Lissabon - Metropole am Atlantik - Eine Stadtrundfahrt

Wer noch nie in Lissabon war und sich einen Überblick über sämtliche Sehenswürdigkeiten verschaffen will, kann z.B. eine Stadtrundfahrt in einem offenen Doppeldeckerbus machen. Die Touren beginnen am Praca do Commercio, dem großen Platz am Ufer des Tejo.

Lissabon - Praca do Commercio

Die Busse fahren im 30-Minutentakt und man hat die Möglichkeit an den Orten, die einen interessieren einfach auszusteigen, sich in Ruhe alles anzuschauen und einfach mit einem der nachfolgenden Busse die Rundfahrt fortzusetzen. So bekommt man alles ganz entspannt zu sehen, ohne Attraktionen einfach nur im Vorbeifahren abzuhaken und man erhält auf diese Weise einen Eindruck sowohl vom alten als auch vom modernen Lissabon.

Die Tour geht auch hinaus entlang des Tejoufers zum Kloster von Belém  und zum Torre de Belém, dem alten Wachturm, von wo aus einst die Hafeneinfahrt bewacht wurde. Unweit von dort steht ein weiteres Wahrzeichen Lissabons, das Denkmal der Entdecker. Hier wurde 1497 Vasco da Gama verabschiedet, als er sich mit seinen Caravellen auf den Seeweg nach Indien machte und hier wurde er 2 Jahre später nach seiner erfolgreichen Expedition begeistert empfangen. Wenn man sich so einen ersten Eindruck  verschafft hat, kann man auch etliche schöne Rundgänge zu Fuß machen, um die Stadt noch näher und besser kennen zu lernen. Doch Vorsicht. Man sollte auf jeden Fall rutschfeste Schuhe anhaben, denn die Straßen sind zum Teil recht steil.

Denkmal der Entdecker - Belém, Lissabon

Discovery Monument Padrao Dos Descobrimentos, Belem, Lisbon, Portugal (Bild: Greg Elms / AllPosters)

Torre de Belém - Alter Wachturm

Belem Tower, Lisbon, Portugal (Bild: Panoramic Images / AllPosters)

Rundgang 1 - Durch die Baixa über den Rossio zum Marques de Pombal

Ausgangspunkt für einen schönen Rundgang ist, wie bei der Stadtrundfahrt, der  Praca do Commercio mit seinen großen Reiterstandbild. Der Platz ist von Arkaden gerahmt und der mächtige Triumphbogen ist gleichzeitig der Eingang zur Baixa. Das flach zwischen den Hügeln gelegene Areal besteht aus einem rechtwinkligen Raster aus 8 Längs- und 8 Querstraßen, die teils als Fußgängerzonen angelegt sind. Die Rua Augusta ist die zentrale Achse durch das Viertel und hier und in den Nebenstraßen findet man zahlreiche Geschäfte, Imbißläden und Restaurants. Am Ende der Straße gelangt man zum Rossio, der Stadtplatz, der als Herz und Nervenzentrum Lissabons gilt. Mit 2 Brunnen, etlichen Blumenständen und der Statue von Dom Pedro IV gilt er vielen als der schönste Platz der Stadt.

Hardrock Cafe Lisbon

Hier finden die Hard Rock Musik Fans auch das Hardrock Cafe Lisbon mit seiner typischen Ausstattung, wie man Sie aus aller Welt kennt. In dem Shop und dem Restaurant findet der Hard Rocker alles, was sein Herz begehrt. Da darf dann der Cadillac unter der Decke ebenso wenig fehlen, wie die vielen Erinnerungstücke aus der Rockgeschichte an den Wänden. Und die Nachos mit Käse überbacken und der legendary Burger gehören auch hier zu den beliebtesten Snacks mit einem kühlen Getränk zu richtig guter Rock Musik.

