Hintergründe: Die Geschichte der Insel Hispaniola

Columbus entdeckte 1412 die "Neue Welt". Er glaubte auf  seinem Seeweg in Richtung Westen in Asien angekommen zu sein. Tatsächlich landete er mit seiner Flotte auf der Insel Hispaniola an einer südlichen Insel des Nordatlantiks. Die Bewohner der Insel waren demnach seiner Meinung nach Inder, also Indianer. Die hier lebenden Menschen waren die Tainos und Macories. (Anmerkung für die Freunde Karl Mays: Weiter nördlich, im heutigen Florida, lebten die Miamis und noch weiter oben die Apatschen.) Das die Tainos "Engel" waren, kann allerdings weder bestätigt, noch widerlegt werden, denn der etwa 300 Jahre nach Columbus  Entdeckung der "Neuen Welt" erschienene Roman von Daniel Defoe "Robinson Crusoe", spielt in der Karibik und in ihm wird u.a. von Menschenfressereien der Inselbewohner berichtet.

Wie auch immer, kam für die das Land besetzenden Spanier auch hier "erst das Fressen, dann die Moral" (Bert Brecht) und da die Insel Goldvorräte hat, die auch noch heute abgebaut werden, wurden die Einwohner zur Zwangsarbeit herangezogen und so in kurzer Zeit ausgerottet. Das Problem des Mangels an Arbeitskräften lösten die Spanier einfach durch wiederholte "Importe" (Sklavenhandel) aus ihren damaligen afrikanischen Kolonien.

Die Gründung Haitis

1804 proklamierte der Sklave Jean-Jacques Dessalines auf dem Gebiet des heutigen Haiti den "ersten freien Negerstaat”. Haiti ist damit nicht nur das Produkt des einzigen "erfolgreichen” Sklavenaufstands, sondern auch die erste postkoloniale Staatsgründung überhaupt. Doch was so hoffnungsvoll begann, stellte sich schnell als Totgeburt heraus. Jean-Jacques Dessalines krönte sich selbst zum Kaiser, herrschte mit äußerster Brutalität und wurde zwei Jahre später ermordet. Seine Nachfolger konnten zwar Napoleons Frankreich bezwingen, mussten dafür aber hohe Reparationszahlungen an die "Grande Nation” leisten, die den Staat bereits kurz nach seiner Gründung ruinierten und ihn in eine bis heute andauernde Schuldenspirale stürzte. 

Eine ausgezeichnete Darstellung der Geschichte Haitis finden Sie hie in einer spielfilmähnlichen Dokumentation von ARTE

Die Armut und Hunger in Haiti

Die Armut in Haiti ist für Angehörige der Industrienationen so unvorstellbar groß, dass dieser Beitrag für eine Fälschung gehalten werden muss. Dennoch, hier wird Selbsthife praktiziert. Nur mit welchen Mitteln?

Haitianer sind somit Angehörige einer Nation, die ihre Zukunft bereits hinter sich haben.

Und heute?

Grenzenlose Armut überall in Haiti und Kinder leiden besonders darunter. Viele Familien können ihre Kinder nicht ernähren und geben sie an geringfügig reichere Stadtbewohner weiter. Die bezeichnen sich dann selbstherrlich als "Gastgeber" und lassen ihre minderjährigen "Gäste" bis zu 14 Stunden täglich arbeiten. Sie sind nicht wie bettelnde Kinder auf den Straßen zu sehen, sondern leben verborgen in den Häusern. Die Zahl der "Restavék" (frz. rester avec gleich "bleiben bei") wird auf 225.000 geschätzt. Diese Kinder gehen im Normalfall nicht in die Schule und essen nur die Abfälle der Familie. Ein 15 jähriger Restavek ist vier Zentimeter kleiner als ein haitianisches gleichalteriges Durchschnittskind und wiegt 20 Kilo weniger. Schläge und Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung. Die letzten Angaben stammen von der haitianischen Arbeitsorganisation ILO.

Haiti, ein Eldorado für adptionswütige Gringos, die hier für ein paar Dollar ein Kind auf der Strasse kaufen können und ein geschäftliches Schlaraffenland für Organhändler. Sehen Sie selbst!

Klaus_Radloff, am 22.09.2012
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