Der Hausspatz

Wer kennt Sie nicht, die frechen Spatzen, die zumindest bei uns auf dem Land, überall vertreten sind. Als sog. Kulturfolger hat sich der Spatz schon vor 10.000 Jahren dem Menschen angeschlossen. Er ist in Dörfern und Städten, Parkanlagen und Zoologischen Anlagen zu finden. Mir kommen sie häufig auch in Supermärkten unter. Bei den Hausspatzen ist das Weibchen schlichter als das Männchen, welches an der schwarzen Kehle und dem schwarzen Brustansatz, sowie dem grauen Scheitel und der Brust zu erkennen ist.

Die Damen tragen einen sanften Braunton. Hausspatzen sind gesellig und sozial. Sie sind meist in größeren Gruppen anzutreffen. Der Haussperling ernährt sich hauptsächlich von Getreidesamen. Nur zur Ernährung der Jungen fängt er Insekten. Man sollte nicht glauben, dass dieser kleine Vogel eine Fluggeschwindigkeit von bis zu 60 km/h erreicht. Der Bestand an Hausspatzen geht seit einiger Zeit dramatisch zurück, so dass er auf die Vorwarnliste der gefährdeten Arten gewandert ist. Im Jahr 2002 wurde er in Deutschland und Österreich zum Vogel des Jahres gewählt. Der älteste beringte Spatz war 14 Jahre, in Gefangenschaft wurde ein Exemplar 24 Jahre. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Spatzes beträgt jedoch ca. 2 Jahre.

Übrigens ist der Spatz seit einigen Jahren auf der Vorwarnliste der Roten Liste zu finden. Mehr dazu:

Sterben die Spatzen bald aus?

Der Feldsperling

Ein etwas kleinerer und schlankerer Verwandte des Hausspatzes ist der Feldsperling. Mir war bisher gar nicht aufgefallen, dass es tatsächlich unterschiedlich gezeichnete Spatzenarten gibt. Der Feldspatz hat einen braunen Kopf. Männchen und Weibchen sind gleich gezeichnet. Er hat sich den menschlichen Siedlungen nicht ganz so sehr angeschlossen wie sein Verwandter und ist auch etwas scheuer. Zu finden ist er vor allem in Randbereichen von Siedlungen, Waldrändern, Hecken und Alleen.

Die Kohlmeise

Die Kohlmeise ist die größte Meise in Europa. Die Kohlmeise ist gut an dem auffallend kohlschwarzen Kopf, Nacken- und Brustband und der schwefelgelben Brust zu erkennen. Beim Weibchen ist vor allem das Brusband etwas schmäler und manchmal unterbrochen. Kohlmeisen nehmen gerne aufgestellte Nistkästen an und legen sehr viele Eier. Die Jungen satt zu bekommen stellt eine wahre Herausforderung dar. Kohlmeisen verfüttern vor allem Blattläuse, Raupen und Spinnen und sind somit  nützliche Schädlingsbekämpfer. Im Winter greifen Sie auf Samen, Knospen, Beeren und Nüsse zurück. Kohlmeisen lieben Erdnüsse und lassen sich mit dieser Leckerei gerne ins Futterhäuschen anlocken.

Kohlmeise

Kohlmeise (Bild: © hfox - Fotolia.com)

Die Blaumeise

Blaues Käppchen, weißes Gesicht und schwarzer Augenring, die Zeichnung der Blaumeise ist unverwechselbar. Sie ist der einzige blau-gelbe Vogel in Europa. Die Blaumeise ist etwas kleiner als die Kohlmeise doch dafür ein wahres Energiebündel. Ständig in Bewegung und trällernd, ist sie kaum zu übersehen. Blaumeisen ernähren sich im Sommer hauptsächlich von Insekten. Selbst im Winter treiben sie noch Insektenlarven oder Puppen auf. Zu den Futterstellen schwärmen sie gerne in der Gruppe, wobei sie oft einen bestimmten Rhytmus entwickeln und zu bestimmten Zeiten bestimmte Futterstellen aufsuchen. Sie machen den Meisenknödeln alle Ehre, da sie das energiereiche Fett und die enthaltene Samen durch ihre Beweglichkeit gut erreichen können.

