Die Flucht aus dem normierten Leben

Was treibt nicht nur Europäer zu immer exotischeren Reisen? Ein Grund mag die zunehmende Eintönigkeit des realen Alltags ein. Der Drang, aus diesem auszubrechen, nicht auch noch im Urlaub im Mainstream zu verharren, verführt zu Adventure-Touren. Paragliden, Tauchkurse und rasante Jeep-Safaris eroberten den Tourismus und gehören heute bereits zum touristischen Alltag. Trekking - und Biketouren, Climbing und Caravaning erlauben einen zeitweisen Ausstieg aus dem normierten Leben.

Die Reiseindustrie hat sich auf diese Bedürfnisse ihrer Kunden längst eingerichtet. Nischenanbieter bedienen die Wünsche ihrer oft zahlungskräftigen Klienten. Auch frühere Exoten wie Nepal sind inzwischen touristisch erschlossen.

Der Drang nach immer "verrückteren" Urlauben ist die Chance für neue Staaten. Die politischen Veränderungen ließen vor 25 Jahren auf dem Balkan neue Länder entstehen. Wie selbstverständlich werden heute Urlaube in Kroatien und Slowenien gebucht. Auch die Slowakei ist ein beliebtes Reiseland geworden.

Wie sich diese Spirale noch weiter drehen lässt, zeigt das Beispiel Kurdistan.

Kurdistan -- das unbekannte Land

Was wissen Sie von Kurdistan? Ihnen fallen Peschmerga-Kämpfer und der Kampf um Kobane ein? Das sind die Schlagzeilen aus den Medien. Doch auf der ITB präsentierte sich das Land auch als Reiseland. Zielflughafen ist Erbil, geboten wird eine grandiose Landschaft und jahrtausendealte Kultur.

Auf der ITB hatte ich Gelegenheit zu einem ausführlichen Gespräch mit kurdischen Tourismus-Managern. Voller Euphorie priesen sie ihr schönes Land. Geführte Touren durch eine unberührte Natur, kein Massentourismus, gelebte Individualität, damit werben die Kurden. Und natürlich mit Ihrer Herzlichkeit. Den Reisenden winken unvergessliche Eindrücke und eine vielfältige Gastronomie, die über das bekannte Fladenbrot weit hinausgeht.

Es entwickelte sich ein Fachgespräch, in deren Verlauf die Kurden offen darauf hinwiesen, dass sie auf Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen sind. Doch der Standard ihrer Hotels muss sich, wie sie stolz erklärten,hinter dem eines 3* Hotels in Deutschland nicht verstecken.

Den Touristen erwartet ein Eintauchen in eine fremde Welt, geprägt von orientalischen Einflüssen, die sich mit einer jahrhundertealten kurdischen Kultur vermischen.

Und Kurdistan, auch dies betonten die Tourismus-Manager, sei durchaus sicher. Schon seit Langem genießen die Kurden im Irak eine weitreichende Autonomie. Faktisch seien sie wie ein eigener Staat im Zweistromland. Die Infrastruktur ist intakt. Touristen wird ein durchaus hoher Komfort geboten. Zwar seien individuelle Fahrten mit einem Mietwagen nicht möglich, doch das sei ja, wie sie lachend sagten, auch in Ägypten nicht üblich.

Mir begegneten selbstbewusste und fachlich kompetente Tourismusmanager, die ihr Land überzeugend präsentierten. Ihr Ziel ist, Kurdistan zu einer bekannten Destination aufzubauen und als Marke zu etablieren. Kataloge und Visitenkarten wirkten professionell, das Englisch meiner Gesprächspartner war fließend.

Und Ihr Angebot ist verführerisch für Touristen auf der Suche nach dem ultimativen Kick.

 

Erste Eindrücke finden sie hier

Nartürlich nutzen auch die Kurden das Internet. Einen ersten Eindruck vor ihrer Urlaubstour dürfen Sie hier genießen:

http://www.tourismkurdistan.com/

http://bot.gov.krd

Ich wünsche viel Spaß und einen unvergesslichen Urlaub.

Autor seit 1 Jahr
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