 

 

 

 

 

Am Ende des Platzes geht es dann am Teatro Nacional vorbei zur Avenida de Liberdade einer wunderschönen Promenade die zum Denkmal des Marques de Pombal führt. Auf über 1 Km Länge und 90 m Beite befinden sich zahlreiche Cafes mit weißen Schnörkelstühlen und dekorativen Bodenornamenten, die die Avenida zum prachtvollsten Boulevard in Lissabon machen. Die Große Statue des Pombal Denkmals am Ende der Straße steht zu Ehren des Mannes, der nach dem großen Erdbeben von 1755 die völlig zerstörte Stadt mit großem Engagement im Auftrag des Königs wie aufgebaut hat.

 

Rossio - Das Herz Lissabons

Rossio Square (Dom Pedro Iv Square) at Night, Lisbon, Portugal, Europe (Bild: Yadid Levy / AllPosters)

Pombal Denkmal - Blick hinunter bis zum Tejo

The Greenery of the Parque Eduard VII Runs Towards the Marques De Pombal Memorial in Central Lisbon (Bild: Stuart Forster / AllPosters)

Rundgang 2 - Von der alten Festung durch die Alfama

Gleich nebem dem Rossio liegt der etwas weniger prachtvolle Praca da Figueira. Von hier fährt ein klimatisierter Bus bis zum Eingang der alten Burgfestung Castelo de Sao Jorge. Wer allerdings ein Konditionstraining absolvieren möchte, kann den Weg hinauf auch zu Fuß antreten. Auf jeden Fall findet man hier den schönsten Aussichtspunkt der Stadt mit atemberaubenden Blicken über Lissabon und den Tejo. Die zinnenbesetzten Burgmauern kann man umrunden und so einen herrlichen Überblick über die umliegenden Stadtteile bekommen.

 Castello

Von hier aus hat man auch den besten Blick über die die zahlreichen Sehenswürdigkeiten ringsherum und den Tejo mit seiner berühmten Hängebrücke Ponte 25 de Abril. Das Datum erinnert an den 25. April 1974, als die letzte faschistische Diktatur in Europa beendet wurde. Am südlichen Ufer der Brücke befindet sich der als Aussichtsturm dienende Cristo Rei, der seinem Pendant in Rio ähnelt.

 

Den Weg nach unten geht man am besten zu Fuß und sucht sich dabei einfach ein gemütliches Plätzchen in einem der der Restaurants und Cafes die die verschlungenen kleinen Straßen säumen. Einige davon haben schöne Dachterassen, wo man sich bei einem Getränk niederlassen und die schöne Aussicht genießen kann.  Hier liegt auch die Alfama, das älteste Stadtviertel von Lissabon und das einizige, was bei dem großen Erdbeben 1755 fast unversehrt geblieben ist. Hier findet man auch das Casa do Fado,ein kleines hübsches Fadomuseum. In der Alfama findet man auch die schönen Lokale, wo man Abends den Fado live erleben kann.

 

 

 

 

Castelo de Sao Jorge und Baixa - Lissabon

Baixa District and Castelo De Sao Jorge, Lisbon, Portugal (Bild: Michele Falzone / AllPosters)

Alfama mit Tejo - Lissabon

Alfama and Rio Tejo (Tagus River), Lisbon, Portugal, Europe (Bild: Hans Peter Merten / AllPosters)

Rundgang 3 - Bairro Alto und Chiado - Für Tag- und Nachtschwärmer

Elavador Santa JustaVon der Baixa aus gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Hügel hinauf ins Bairro Alto zu kommen. Entweder zu Fuß oder mir einer Straßenbahn, aber die ungewöhnlichste ist sicher die mit dem Aufzug Elevador Santa Justa. Am Ende der Querstraße Rua de Santa Justa ist als städtebauliches Unikum dieser filigrane, 32m hohe Eisenturm zubestaunen, der als Direktverbindung in die westliche Oberstadt dient. Über der Aussichtsplattform befindet sich auch ein kleines Cafe, das einen herrlichen Blick auf die umliegenden Häuser bietet.

Das ist ein idealer Ausgangspunkt für einen Rundgang durch die westlichen Altstadtviertel oberhalb der Baixa. Der Chiado mit seinen noblen Fassaden und nostalgischen Cafes und Geschäften wird auch "Paris em Lisboa" genannt, weil es an sein Pariser Vorbild erinnert. Gleichzeitig ist dieses Viertel auch die Welt der Literaten und der ihrer Cafes. Das berühmteste Cafe Lissabons ist das "A Brasileira" am Ende der Rua Garret. Im Jahr 1905 ursprünglich als Laden für brasilianischen Kaffee eröffnet, ist es auch heute noch ein beliebter Treffpunkt bis spät abends.