Blaumeise

Blaumeise (Bild: © hfox - Fotolia.com)

Die Tannenmeise

Die kleinste Meise, die Tannenmeise, ist ähnlich gezeichnet wie die Kohlmeise, jedoch fehlt ihr der Brusstreifen. Dafür hat sie einen charakteristischen weißen Nackenfleck. Wenn Sie ihren Kamm aufstellt, kann man ein kleines Häubchen erahnen. Die Tannenmeise ernährt sich hauptsächlich von Insekten und Samen von Nadelbäumen, insbesondere von Fichten- und Kiefersamen. Gerne besucht sie die Futterhäuschen und sind dabei gar nicht mal so ängstlich.

Tannenmeise

Tannenmeise (Bild: © hfox - Fotolia.com)

Das Rotkehlchen

Das Rotkehlchen ist mit seiner rot gefärbten Brust eindeutig zu identifizieren. Bei den Rotkehlchen gibt es keine geschlechtsspezifischen Merkmale, beide sehen gleich aus. Insekten, Spinnen und kleine Regenwürmer stehen ebenso auf dem Speiseplan wie Früchte und Samen. Im Winter fressen Sie an den Futterhäuschen gerne kleine Samen, Haferflocken und Fette. Sie haben ein ausgeprägtes Revierverhalten, und vertreiben gerne andere Futterhausbesucher. Rotkehlchen sind absolute Frühaufsteher. Schon vor Sonnenaufgang stimmen sie Ihre Liedchen an. Sie werden ca. 5 Jahre alt.

Rotkehlchen

Rotkehlchen (Bild: © philip kinsey - Fotolia.com)

Der Buchfink

Bei den Buchfinken ist der Mann der Schöne, die Frau ist insgesamt etwas unauffälliger und trägt sanftere Brauntöne. Beide haben einen auffallend weißen Schulterfleck und weiße, äußere Steuerfedern. Das Buchfinkmännchen verändert im Winter seine auffällige, blaue-graue Kopf- und Nackenfarbe in einen blasseren Grauton. Die Brust ist rotbraun bis braunrosa. Er frisst gerne Insekten, Spinnen, Beeren und Samen. Im Futterhaus steht er auf Samen, Körner und Salat.

Der Distelfink - Stieglitz

Wie der Name schon sagt, hat der Distelfink eine Vorliebe für Disteln. Sehr zu seinem Unglück, da das Unkraut immer mehr vernichtet und verdrängt wird. Der Bestand des Distelfinks nimmt stark ab. Das farbenprächtige, rot-weiß-schwarze Gesicht verleiht ihm etwas papageienartiges und sorgte früher dafür, dass er auch gerne als zutrauliches Haustier in Gefangenschaft gehalten wurde.  Auch das knallgelbe Federband sticht hervor. Männchen und Weibchen unterscheiden sich an der Größe der Gesichtsmaske, das Männchen hat zudem einem spitzeren und gebogenen Schnabel. Neben Disteln bevorzugt er jede Menge Samen von Wildkräutern und Stauden.

Stieglitz

Stieglitz (Bild: © vchphoto - Fotolia.com)

Von Papa hergestellt und von mir verziert:

Vogelhaus Eule - Unikat (Bild: Susanne Edele)

Die Amsel

Aus unseren Gärten ist sie nicht mehr wegzudenken, dabei war die Amsel früher nur im Wald zu finden. Heute haben sie Parkanlagen und Gärten bevölkert und beeindrucken mit lautem und melodischem Gesang. Amseln gehören zu den Drosseln. Männchen sind leicht am schwarzen Gefieder und dem auffallend gelben Schnabel zu erkennen. Auch die Augen sind gelb umrandet. Die Weibchen sind unauffälliger und erscheinen im braunen Gefieder. Brust und Bauch sind oft etwas heller und gesprenkelt. Amseln sind vor allem Insektenfresser. Oft sieht man sie am Boden hüpfen und nach Würmern lauschen. Auch Käfer, Blutegel, Schnecken, Tausendfüßler und Spinnen werden gejagt und verspeißt. Zur Not können auch Blattläuse herhalten. Daneben mögen Sie auch gerne reifes Obst und Beeren und sind auch an den Futterhäuschen anzutreffen.

