Hybridmais

Die starke Zunahme des weltweiten Mais-Ertrages ist auf die Hybridmais-Züchtung zurückzuführen, die um 1910 in den USA begann und damit den Maisanbau revolutionierte. Wenn sich Maispflanzen selbst befruchten, entstehen in der Folge Pflanzen, die schlechter wachsen und nicht sehr vital sind. Kreuzt man dagegen diese Inzuchtlinien miteinander, gedeihen diese besonders gut und führen zu hohen Kornerträgen. Nachteil: Das Saatgut für Hybridmais muss in jedem Jahr erneuert beziehungsweise neu gekauft werden, da es deutlich weniger produktive Nachkommen hervorbringt.

88 Prozent der gesamten Mais-Erzeugung in den USA ist Gen-Mais und das, obwohl der Streit um ihn dort und weltweit immer heftiger wird. Monsanto's Bt-Mais MON810 und die von BASF entwickelte Stärkekartoffel Amflora sind die einzigen gentechnisch veränderten Pflanzen, die in der EU angebaut werden dürfen. MON810 ist aber in einigen EU-Ländern umstritten und nach Frankreich, Österreich und drei weiteren Ländern gilt seit dem Frühjahr 2009 auch in Deutschland ein nationales Anbauverbot.

Mais in Lebensmitteln

In vielen Ländern Südamerikas und Afrikas ist Mais immer noch das Grundnahrungsmittel Nummer eins. Meist wird er zu Brei oder zu Fladen verarbeitet. Hierzulande schätzt man ihn als leckere Abwechslung in der Küche, als Popcorn, Cornflakes oder als Tortillas.

Maisstärke wird als Bindemittel in Suppen, Saucen und Joghurts und Desserts eingesetzt und als Zucker begegnet er uns unter den Bezeichnungen Glucosesirup, Maltose oder Fructose. Für Menschen, die an einer Gluten-Unverträglich leiden und auf glutenhaltiges Getreide verzichten müssen, ist Mais – neben Reis und Hirse – eine hilfreiche und schmackhafte Alternative.

Mais ist beliebt aufgrund seiner Vielseitigkeit und seines Nährwertes. So liefert das gelbe Korn verdauungsfördernde Ballaststoffe, Carotinoide, B-Vitamine und Mineralien wie Kalzium, Phosphor, Eisen und Natrium – wichtig für Gewebe, Muskulatur, den Energiestoffwechsel, das Nerven-und Immunsystem.

 

Mais für Bio-Energie

Steigende Ölpreise und ein größeres Ökobewusstsein haben viele Industriestaaten in den letzten Jahren dazu veranlasst, auf Biosprit aus nachwachsenden Rohstoffen zu setzen. Hierzu zählen Weizen, Zuckerrüben, Raps, Soja, Zuckerrohr und Mais. Der hohe Einsatz wird inzwischen von vielen Organisationen, unter anderem von der Welternährungsorganisation (FAO) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) heftig kritisiert, denn seit Einführung der Biokraftstoffe sind die Preise für diese Rohstoffe auf dem Weltmarkt extrem gestiegen.

Ärmere Länder, die auf Grundnahrungsmittel wie Mais angewiesen sind, können die hohen Preise nicht mehr bezahlen. So kam es zum Beispiel im Jahr 2007 in Mexiko zur Tortilla-Krise. Innerhalb eines Jahres stieg dort der Preis für Import-Mais auf das Doppelte.

Alleine in den USA, dem größten Mais-Produzenten der Welt, wird etwa ein Drittel der lokalen Maisernte zu Ökobenzin verarbeitet. Doch auch in Deutschland boomt Energie aus Mais, Weizen und Zuckerrüben und viele Bauern, die noch vor ein paar Jahren Viehwirtschaft betrieben haben, sind mittlerweile umgestiegen auf den lukrativeren Mais-Anbau und/oder den Betrieb einer Biogasanlage. Die rasante Ausbreitung solcher Anlagen wurde ermöglicht durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Auf 20 Jahre garantiert der Staat feste Einnahmen für aus Biogasanlagen produzierten Strom.