Nicht weit von hier entfernt befindet sich das Bairro Alto, eines der ältesten Stadtviertel von Lissabon. Die engen Sträßchen mit den alten Fassaden, beherbergen, was man tagsüber kaum bemerkt, die größte Kneipenszene Lissabons. Hier gibt es fast 300 Lokale, von einfachen tascas über gutbürgerliche Gasthäuser bis zu Szenerestaurants, Bars jeglicher Couleur, Fado-Lokale und Diskos. Auch tagsüber ist das Viertel nicht langweilig und lohnt sich für einen Spaziergang durch die engen Straßen. Ein paar Gehminuten nördlich findet man in einem kleinen Park - Miradouro Sao Pedro de Alcantara - ein weiterer sehr schöner Aussichtspunkt, der einen herrlichen Blick über die Stadt und das östlich gegenüberliegende Castelo den Sao Jorge bietet,

 

Cafe A Brasileira mit der Skulptur des Poeten Fernando Pessoa - Chiado - Lissabon

Cafe Brasileira, with Sculpture of the Poet Fernando Pessoa, Lisbon, Portugal (Bild: Yadid Levy / AllPosters)

Elevador Da Bica - Straßenbahn im Bairro Alto

Elevador Da Bica, Bairro Alto District, Lisbon, Portugal (Bild: Michele Falzone / AllPosters)

Ein Tagesausflug - Estoril - Cascais - Cabo da Roca - Sintra

Für einen schönen Tagesausflug in die Umgebung kann man die Uferstraße am Tejo entlang in Richtung Estoril fahren. Von der exklusiven Vergangenheit des Seebades zeugen noble alte Villen und Hotels. Das Zentrum der Stadt bildet der palmengesäumte Stadtpark mit dem Spielcasino. Mehrere Golfplätze und eine Autorennstrecke gehören ebenso zu den Attraktionen des Ortes.

Eine lange Strandpromenade verbindet Estoril mit Cascais, dem schönsten Seebad in dieser Gegend. Der Ort ist in eine stille Oberstadt und eine lebhafte Unterstadt geteilt. Unten am Fischerhafen befindet sich der malerische Rathausplatz. Dahinter findet man in den Geschäften der Fußgängerzonen ein buntes Angebot für Touristen und in den Restaurants ist für jeden Geschmack und jedes Budget etwas dabei. Der kleine Strand von Santa Marta lädt hier zum Baden und zum Essen ein. Direkt am Atlantikufer liegt ein Stück weiter eine alte Zitadelle und die benachbarte Marina beherbergt auch einige Restaurants mit unterschiedlichem Angebot.

Cabo da Roca

Von Cascais aus führt die Küstenstraße nun weiter nach Norden an Boca do Inferna (Höllenschlund) vorbei zur dramatisch schönen Guincho-Bucht, die für Surfer mit ihren mächtigen Atlantikwellen ein echtes Paradies ist. Danach geht es teilweise in Serpentinen bergauf bis zum Cabo da Roca. Hier befindet man sich am westlichsten Punkt des europäischen Festlandes mit einem Leuchtturm auf hoher Felskante.

 

Weiter östlich von hier kommt man nach Sintra, einem Ort, der inzwischen zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Hauptanziehungspunkt sind hier 2 Königsschlösser, vor denen sich regelmäßig die Touristenbusse stauen. Im Paca Real einer alten königlichen Sommerresidenz erinnert die Innenarchitektur an die maurische Zeit. Die Azulejos aus dem 15./16. Jahrhundert sind die größte Sammlung dieser Art in Portugal. Palacio und Parque da Pena, sowie das alte Maurenkastell, Castelo Dos Mouros sind weitere Sehenswürdigkeiten von Sintra.

Das eigentliche Flair dieses Ortes muß man bei einem Spaziergang durch die Nebenstraßen aufspüren.