Amsel weiblich (Bild: © Pefkos - Fotolia.com)

Amsel männlich (Bild: © Dhoxax - Fotolia.com)

Die Wacholderdrossel

Im Winter kann man bei uns unter anderem die Wacholderdrossel sichten. Manche unserer einheimischen Wacholderdrosseln ziehen im Winter etwas südlich, die meisten bleiben jedoch hier und bekommen Besuch von weiter nördlich lebenden Vertretern. Verwechselt werden Wacholderdrosseln  oftmals mit den Singdrosseln. Allerdings zieht diese im Winter an den Mittelmeerraum. Wacholderdrosseln sind etwas größer als ihre Verwandten, die Amseln. Ihr Grundton ist beige/braun, Kopf und Bürzel sind grau (Singdrosseln sind einheitlich braun). Die Brust ist weiß mit auffälligen braunen Sprenkelungen. Wacholderdrosseln kommen gerne in Schwärmen vor.

Im Sommer frißt die Wacholderdrossel vor allem Insekten, welche sie auf Wiesen fängt. Im Winter ernährt Sie sich von meist von Beeren und Fallobst. Anlocken kann man sie gut mit Rosinen, die man auf den Boden streut.

Wacholderdrossel

Wacholderdrossel (Bild: © Ingo Bartussek - Fotolia.com)

Der Star

Der Star hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der Amsel, ist jedoch etwas kleiner und hat ein metallisch glänzendes Federkleid mit weißen Spitzen. Dadurch sehen sie fast gepunktet aus. Männchen und Weibchen sehen fast gleich aus, dem Weibchen fehlt nur etwas Glanz. Auch der Star ist hauptsächlich ein Insektenfresser. Er holt sich zusätzlich noch Raupen und fängt auch Insekten im Flug. Im Gegensatz zur Amsel hüpft er nicht auf dem Boden, sondern schreitet. Stare sammeln sich normalerweise zu Hunderten oder Tausenden, um zusammen in Ihre Winterquartiere zu ziehen. In Deutschland sind trotzdem im Winter auch Stare zu finden. Viele bleiben nämlich mittlerweile einfach da, anstatt den anstrengenden Flug zu unternehmen. Auch überwintern bei uns regelmäßig Stare aus den nördlichen Breitengraden. Sie kommen mit Beeren, Obst und Sämereien durch den Winter, und begnügen sich auch in strengen Wintern mit einem Meisenknödel. Der Star überfällt gerne in großen Gruppen ganze Weinberge oder Obstplantagen, was zu einigen Schäden geführt hat. Früher wurde der Star gerne als Heimtier gehalten. Er ist sehr lernfähig, und kann einige Laute nachmachen. In Wikipedia steht geschrieben, dass er Hundegebell, Rasenmähergeräusche und Klingeltöne von Handys ohne Probleme nachmachen kann.

Der Gimpel oder Dompfaff

Vor kurzem habe ich seit langem mal wieder mehrere Gimpel, wir sagen eher Dompfaff, in Nachbars Garten beobachten können. Seit meiner Kindheit hatte ich keinen mehr von diesen hübschen Vögeln gesehen. Es gibt sie also doch noch!

Der Gimpel ist eine Finkenart und lebt bevorzugt in Parks, Gartenanlagen und Waldrändern. Im Winter ist er auch an Futterstationen anzutreffen. Als Nahrung dienen ihm vor allem Knospen, Sämereien und Beeren. Auch Spinnen und Insekten gehören jedoch auf seinen Speiseplan.

Erkennen kann man den Gimpel ganz leicht an seiner gedrungenen Gestalt mit dem kurzen, kräftigen Schnabel, seiner schwarzen Haube, die bis unters Kinn zieht und der beim Männchen auffallend rot leuchtenden Brust. Flügel und Schwanz sind schwarz, der Rücken grau. Die Weibchen sind etwas unscheinbarer. Ihr Bauch ist eher dezent rehbraun. Weniger dezent zurückhaltend sind die Weibchen während der Partnersuche. Männchen, die sich nicht entsprechend des Paarungsprotokolles verhalten, können unter Umständen schwer verletzt werden.

