Die ausdauernde Pflanze wächst sehr langsam und krautig. Auch zur Blüte kommt sie recht spät, im Mittel erst nach etwa 4 Jahren. Sie hat Fangblätter mit Fühlrezeptoren darin, um ihre Beute erkennen zu können. Darin ist sie jedoch schnell - innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde klappt sie zu und startet einen Verdauungsvorgang, der durchaus bis zu 2 Wochen dauern kann. Erst danach öffnet sich die Falle wieder und gibt den unverdaulichen Chitinpanzer des Insektes wieder frei.

Beherzigt man einige kleine Tipps, so wird man lange Freude an seinem Exoten im Wohnzimmer haben.

Wasser - unverzichtbar für die Sumpfpflanze

  • Die Venusfliegenfalle hat immer einen riesigen Durst. Damit sie stets genügend Wasser hat, stellt man den Blumentopf auf einen Untersetzer oder in einen größeren Topf und gießt soviel, dass immer Wasser im Untersetzer oder Übertopf steht.
  • Kalkhaltiges Wasser mag sie jedoch nicht. Wer die Möglichkeit hat, Regenwasser aufzufangen, kann damit den durstigen Exoten getrost gießen. Steht kein Regenwasser zur Verfügung, tut es auch destilliertes Wasser.
  • Die Sumpfpflanze benötigt auch mehr Luftfeuchtigkeit als andere Zimmerpflanzen. 55% Luftfeuchtigkeit sollten es mindestens sein. Aus diesem Grund sollte man sie - obwohl sie es gerne sehr warm mag - niemals auf die Heizung stellen, denn die trockene Luft bekommt ihr überhaupt nicht. Zusätzlich sollte man Wasserschälchen zum Verdunsten aufstellen.

Erde und Dünger

  • Für die Venusfliegenfalle ist normale Blumenerde nicht der geeignete Nährboden. Sie hat lieber Hochmoortorf, eventuell mit etwas Sand vermengt. Außerdem gibt es eine Vielzahl an Karnivorenerde im Handel zur Auswahl.
  • Die Dionaea muscipula kommt mit kargem Boden und spärlichen Rohstoffen aus und ist das auch so gewöhnt. Deshalb sollte sie keinen Dünger bekommen.
  • Die Erde darf nicht zu reichhaltig sein, denn dann würde die Pflanze ihre Nährstoffe komplett aus dem Boden beziehen. In der Folge würden die Fallen verkümmern oder gar nicht richtig ausgebildet werden, weil sie ja nicht für die Versorgung benötigt würden.

Ein warmer und sonniger Standort - das mag die Venusfliegenfalle

  • Sommerliche Temperaturen von etwa 25 Grad mag die Venusfliegenfalle am liebsten. Unter 20 und über 30 Grad sollten die Temperaturen nicht dauerhaft liegen. Ist die Pflanze etwas abgehärtet, verträgt sie auch eine kühlere Umgebung bis etwa 15 Grad Celsius.
  • Bei den Sonnenstunden macht sie allerdings keine Kompromisse: 14 Stunden am Tag sollten es schon sein, damit sie sich richtig wohl fühlt und sich ihre Fallen rot färben. Ein Südfenster ist daher ein Muss für den idealen Standort. Im Sommer kann man sie durchaus auch tagsüber mit auf die Terrasse oder den Balkon nehmen. Allerdings sollte man die Venusfliegenfalle nicht gleich der prallen Mittagssonne aussetzen, damit die Blätter nicht verbrennen.
  • Ab Herbst macht die Pflanze einen Winterschlaf. Zu dieser Zeit reichen ihr 10 Grad Umgebungstemperatur aus und sie benötigt auch weniger Wasser. Sie braucht diese Ruhephase, um im Frühjahr kräftig neu austreiben zu können. Bevor sie aus dem Winterschlaf erwacht, ist der beste Zeitpunkt, sie zu vermehren. Dazu wird der Wurzelballen einfach auseinandergeschnitten oder auseinandergerupft und die beiden neuen Pflanzen eingetopft.

Nahrung für die fleischfressende Pflanze - Happs!

  • Venusfliegenfallen fressen Insekten. Die Fallen sind im Inneren mit Rezeptoren ausgestattet, die der Pflanze mitteilen, wann sich ein Insekt darin befindet. Dann schnappt die Falle zu und es wird die Größe des Insektes überprüft, bevor der Verdauungsprozess beginnt. Bei zu großen Insekten - größer als ein Drittel der Fallenlänge - öffnet sie die Falle wieder, da sie diese nicht schnell genug verdauen kann, bevor die Fäulnis/Verwesung des Tierchens einsetzt. Zu kleine Insekten finden ihren Weg nach draußen durch die zu Beginn noch nicht ganz geschlossenen Blätter der Falle.
  • Ausschließlich lebende Insekten kommen als Nahrung in Frage. Füttern Sie Ihre fleischfressende Pflanze niemals mit toten Tieren. Das ist falsch verstandene Hilfestellung und schadet ihr nur. Lebendige Insekten zappeln in der Falle und signalisieren der Pflanze auf diese Art und Weise, dass sich etwas darin befindet, das sich zu verdauen lohnt. Tote Insekten setzen den Verdauungsprozess nicht oder nicht vollständig in Gang, was dazu führt, dass das Insekt nicht vollständig verdaut wird.
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  • Bitte auch nicht überfüttern! Venusfliegenfallen sind anspruchslos und genügsam. Sie kommen lange ohne Nahrung aus und wenn sie in reichhaltiger Erde stehen, dann kann es sogar sein, dass sie gar keine Insekten fangen müssen, um ihre Versorgung zu sichern. Je nachdem, wie reichhaltig ihre Erde ist, muss sie für entsprechend mehr oder weniger Nahrung selber sorgen, indem sie Insekten fängt. Je karger der Boden, umso mehr Insekten wird sie brauchen. Wieviel Tierchen sie im Einzelnen fangen muss, hängt außerdem von der Größe der Insekten ab. Sie kann einige Tage ohne Beute auskommen, an anderen Tagen gleich zwei verspeisen.
  • Verschaukeln Sie Ihre Pflanze nicht! Wenn Sie an den Fallen herumhantieren, können Sie den Schnappvorgang auslösen. Da eine Falle nach einer bestimmten Anzahl von Schließvorgängen abstirbt - meist sind das zwischen 3 und 7 -, muss die Venusfliegenfalle immer wieder neue Fallen produzieren, was sie natürlich Kraft kostet. Sie ist zwar recht wuchsfreudig, kann aber trotzdem nur 3 bis 4 neue Fallen im Monat produzieren.
Sophie1975, am 28.10.2013
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Bildquelle:
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