Guincho Bucht - Cascais

Guincho Beach, Cascais, Portugal (Bild: J Lightfoot / AllPosters)

Pena Nationalpalast - Wahrzeichen von Sintra und Weltkulturerbe der UNESCO

Pena National Palace, Sintra, UNESCO World Heritage Site, Portugal, Europe (Bild: Amanda Hall / AllPosters)

Essen und Trinken in Lissabon

Als Hafenstadt am Atlantik hat Lissabon natürlich ein reiches Angebot an Fisch und Meeresfrüchten und da die Portugiesen auch leidenschaftliche Esser sind, steht Fisch ganz oben auf der Speisekarte. Das Mittagessen wird gerne im Restaurant zelebriert und man nutzt eine ausgedehnte Mahlzeit auch für Geschäftsabschlüsse. Cataplana ist ein typisches und sehr beliebtes Gericht mit Reis und Meersfrüchten.

Essen portugisisch

Aber auch Fleisch-Fischeintöpfe (caldeiradas und feijoadas) werden gern gegessen. Der hier sehr beliebte Stockfisch (bacalhau) ist jedoch nicht jedermanns Sache. Zum Essen trinkt man gerne Vinho Verde oder Bier und hinterher einen kleinen schwarzen Kaffee (bico) und eine aguardente (Brandwein). Oft findet man aber auch ganz einfache Gerichte mit gegrilltem Fisch, Kartoffeln und Gemüse, die es überall zu erschwinglichen Preisen gibt. Das gilt z.B auch für viele Restaurants in der Fußgängerzone in der Baixa. Ein guter Platz zum Essen ist auch das gepflegte Burgrestaurant Casa do Leao im Castello, was allerdings nicht ganz billig ist. Preiswerter ißt man frischen Fisch im sympathischen Castelo Mouricso am Eingang der Burg.

Ein Eß- und Trinkvergnügen ganz anderer Art erwartet einen in der Cervejaria da Trinidade in der Rua das Trinidade. Der bekannteste Bierkeller Lissabons ist im ehemaligen Refektotium des gleichnamigen Klosters untergebracht. Die Innengestaltung bestimmen die dekorative Azulejo-Wände von 1863 mit großformatigen Bildern. Hier kann nicht nur der Bierfreund ein leckeres, deftiges Essen in schönster Umgebung genießen.

Was natürlich nicht Fehlen darf ist eine Verkostung von gutem Portwein. An der Rua de Sao Pedro de Alcantara liegt der Palacio Ludovice, der heute das Portwein-Institut beherbergt. Hier gibt es ca. 170 Sorten Portwein und man sollte es sich nicht entgehen lassen, einige dieser edlen Tropfen mit fachkundiger Beratung zu probieren, denn in dieser Auswahl wird man sie in Deutschland nirgendwo finden.

 

Rua Augusta - Baixa, Lissabon

People Sitting Outside Along Rua Augusta, Baixa, Lisbon, Portugal (Bild: Greg Elms / AllPosters)

Noch ein letzter Tip - Beste Reisezeit

Für die hier beschriebene Reise sollte man 4 - 5 Tage einplanen. In Lissabon und Umgebung gibt es natürlich noch viel mehr zu sehen und zu erleben. Wer also noch mehr sehen möchte, muß schon eine ganze Woche einplanen. Die beste Reisezeit ist von Mai bis Oktober. In dieser Zeit sind die Temperaturen zwar auch tagsüber angenehm warm, aber sobald die Sonne weg ist, sorgt der kühle Atlantikwind - außer im Hochsommer - für ein sehr frisches Klima. Man muß dann auf jeden Fall darauf vorbereitet sein, sich abends richtig warm anzuziehen.

Viel Spaß in Lissabon!

P.S.: Fotoshow: Straßenbahn in Lissabon. Die gemütlichste Achterbahn der Welt.

Einfach hier klicken!

http://www.t-online.de/reisen/portugal/id_62898016/die-gemuetlichste-achterbahn-der-welt.html

Lissabon und Umgebung - Reisehandbuch mit vielen praktischen Tipps

Lisbon Street Scene with Tramcar (Bild: AllPosters)

Autor seit 4 Jahren
65 Seiten
Laden ...
Fehler!