Geld sichert die Nahrung, ein Dach über dem Kopf und Kleidung - Eigentlich müsste das glücklich machen

Geld gibt es allen möglichen Formen. Als Münzen, Scheine oder Plastikgeld in Form von EC- und Kreditkarten.

Das Bezahlen mit Münzen und Scheinen kommt dem Tauschen von Gütern am nächsten. So wurde früher gezahlt: Man tauschte Waren mit anderen Leuten und beschaffte sich so die Dinge, die man brauchte. Jeder versuchte möglichst gut zu tauschen und war froh, wenn ein Handel gut geglückt war. Manch einer freute sich, wenn er jemanden übervorteilt hatte, ein anderer fühlte sich über den Tisch gezogen und wurde zornig.

Später wurde das erste Geld in Form von Münzen eingeführt. Das hatte Vorteile, die Tauschobjekte mussten nicht umsonst mitgeführt werden. Es wurde Zeit eingespart. Schnell zeigte sich, wer Geld hat, der besitzt auch Macht. Besonders wenn Geld verliehen wurde oder die Zahlung erst später fällig war. Durch diese Tatsache, dass einige viel Geld hatten und andere weniger, wurde viel Unfrieden gesät. Oft wurde das Glück an der Menge des Geldes gemessen.

Anscheinend ist jeder im Grunde dazu verurteilt, so viel Geld wie möglich zu verdienen. Für viele heißt dies, einen ungeliebten Job auszuüben und ständig darauf zu achten, dass niemand an der erreichten Position rüttelt. Es geschieht leider auch all zu oft, dass jemand sich verbiegen muss, dem Chef nach dem Munde redet und ein Magengeschwür riskiert. Ist man sein eigener Chef, besteht das Leben oft nur noch aus Arbeit, anderes bleibt auf der Strecke.
 

Hat es jemand zu Geld gebracht, kommen noch ganz andere Anforderungen dazu, außer weiterhin Geld verdienen zu müssen. Die Ansprüche werden immer höher und oft müssen Statussymbole her. Das können Autos, Immobilien, Designer-Kleidung oder Kunstgegenstände sein. Diese Liste kann beliebig erweitert werden...
Oft wird erwartet, dass der Hauptverdiener ständig die Geldbörse zückt, um Wünsche sofort zu erfüllen. Schlimm, er/sie wird oft gar nicht mehr als Mensch wahrgenommen und zahlt oft nur, um dem Gequengel der Familie zu entgehen. Manch einer gerät so in eine Schuldenspirale und wird immer unzufriedener und leidet schließlich an Existenzängsten.

Bei vielen fängt dann oft die Suche nach dem Glück an, denn Leere macht sich breit. Egal was gekauft wird, das Glück ist nicht dabei. Vielleicht verschaffen gekaufte Dinge einen kurzen Glücksmoment. Ist dieser verraucht, hat das Gekaufte oft keinen großen Stellenwert mehr. Besonders dann, wenn aus einer schlechten Stimmung oder als Ersatz für ein überfälliges Gespräch mit Freunden oder dem Lebenspartner gekauft wurde.

Glück kann nicht gekauft werden, es wird verschenkt - Oft wird das Glück gar nicht wahrgenommen

Glück hat viele Arten sich zu zeigen. Es kann ein Sonnenaufgang sein, eine besonders schöne Pflanze oder das Lächeln eines geliebten Menschen. Solch ein Anblick kann eine große Freude und innere Zufriedenheit und Ruhe hervorrufen.                                    Oft wird es gar nicht wahrgenommen, weil die nächste Präsentation ansteht...

 


Es ist auch ein großes Glück, soziale Kontakte zu haben und diese auch pflegen zu dürfen. Schön, wenn wahre Freunde und echte Liebe dabei sind.

Schade, dass die Freude darüber untergehen kann, weil das Geldverdienen nur wenig Freizeit übrig lässt. Wer nur für seinen Job und das Geld lebt, wird einsam, es bleibt keine Zeit für andere Dinge.

Das Glück, eine schwere Krankheit oder persönliche Krise zu überstehen, ist ebenfalls ein Geschenk. Beides kann nicht gekauft werden.

Leider werden solche Zeiten oft als "Ausfall" gewertet und es wird möglichst schnell wieder an die Arbeit geeilt. Der Posten könnte in Gefahr sein und die Lage muss kontrollierbar bleiben.

Glück kann auch Zufriedenheit sein.
Der Zustand der Zufriedenheit wird oft nicht angenommen. Dieser wird durch Aktionismus zerstört, weil vieles noch nicht angeschafft oder erledigt ist. Viele reden kaum noch über persönliche Dinge. Gemeinsamkeiten finden sich nur noch bei der Beschaffung von Dingen oder Events, an denen man teilnehmen oder deren Organisiation man übernehmen muss.

Geld kann ein schöner Nebeneffekt sein...

Was ich Anfang des Textes geschrieben habe, ist natürlich subjektiv, es sind meine Gedanken und Erfahrungen.

Reich sein ist nicht unbedingt erstrebenswert, wenn man genauer hinsieht. Man muss bestimmt sehr hart dafür arbeiten und das Privatleben ist stark beschnitten...
Oft wird der Betreffende auch ausgenutzt. Reiche Leute werden vermarktet, können kaum noch inkognito aus dem Haus gehen und die Zahl der Bittsteller ist enorm. Schlimm wird es, wenn finanzielle Einbußen drohen. Das Niveau, auf dem unter Umständen gejammert wird, ist für die meisten Leute wohl schwer nachvollziehbar. Das macht bestimmt einsam, zumahl die reichen Freunde oft schnell Abstand nehmen und die Paparazzi diesen Umstand schnell vermelden.
Ich finde es wichtig, das Leben so einzurichten, dass es glücklich ist.

Also eine Arbeit die Freude macht und den eigenen Wertvorstellungen entspricht. Diese sind sehr individuell. So mancher hat schon seine Ideale verraten, um reich zu werden, und konnte später nicht mehr in den Spiegel schauen.

Ein Heim, das zum Geldbeutel passt und Behaglichkeit ausstrahlt und keine Dokumentation über einen eventuellen Wohlstand ist. Eine Behausung, die einem Museum gleicht, ist kalt und abweisend.

Freunden, denen man vertrauen kann, dass sie nicht an materiellen Dingen orientiert sind. Viele, die reich geworden sind, haben Freunde, die nur an dem Geld interessiert sind. Ist das Geld weg, sind auch die Freunde verschwunden.


Sich nicht daran messen, was andere Leute besitzen. Ständiges vergleichen oder das Gefühl zu haben, an den Habseligkeiten gemessen zu werden, führt nur zu Verdruss. Wer sich ständig unterlegen fühlt, besteht zum Schluss oft nur noch aus Neid und kann sich nicht mehr freuen.

Vor niemandem kriechen, der mehr Geld hat. Er muss dadurch nicht besser dran sein, die Frage ist, ob der oder diejenige wirklich glücklicher ist.

Das Glück erkennen und annehmen, wenn es winkt. Die Freude am Leben nicht vergessen.

Möglicherweise kommt man leichter zu Geld, wenn man schon ohne Geld glücklich ist...

...weil man sich nicht auf Geld versteift hat.

 

Bilder:     Luise  / pixelio.de    Uta Herbert  / pixelio.de   Frank W. Horn


   


Autor seit 5 Jahren
50 Seiten
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