Warum ist Kadmium schädlich?

Professor Dr. Andreas Kappler,Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Universität Tübingen

Professor Dr. Andreas Kappler, vom Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Universität Tübingen, klärt auf:

Wenn Kadmium im Boden an Mineralien gebunden liegt, ist es kaum schädlich. Erst wenn es sich durch den Einfluss von Bakterien auflöst und im Boden umsetzt, steigert sich seine Gefährlichkeit für die Umwelt, Mensch und Tier. Wer Kadmium dauerhaft mit der Nahrung einnimmt, kann, nach Expertenmeinung, mit einer Deformation der Knochen oder mit Krebs rechnen.

 

Wie kommt Kadmium in den Boden?

Gärtner, die überwiegend ohne Pestizide arbeiten, sind oft entsetzt wenn sie erfahren, dass sich auch in ihrem Gartenboden Kadmium befindet. Sie fragen sich berechtigt, wie es dort hinein kommt. Kadmium lagert sich bevorzugt in natürlichen Phosphatlagerstätten ab. Es gelangt oft mit dem als Dünger verwendeten Phosphat in den Boden. Insgesamt steigt der Einsatz von Düngemitteln und somit auch der Gehalt an Schwermetallen in den Böden stetig an. In Deutschland wird den Herstellern per Gesetz vorgeschrieben, dass dieser maximal 50 Milligramm Kadmium pro Kilogramm Phosphorpentoxid enthalten darf. Bedauerlicherweise sind diese Richtlinien nicht europaweit vorgeschrieben. Zusätzlich wird die Ressource Phosphat knapp und die Händler verlegen sich auf ungünstigere Abbaustätten. Da dadurch höhere Kosten entstehen, unterbleibt oft die Kadmium Untersuchung und die Entfernung. Gärtner die einen Dünger aus dem Handel auf ihren Boden bringen, müssen befürchten, dass sie einen qualitativ schlechten Phosphatdünger auf ihre Agrarflächen ausgebracht haben.

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Wie wird Kadmium aus dem Boden entfernt?

Es gibt Unternehmen, die darauf spezialisiert sind, verseuchte Böden zu sanieren. Kadmium wird von ihnen zum Beispiel durch den Einsatz von Magnetit entfernt. Dieses verringert den Kadmiumgehalt durch die Bildung von Eisenmineralen. Da bisher gute Erfahrungen mit diesem Einsatz gemacht wurden, wird es immer häufiger zur Sanierung kontaminierter Böden und Gewässer eingesetzt.

Neue Erkenntnisse bei der Sanierung von Böden

Geomikrobiologen der Eberhard Karls Universität Universität Tübingen, untersuchen wie stark Bakterien bei der Sanierung von giftigem Kadmium im Boden helfen können. Sie konnten nachweisen, dass Bakterien in der Lage sind kadmiumhaltige, rostige Eisenoxid-Minerale biologisch umzusetzen. Sie isolierten und züchteten zu diesem Zweck ein geeignetes Bakterium und stellten anschließend fest, dass dieser Stamm selbst mit sehr hohen Kadmiumkonzentrationen zurecht kommt. Professor Dr. Andreas Kappler betont, dass die Studie aufzeigt, dass dieses Bakterium das gebundene Kadmium löst und fast vollständig an neu gebildete Minerale, bevorzugt Magnetit, bindet.

Die Forscher halten es für möglich, dass dieses kurzzeitig mobile Kadmium durch Pflanzen, die Metalle in ihren Organen sammeln, aufgenommen werden könnte.Dann könnten Pflanzen den mit Kadmium verseuchten Boden einfach säubern, so die Meinung des Geomikrobiologe.

MonikaHermeling, am 11.05.2020
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Bildquelle:
Piabay (Bokashi - schneller Kompost für Garten und Feld)
Wie die Pflanze reagiert, Grafik: Rob Ro (Wie Pflanzen sich selbst gegen Bakterien schützen)

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