Landwirte denken bezüglich der Wildpflanzen um

Um festzustellen, ob und in welcher Weise Wildkräuter einen Einfluss auf die Pflanzen ihrer Umgebung haben, startete Matthias Tschumi mit seinem Team einen Versuch an 40 Feldern. In seinem Auftrag wurde am Feldrain, an der Hälfte der Felder, eine Mischung von Wilder Möhre, Wiesen-Margerite, echtes Labkraut und rund gerechnet 40 weiteren heimischen Wildpflanzen ausgesät. Die anderen 20 Felder dienten als Vergleichsfelder und erhielten keinen Wildpflanzensaum oder lagen nicht in der Nähe von Buntbrachen.

Bei der Ernte stellte sich heraus, dass das Getreide, welches in der Nähe der Wildpflanzen angebaut war, einen höheren Ertrag einbrachte. Der Gewinn, beim aktuellen Schweizer Weizenpreis: rund 350 Schweizer pro Hektar. Demnach war der Beweis erbracht, dass blühende Wildpflanzen an Feldrändern oder auf ehemaligen Ackerflächen die Biodiversität steigern. Um von dieser Pflanzgemeinschaft zu profitieren, säten in der Folge, Landwirte in der Schweiz, ebenso wie in Deutschland, verstärkt einheimische Wildpflanzen in der Nähe ihrer Felder ein. Sie denken dabei nicht nur gewinnorientiert, denn von dieser Pflanzgemeinschaft profitieren nicht nur ihre eigenen Kulturen, sondern auch die anderer Landwirte und Gärtner und die Umwelt.

Denkbar wäre es, dass auch Gärtner diese Erfahrungen nutzen und Insekten, durch Bereiche in denen Wildkräuter ungehindert wachsen dürfen, einen Wohnort bieten. Es gilt, sich über die Wirkungsweise der Kräuter kundig zu machen, sie zu nutzen. Wildkräuter fördern die Gesundheit von Mensch und Tier und dienen, offenbar, auch zur Heilung der Böden.

Wildkräuter sammeln

Laufkäfer und Wanzen wohnen in Wildpflanzen und schützen Weizen

 Als Schädlinge die sich besonders gerne in Weizenfeldern nieder lassen, sind Käfer der Gattung Oulema, auch Getreidehähnchen genannt, bekannt. Im vorgenannten Versuch stellten Praktiker und Wissenschaftler fest, dass diese Schadinsekten in Feldern in der Nähe von Wildpflanzensäumen und Buntbrachen nur selten anzutreffen waren. Man ergründete, dass diese Rückzugsgebiete natürlichen Feinden der Getreidehähnchen, Laufkäfern und Wanzen, Schutz und zusätzliche Nahrung bieten. Dies wurde auch in Folgestudien bestätigt. Folgerichtig tun Gärtner, die in ihre Garten den Wildpflanzen auch Raum geben, der Umwelt und ihren Nachbarn und deren Kulturen etwas Gutes.

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