Die Zeit bis zum Ende des Zweiten Weltkrieg

Gomulka wurde in der Nähe von Krosno geboren und wuchs noch in der Österreich-Ungarischen Monarchie im Gebiet Galizien auf. In der Schule lernte dadurch die deutsche Sprache kennen. Nach dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) schloss sich der junge Gomulka der Polnischen Sozialistischen Partei (PPS) nicht der Kommunistischen Partei (KPP), da diese wegen des polnisch sowjetischen Krieges zur Sowjetunion hielt. Gomulka hatte ein Problem. Einerseits wollte er für seine Heimat Polen das Beste und zugleich war er dem Marxismus verschrieben.

Dubcek hatte einen ganz anderen Start. Er wurde nach dem Ersten Weltkrieg in der demokratischen Tschechoslowakei, im Teilgebiet Slowakei geboren. Seine Eltern waren Marxisten und himmelten die Sowjetunion an nachdem sie die Zustände in den USA am eigenen Leib verspüren durften. Dubceks Familie wanderte in den 1920er aus der Tschechoslowakei aus um nach Kirgisien, eine Teilrepublik der Sowjetunion zu gelangen. Sie wollten den Aufbau des Sozialismus in der UdSSR unterstützten.

Gomulka engagierte sich währenddessen in Polen auch politisch und organisierte diverse Streiks, die ihn und andere Anführer ins Gefängnis brachte. Nach der Teilung der PPS in die PPS und PPS Linken wurde Gomulka auch ins Zentralkomitee der KPP berufen. Die Existenz der KPP endete mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.

Die Familie Dubcek kehrte knapp vor dem Krieg in die Heimat zurück und musste feststellen, dass die Demokratie zur Neige ging. Denn die Tschechoslowakei zerfiel in das Protektorat Böhmen und Mähren (welches dem Reich angeschlossen wurde) und in die faschistische Slowakei unter Jozef Tiso.

Mit dem 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg und das Ende der Existenz des polnischen Staates. Von der vierten Teilung könnte man Reden. Vom Westen marschierten die Deutschen und vom Osten die Sowjets ein. Gomulka flüchtete aus dem Gefängnis und schloss sich dem Widerstand an.

Dubcek arbeitete in einer Fabrik und half immer wieder mit den Widerstand mit Lieferung zu unterstützen, ehe er sich selbst einer Guerillagruppe anschloss. Während Gomulka in der Parteihierachie schnell Aufstieg und die Partei prägte, war Dubcek im Weltkrieg eines von vielen Mitgliedern.

Beide kämpften für die Freiheit ihres Landes und die Wiederherstellung der Staaten mit dem neuen sozialistischen System. Durch Mithilfe der Sowjetunion gelang es auch in beiden Staaten. Dubceks Weg in die höheren Stellen der Partei dauerte 20 Jahre, während Gomulka schon am Höhepunkt war.

Bis zum Prager Frühling

In den 1950er wurden Schauprozesse in der gesamten kommunistischen Welt geführt. Die sozialistische Revolution begann ihre Kinder zu fressen. Auch Gomulka geriet schon Ende der 1940er Jahre in diese Mühlen und landet für ihn glücklicherweise im Gefängnis. Andere von seinem Kaliber wurden hingerichtet. Diese Prozesse endeten erst 1954.

 

Im Jahr 1956 brach in Polen eine Protestwelle aus die in den polnischen Oktober mündete und die Partei (PZPR) zu Reformen zwang. Die PZPR brauchte ein Bindeglied zwischen der Bevölkerung und dem Staat. Im Gefängnis saß Gomulka, der die Wogen glätten könnte, da er kein Stalinist ist. Gomulka übernahm die Parteiführung und versprach Reformen.

In der Tschechoslowakei blieb man unter Gottwald, als auch unter dessen Nachfolger Novotny auf harten Stalinistischen Kurs. Dubcek arbeitete zu jener Zeit im einen regionalen Parteiapparat in der Slowakei. Dann ging er von 1955-1958 nach Moskau für ein Studium. Als er zurückkam konzentrierte sich die Macht des Präsidenten und die Macht des Ersten Sekretärs der KPtsch in einer Hand.

Dubcek wurde in die Kommunistische Partei der Slowakei (KPS) berufen und begann dort eine Rehabilitierung der Verurteilten der 1950er zu fordern. Dies ging gegen die Politik des harten Kurses und führte zu einer Konfrontation zwischen Novotny und Dubcek. Dieser Konflikt sollte sich bis zum Jänner 1968 ziehen.

In Polen kämpfte Gomulka mit den Reformern und den Stalinisten. Er saß zwischen beiden und konnte nicht aus. Die 1960er Jahre waren für ihn insofern ein Problem, da es eine Annäherung zwischen der BRD und der UdSSR gab. Auch versuchte die BRD in Kontakt mit Polen zu treten, jedoch scheiterten die Gespräche, da Deutschland nicht die Ostgrenze als geben ansah.

Im Jahr 1967 änderte sich für beide Staaten und für den gesamten Block der Kurs. Schon 1956 gab es neben den polnischen Oktober einen Aufstand in Ungarn. 1967 kam es zu diversen Protesten in Polen und in der Partei zum Streit zwischen den Fraktionen. In der Tschechoslowakei blieb Prag auf einen harten Kurs unter Novotny, jedoch wurden Reformen unter Dubcek in der Slowakei eingeleitet.

Novotny versuchte Dubceks Aufnahme in die KPtsch (gemeinsame Partei) zu verhindern und scheiterte. Im Jänner entschieden sich die Genossen Novotny abzusetzen und an seiner Stelle Dubcek als neuen Ersten Sekretär der KPtsch zu ernennen.

In Polen kämpfte Gomulka gegen die Proteste und Fraktionskämpfe. Um die Unterstützung der Sowjetunion nicht zu verlieren, schlug er den harten Kurs ein. So war er auch gegen den Reformkurs von Dubcek, obwohl er in verstehen konnte. Doch er sagt Dubcek in ein persönliches Gespräch er könne nicht alles gut machen.

Gomulka war der erste kommunistische Anführer, der den Einmarsch forderte und dies schon im April 1968. Doch in der Moskauer Führung war man sich gar nicht einig. Breschnew kannte Dubcek schon länger und war ein Freund von ihm. Er glaubt man könne dieses Problem noch aus der Welt schaffen. Jedoch wurde das Fiasko immer größer!

Im August 1968 marschierten die Warschauer Pakt Truppen in der Tschechoslowakei ein. Sie setzten zwar Dubcek nicht ab, sondern forderten die Rücknahme der Reformen. Dubcek weigerte sich und versuchte weiterhin seinen Kurs zu verfolgen. Ende April 1969 wurde er durch den konservativen Politiker Husak ersetzt und aus der Politik verbannt.

Dokumentation Prager Frühling 1968 (Teil 1-5)
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