Egal, ob es sich um soziale Fragen, Umweltschutz, den Weltfrieden oder wirtschaftliche Dinge handelt: Auf diesem Planeten liegt gewaltig viel im Argen. Doch wie könnte es sein, wenn der Kreislauf aus immer mehr, immer schneller, immer teurer endlich durchbrochen würde? Wäre es nicht schön, den übermächtigen und gierigen Zeitgenossen einmal so richtig Sand ins Getriebe zu streuen? Die nachfolgende, sehr unvollständige, Ideenliste soll allerdings kein Konzept zur Weltverbesserung darstellen. Sie ist vielmehr stark idealistisch und scheitert natürlich an der Realität. Aber man wird ja wohl mal träumen dürfen...

Idee Nr. 1: Rating-Agenturen herabstufen

Fast jede Woche ist es in den Nachrichten zu hören: Eine große Rating-Agentur stuft die Kreditwürdigkeit eines Landes oder einer Bank medienwirksam herab. Es folgt stets der gleiche Prozess: Die Betroffenen können sich frisches Geld bestenfalls noch zu exorbitanten Zinsen leihen, was ihre wirtschaftliche Situation weiter verschärft. Was wir hier erleben, ist eine so genannte selbst erfüllende Prophezeiung. Übertrieben gesagt wird hier behauptet: XYZ ist pleite. Daraufhin ziehen sich andere Marktteilnehmer vorsichtig zurück, und XYZ steuert nun wirtschaftlich tatsächlich in Richtung Abgrund.

An dieser Stelle sei daran erinnert, dass auch die angeblich so weitsichtigen Rating-Agenturen den Finanzcrash von 2008 nicht verhindert haben. Eigentlich wäre es also ganz leicht, das teuflische System zu durchbrechen. Schlagt die Rating-Agenturen mit ihren eigenen Waffen! Stuft ihre Glaubwürdigkeit herab! Wie? Ganz einfach: Politiker und Konzernlenker müssten lediglich die permanenten Unkenrufe der Rating-Agenturen konsequent ignorieren....

Idee Nr. 2: Die Bankenpleite kann uns egal sein

Wir leben in einem kapitalistischen System. Das mag nicht jedem gefallen, ist aber mangels echter Alternativen einfach eine Tatsache. Der Kapitalismus hat eine Grundregel: Wer am Markt versagt, scheidet aus. Kleine Unternehmer bekommen dieses Credo in ganzer Härte zu spüren. Nicht so manche Banken. Weil im Fall einer drohenden Bankenpleite das ganze Wirtschaftsgefüge erschüttert würde, fließen notfalls reichlich Staatshilfen zur Erhaltung der Kreditinstitute. Das muss eigentlich nicht sein. Banker, die unser Geld an der Börse verzockt haben, sollten nicht noch mit Steuergeldern belohnt werden. Ihr Politiker: Lasst die Banken ruhig Pleite gehen. Verwendet die milliardenschweren Hilfen aus Steuergeldern lieber, um die Einlagen der betroffenen Bankkunden zu sichern...

Idee Nr. 3: Verweigerung an der Tanksäule

Es ist ein übles Spiel, dem wir seit Jahren anscheinend  hilflos ausgeliefert sind. Die Kraftstoffpreise steigen stetig an. Sinken sie doch einmal kurzzeitig, fällt die darauf folgende Steigerung umso heftiger aus. So kommt es, dass sich bei Literpreisen, die vor wenigen Jahren noch jeden abgeschreckt hätten, heute lange Schlangen vor den Tankstellen bilden. Es scheint relativ egal zu sein, ob das Rohöl am Weltmarkt gerade billiger oder teurer wird. Für eine Preissteigerung findet sich immer eine dreiste Ausrede: Die Staatskrise in irgendeinem entfernten Land, eine Naturkatastrophe oder die gestiegene Nachfrage (Ganz nebenbei: Wer zwingt die Konzerne eigentlich, bei höherer Nachfrage die Preise anzuheben?).  Da helfen auch die immer gleichen Spartipps des ADAC nichts. Wer sie vor 20 Jahren schon beherzigt hat, kommt heute trotzdem teurer als damals. Auch die bisherigen Regierungen, ob nun konservativ-liberal oder links, zeigten eher halbherzig Interesse an einer Änderung dieser Zustände. Immerhin verdient der Staat über gleich drei Steuern (Mineralöl-, Öko- und Mehrwertsteuer) an jeder Preissteigerung mit.

Eigentlich ist es schon längst überfällig, den Preistreibern zu zeigen, dass ihr wirtschaftliches Wohlergehen von uns Verbrauchern abhängt. Wenn nur eine einzige Woche lang in Deutschland kein Liter Kraftstoff mehr verkauft würde, kämen die Ölkonzerne sicherlich gewaltig ins Grübeln. Aber auch das wird wohl nur ein schöner Traum bleiben...

Autor seit 5 Jahren
97 Seiten
Laden ...
Fehler!