Wie funktioniert ein Knicklichtstrohhalm?

Es hat etwas magisches, wenn ein im Ursprungszustand ziemlich langweilig aussehender Strohhalm plötzlich farbenfroh zu leuchten beginnt, nachdem man ihn geknickt hat. Für dieses Phänomenen gibt es jedoch eine simple Erklärung: In dem im Strohhalm integrierten Knicklicht befinden sich zwei Kammern. Die innere Kammer besteht aus einem kleinen mit Wasserstoffperoxid gefüllten Glasröhrchen. Dieses Glasröhrchen schwimmt in der äußeren Kammer, die mit einer Oxalsäureverbindung gefüllt ist. Biegt man nun vorsichtig* den Strohhalm bzw. das darin befindliche Knicklicht, dann zerbricht das Glasröhrchen und die darin befindliche Flüssigkeit reagiert mit der Oxalsäure. Es entsteht 1,2-Dioxethandion, welches zu Kohlendioxid zerfällt und die dabei freiwerdene Energie auf den im Knicklicht zugesetzten Farbstoff überträgt. Der Farbstoff gibt die erhaltende Energie in Form von Licht ab. Je nach Farbstoff leuchtet das Knicklicht in unterschiedlichen Farben. Man spricht bei einer solchen Reaktion auch von Chemolumineszenz. Der Leuchteffekt dauert solange an, bis die Reaktion abgeschlossen ist.

Ist das Knicklicht aktiviert, kann der Leuchtstrohhalm wie jeder normale Stromhalm verwendet werden. Der besondere Clou an der Sache ist, dass das Knicklicht beim Trinken im Glas auf und ab wandert. Verwenden mehrere Personen gleichzeitig einen solchen Knicklichtstrohhalm, sorgt dies für schöne Farbeffekte in einem dunklen Raum. Wenn die Reaktion nach ca. 10 Stunden beendet ist, ist das Knicklicht verbraucht und kann über den Restmüll entsorgt werden.

*Wichtiger Hinweis:

Das Knicklicht niemals scharf einknicken sondern nur vorsichtig biegen, bis ein leises Knacken zu hören ist!

So sehen die Leuchtstrohhalme aus:

Verpackungseinheit mit 45 Knicklichtern (Bild: Kaskadina)

Tipps zur optimalen Ausnutzung eines Knicklichtstrohhalms

Unter welchen Bedingungen kommt der Leuchteffekt am Besten zur Geltung?

Der Leuchteffekt ist am stärksten, wenn das Leuchtstrohhalm nach dem Knicken kräftig geschüttelt wird. So verteilt sich die darin enthaltende Flüssigkeit gut. Entscheidend für die Dauer und Intensität des Leuchtens ist die Umgebungstemperatur. Am intensivsten ist die Leuchtkraft bei 15-45 °C, also bei Raumtemperatur. In eisgekühlten oder kochend heißen Getränke leuchtet der Knicklichtstrohhalm deutlich weniger intensiv, wobei ein Eiswürfel im Getränk meiner Erfahrung nach der Leuchtkraft noch keinen großen Abbruch tut.

Kann man einen Leuchtstrohhalm wiederverwenden?

Kaum jemand verwendet einen Knicklichtstrohhalm 10 Stunden am Stück. Möchten Sie die Leuchtdauer optimal ausnutzen, so können Sie den noch leuchtenden Strohhalm bis zur weiteren Verwendung im Eisfach parken. Bei Minustemperaturen wird die Reaktion zwischen den Chemikalien "eingefroren" und läuft erst weiter, wenn die Temperatur sich wieder erhöht. Allerdings ist die Leuchtkraft nach dem Einfrieren nicht mehr ganz so intensiv wie die eines frischen Knicklichtes.

Welche Getränke eignen sich für den leuchtenden Strohhalm?

Das Knicklicht ist am besten in durchsichtigen Getränken zusehen. Ideal ist z.B. der Cocktail "Hugo". Weniger geeignet sind trübe Getränke wie z.B. Bier oder Cola. Das Knicklicht ist bei solchen Getränken nur nennenswert zu sehen, wenn es beim Ansaugen im Strohhalm noch oben wandert...

Da die Leuchtkraft des Knicklichts bei 15-45 °C am intensivsten ist, sind Getränke, die bei Raumtemperatur serviert werden, am besten geeignet. Leicht gekühlte Drinks sind auch möglich, wohingegen die Leuchtkraft bei Cocktails mit vielen Eiswürfeln bereits deutlich abgeschwächt ist. Möchten Sie eisgekühlte Getränke mit Knicklichtstrohhalm servieren, so sollten Sie den Strohhalm erst kurz vor dem Servieren zugeben oder neben das Getränk legen, so dass er möglichst lange im Warmen bleibt und nicht mit den Eiswürfeln in Berührung kommt.

Knicklichtstrohhalme in Aktion:

Leuchtstrohhalme in vier verschiedenen Farben (Bild: Kaskadina)

Sind Knicklichtstrohhalme gesundheitsschädlich?

Auf der Verpackung von Knicklichter.de steht, dass die Knicklichtstrohhalme nicht für Kinder unter 5 Jahren geeignet seien. Auf manchen Knicklichtern steht sogar, dass Personen unter 14 Jahren sie nicht benutzen sollen. Ich bekenne mich schuldig: Ich habe meinen vierjährigen Sohn unter Aufsicht aus dem Leuchtstrohhalm trinken und anschließend sogar noch damit spielen lassen und er hat überlebt ;-). Erst einmal: Die Strohhalme sind so geformt, dass das Knicklicht darin gestoppt wird und nicht versehentlich verschluckt werden kann. Und zudem: Mit gesundem Menschenverstand verwendet, d.h. solange man das Knicklicht nicht aufschneidet, aufsticht, starker Hitze aussetzt oder verschluckt, besteht keine Gefahr.

 

Was tun, wenn Knicklichtflüssigkeit auf die Haut oder in die Augen geraten ist?

Sollte doch einmal Flüssigkeit ausgetreten und auf die Haut oder in die Augen geraten sein, sollten Sie diese sofort gründlich abspülen. Die Flüssigkeit ist für einen Erwachsenen nicht lebensgefährlich, kann aber zu Hautreizungen und Übelkeit führen. Bei Kindern und Haustieren ist besondere Vorsicht geboten. Konsultieren Sie bei anhaltenden Beschwerden in jedem Fall unverzüglich einen Arzt.

 

Quellen:

  • http://www.kids-and-science.de/wie-funktionierts/detailansicht/datum/2010/02/22/wie-funktionieren-knicklichter.html
  • http://www.wissenschaft-im-dialog.de/projekte/wieso/artikel/beitrag/wie-funktionieren-so-genannte-knicklichter/
  • Eigene Erfahrung und Aufschrift auf der Verpackung meiner Leuchtstrohhalme von Knicklichter.de
Kaskadina, am 22.06.2016
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Bildquelle:
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Daniela Hartmann (alles-schlumpf) / Flic (Woher kommt der Ausdruck "blaumachen"?)

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