen immer noch an. Deshalb wird an einer weiterführenden Strategie gearbeitet.

So sieht die Ambrosia aus
Ambrosia

Ambrosia (Bild: jofoto / Pixabay)

Das müssen Gärtner beachten

Gärtnern wird empfohlen im eigenen Garten kleinere Bestände, von bis zu 100 Pflanzen zu entfernen, denn bereits ab ein bis drei Pollen pro Kubikmeter in der Luft reagieren empfindliche Personen allergisch. Um das Kraut gefahrlos zu beseitigen, hat das Gesundheitsministerium diese Tipps herausgegeben:

  • Die Pflanze nur mit Handschuhen anfassen, weil schon eine Berührung für sensible Menschen unangenehm werden kann
  • Bei blühenden Pflanzen wird darauf hingewiesen, dass bei ihrer Entfernung unbedingt eine Feinstaubmaske, die die Pollen fern hält, getragen werden soll.
  • Die Ambrosia muss, möglichst vor der Blute, mit den Wurzeln herausgezogen und in einem Plastiksack in der Restmülltonne entsorgt werden .
Wie gefährlich ist Ambrosia?

Neue Forschungsergebnisse

Das Helmholtz Zentrum München macht darauf aufmerksam, dass Pollen des Beifußblättrigen Traubenkrauts (Ambrosia artemisiifolia) gesteigerte Allergenmengen aufweisen, wenn die Pflanze Stickstoffdioxid-haltigen Abgasen ausgesetzt sind. Zusätzlich erwies sich, dass bisher unbekanntes Allergen bei Ambrosia auftauchten.

De Pflanzenforscher entdeckten ein Protein, was speziell bei erhöhten NO2–Werten auftrat. Dieses war bisher bei Ambrosia Allergen unbekannt und habe starke Ähnlichkeit mit einem Protein aus Gummibäumen. Weitere Experimente dazu sind derzeit in Planung.

Studienleiterin Dr. Ulrike Frank fasst die Ergebnisse zusammen:

"Letztlich ist damit zu rechnen, dass die ohnehin schon aggressiven Ambrosia Pollen durch die Luftverschmutzung in Zukunft noch Allergener werden" 

MonikaHermeling, vor 24 Tagen
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Bildquelle:
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Autor seit 10 Jahren
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