Krav Maga

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Ziele des Krav Maga

Krav Maga verfolgt wie alle Selbstverteidigungssysteme das gleiche Ziel: Sich effektiv verteidigen zu können. Krav Maga grenzt sich von Kampfkünsten und Kampfsport ab, indem keine Wettkämpfe stattfinden und Bewegungskunst keine Rolle spielt. Es gibt in einigen Kampfkünsten Gürtel, die bestandene Prüfungen anzeigen. In einigen Disziplinen gibt es strikte Dresscodes.  Auf all das wird beim Krav Maga verzichtet. Stattdessen lehren die meisten Europäischen Krav Maga Schulen neben einfachen und effektiven Abwehrtechniken auch rechtliche Aspekte, nämlich die Verhältnismäßigkeit des Erlernten in den jeweiligen Situationen. Wann ist etwas Notwehr und ab wann begehe ich selber eine Körperverletzung. Es kommt nicht drauf an, einen Gegner zu vernichten, sondern möglichst unbeschadet aus der Gefahrensituation zu entkommen.
Es werden auch andere Faktoren vermittelt, wie zum Beispiel die Wahrnehmung durch Außenstehende. Wenn man also auf der Straße zu aggressiv wirkt, würden Zeugen oder potentielle Helfer eventuell falsche Rückschlüsse daraus ziehen und nicht in die Situation eingreifen.  

 

Krav Maga

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Ursprünge kommen aus Bratislava, Slowakei

"Krav Maga" ist hebräisch und bedeutet "Kontaktkampf". Der Name ist Programm und es wurde bereits 1930 von Imrich Lichtenfeld in Bratislava, Slowakei entwickelt, um Juden vor gewaltsamen Übergriffen zu schützen. Später hat Lichtenfeld das System in der israelitischen Armee vermittelt. Von hier aus fand das System Verbreitung. Historisch betrachtet sehen sich diverse Instruktoren wie Eyal Yanilov, Yaron Lichtenstein. Avi Moyal, Gabi Noah und Heim Gidon  als den "legitimierten Nachfolger" von Imrich Lichtenfeld. Vergleicht man jedoch die Krav Maga Systeme diverser Verbände, so stellt man fest, dass sich die technischen Grundlagen gleichen. Je nach Zielgruppe muss das Training unterschiedlich gestaltet werden. Zivilisten werden im Training stärker auf Bedrohungslagen und Überfälle vorbereitet, während Polizisten und Militär öfter Menschen festnehmen müssen und in andere Kampfsituationen kommen können und anderen gesetzlichen Auflagen unterliegen. Entsprechend sollten unterschiedliche Zielgruppen  wie z.B. Zivilisten, Polizei und Militär unterschiedlich trainiert werden.

Interview mit einem Krav Maga Trainer.

Dirk Gorcke ist hauptberuflich Expert Instruktor der Krav Maga Defcon und hält Seminare im Bereich Deeskalation/ Verhalten in Stress-Situationen und ist Leiter des Hamburger Trainingszentrums für Krav Maga. Außerdem unterrichtet er in Hamburg, Berlin und deutschlandweit Krav Maga Seminare.

Krav Maga

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Hallo Dirk!
Vielen Dank, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast!

Jederzeit gerne!

Wieso ist Krav Maga eines der Bekanntesten Selbstverteidigungssysteme?

Das liegt daran, dass Krav Maga auf einfachen Techniken basiert und trotzdem effektiv ist. Die gelehrten Techniken bauen auf den natürlichen Reflexen des Menschen auf und kommen aus der Praxis.

Wie authentisch kann Selbstverteidigung durch Kurse und Training vermittelt werden?

Um authentische Selbstverteidigung zu vermitteln, sind neben einem strukturierten Trainingsplan Stressszenarien sehr wichtig. In diesen Szenarien müssen die erlernten Techniken
unter hohen körperlichen Anstrengungen immer wieder abgerufen werden. Für diese Stresssimulation werden Schlagpolster, Schutzanzüge und vieles mehr verwendet.
Ferner lernt es der Teilnehmer auch, "bissiger" zu werden, und sich auch im Ernstfall nicht aufzugeben.

Das Wichtigste ist es jedoch, dass der Trainierende lernt, Gefahren frühzeitig zu erkennen, sich ggf. vorzubereiten bzw. der Gefahr wenn möglich aus dem Weg zu gehen (Prophylaxe).

Was gehört zu einem vernünftigem Krav Maga Training?

Dazu gehören mehrere Sachen:
Die Kondition sollte trainiert werden, damit Kraft und Ausdauer für den Ernstfall vorhanden sind.
Außerdem findet ein Techniktraining statt, um auf verschiede Angriffe entsprechend zu reagieren.Es ist wichtig, die Schlagkraft, die Schlagtechnik und Treffsicherheit zu trainieren. Dazu trainieren wir u.a. mit Schlagpolstern.

Außerdem gehört zu einem vernünftigem Krav Maga Training Deeskalations - und Verhaltenstraining. Dazu gehören der Einsatz der Stimme, die Wahrnehmung der Öffentlichkeit und die Vorbereitung auf Gefahr.

Mensch, vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast!

 

Autor seit 4 Jahren
5 Seiten
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