 

Mais im Futtertrog

Der größte Teil der weltweiten Mais-Ernte wandert in das Tierfutter, wobei hierfür nicht nur die Körner und Kolben genutzt werden, sondern die ganze Pflanze. Der weltweit nach wie vor steigende Fleisch-und Milchkonsum verursacht somit einen erheblichen Anteil an der gestiegenen Mais-Produktion.

Im Silomaisanbau wird der Mais noch vor der Reife der Körner abgemäht, gehäkselt und zu Silage (durch Gärung konserviertes Grünfutter) verarbeitet. Einer Statistik des Deutschen Maiskommitees aus dem Jahre 2010 zeigte, dass der Silomaisanbau in Deutschland bereits in diesem Jahr rund 80 Prozent des Gesamtmaisanbaus ausmachte.

Mais als Plastikersatz

Das Aufkommen von Plastik hat weltweit dramatische Ausmasse angenommen und gefährdet sowohl Menschen als auch Tiere. Es erscheint daher unumgänglich, den Verbrauch zum einen drastisch zu reduzieren, zum anderen aber auch kurzfristig ökologisch unbedenklichere Alternativen zu erschaffen.

Der deutsche Landwirt und Unternehmer Hubert Loick will mit seinen Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen die Welt erobern und eine neue Ära einzuleiten. In Europa ist er inzwischen damit Marktführer. So hat er in den letzten Jahren zahlreiche neue Produkte auf der Basis von nachwachsenden Rohstoffen auf den Markt gebracht, u.a.

  • Verpackungs-Chips auf der Basis von Mais

  • Stylische Einweg-Schalen, -Teller, -Trinkbecher auf der Basis von Palmblättern, Zuckerrüben und Mais. Besonders daran ist, dass seine Produkte gut abzuspülen und mehrfach zu verwenden sind.

  • Bio-Kunststoff aus Mais, woraus Bestecke gefertigt werden, die viermal schwerer sind als Kunststoff.

  • Kinderspielzeug ''Playmais''. Die bunten Mais-Chips bestehen lediglich aus Maisgriess, Lebensmittelfarbe, Wasser und Luft und können durch Speichel oder Wasser leicht zusammengeklebt werden, was der Wasser bindenden Maisstärke zu verdanken ist. Ein Grund, warum sie unter anderem auch in der Papier-, Verpackungs- und Textilindustrie zum Einsatz kommt.

Alle Produkte von Hubert Loick sind vollständig biologisch abbaubar. Die Abfälle aus seiner Produktion werden einfach kompostiert und speisen später eine Biogasanlage.

 

Hubert Loick's Mais-Erfindungen

Die Gefahr der "Vermaisung"

Die Abfälle aus der Mais-Produktion werden kompostiert und der Kompost speist letztlich eine Biogasanlage. Das darin erzeugte Gas dient der Strom-und Wärmeproduktion und der übrig bleibende flüssige, biologische Dünger wird erneut auf die Felder gebracht für neuen Mais. Ein sinnvoller geschlossener ökologischer Kreislauf, der die Natur nicht schädigt, sofern der Maisanbau nicht ausufert, wie es in einigen Regionen Deutschland seit einiger Zeit bereits der Fall ist.

Fast 20 Prozent der deutschen Ackerfläche sind inzwischen mit Mais-Monokulturen bebaut. Die Vermeisung der Landschaft" mit ihrem hohen Dünge-und Spritzmitteleinsatz hat Folgen für Menschen, Grundwasser uns die Umwelt. Proteste von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen nehmen zu und die Politik ist gefordert, zu reagieren.
Auch aus anderen Ackerfrüchten läßt sich Energie gewinnen, aber keine Frucht produziert so viel Biomasse wie Mais.

 

Der übermäßige Mais-Anbau schadet Boden und Umwelt

Fazit

Der Mais ist eine wertvolle, vielseitige und unverzichtbare Pflanze, aber auch bei ihrem Anbau geht es darum gehen, Schaden und Nutzen für Menschen und die Natur gut abzuwägen.

 

Weitere Quellen:

Deutsches Mais-Kommittee

Transparenz Gentechnik

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