Der Gimpel war lange zeit ein beliebter Käfigvogel, dem man mit etwas Geduld einige Liedmelodien beibringen konnte.

Gimpel/ Dompfaff

Gimpel/ Dompfaff (Bild: © Jens Klingebiel - Fotolia.com)

Der Kleiber

Klettert etwas Kleines flink den Baum auf und ab, meist auch noch kopfabwärts, kann es sich nur um den Kleiber handeln. Mit seinen starken Füßen und Krallen schafft er es sogar, auf der Unterseite von Ästen, Insekten und Spinnen nachzujagen und aus Rinde und Ritzen rauszupicken.

Der Kleiber ist mit seinen ca. 14 cm etwa so groß wie eine Kohlmeise. Der kleine Kompakte mit dem langen, spitzen und kräftigen Schnabel ist neben seiner Kletterei auch aufgrund seiner Zeichnung sehr gut zu erkennen. Der orange-beige Bauch geht in ein weißes Gesicht mit schwarzer Augenbinde über, um dann eine blau-graue Oberseite zu präsentieren.

Der Kleiber bleibt ganzjährig mit seinem Partner dem Standort treu und nutzt im Winter gerne das Angebot im Futterhäuschen, wobei er sein Erscheinen lautstark und selbstbewusst ankündigt, um die anderen Vögel kurzzeitig zu vertreiben. Er bevorzugt Sonnenblumenkerne, bedient sich aber auch gerne an den beliebten Meisenknödeln.

Kleiber

Kleiber (Bild: ginger / Pixabay)

Der Buntspecht

Ein verwandter Klettervogel des Kleibers ist der etwa amselgroße Buntspecht. Er ist der häufigste Vertreter unserer heimischen Spechtarten. Gut erkennbar ist er an seinem wellenförmigen Flug und seinem schwarz-weiß-rotem Gefieder. Männchen und Weibchen unterscheiden sich nur an einem zusätzlichen rotem Fleck am Hinterkopf des Männchens. 

Der Buntspecht ernährt sich im Sommer hauptsächlich von Insekten, die er aus Ritzen und Rinden, fischt. Um an die bevorzugte Nahrung zu kommen, hackt er sich auch gerne durch morsches Holz. Werden die Insekten weniger, stellt er sich auf Samen von Zapfen und auch Bucheggern und Haselnüsse um. Dazu klemmt er die Früchte in Ritzen, um dann mit dem Schnabel die Schale wegzuhämmern. Das laute Hämmern, das man ihm an Ästen oder auch Telegraphenmasten hören kann, dient allerdings nicht der Nahrungsaufnahme, sondern hilft dem ansonsten fast stummen Vogel, Partner zu finden oder sein Revier zu verteidigen.

Am Futterplatz bedient er sich gerne an den fettreichen Meisenknödeln.

Buntspecht

Buntspecht (Bild: Hans / Pixabay)

Der Grünspecht

Wer den Grünspecht nicht gleicht sieht, kann ihn aufgrund seiner charakteristischen Stimme jedoch leicht erkennen. Sein lauter Ruf ähnelt durchaus einem Menschenlachen, weshalb er auch gern als Lachvogel bezeichnte wird. Er ist ein bis 32 cm langer, oben dunkelgrün und unten hellgrün gefärbter Vogel mit einer Roten Haube und Zorromaske um die Augen, der auch durch seine Flugeigenschaft auffällt. Er fliegt nämlich in Wellen. Ihn findet man bei der Futtersuche hauptsächlich am Boden, denn er ernährt sich von Ameisen. Mit seiner 10 cm langen, mit Widerhaken besetzten Zunge, holt er diese aus ihren Gängen. Im Sommer findet man ihn bevorzugt auf offenen Flächen, im Winter geht er dazu über, die Hügel der Waldameisen als Nahrungsquelle zu nutzen. An Futterstellen nimmt er wohl auch gerne Samen und Sonnenblumenkörner. Auch Obst wird von ihm nicht verschmäht.

Das Lachen des Grünspechts

Fortsetzung folgt...

susivital, am 12.12.2012
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