Herdentrieb oder Individualismus

Drei Bilder - aber ein Phänomen!

Was ­bringt uns dazu auf der einen Seite geduldig zu warten und uns auf der anderen Seite rücksichtslos den Weg zu bahnen? 
Einfach Egoismus oder doch eher der Herdentrieb? 

Warum dauert das da vorne so lange? Geht das nicht schneller! Komm lass uns sehen ob wir uns nicht ein paar Schritte vortasten können. So geduldig und diszipliniert wir uns auch bei unvermeidlich erscheinenden Situationen in die Schlange einreihen............ ob im Supermarkt, am Flughafen, auf der Autobahn oder beim Schlussverkauf irgendwann reißt einem der Geduldsfaden. Hauptsache keine Zeit ­verlieren - nicht der Letzte in der Reihe sein! Unnötiger Stress der einen in den seltensten Fällen wirklich nach vorne bringt und auch nicht wirklich garantiert, dass wir Zeit sparen. 

Was treibt uns an in bestimmten Situationen stundenlang fatalistisch auszuharren, um sich dann morgens beim Einsteigen in die Bahn durch die Aussteigenden durchzudrängen - nur um dann doch keinen Sitzplatz zu bekommen. Sich beim Konzert bis zur Bühne vorzudrängen, obwohl man doch erst in letzter Minute eingetroffen ist! Auf der Autobahn alles aus dem Weg zu drängen; nur um ein paar Minuten herauszuschinden.Sich in Hast oder Panik mit der Menge mittreiben zu lassen. 

Es gibt immer Menschen, die es ganz einfach eilig haben, weil die Zeit bereits drängt- aber all die anderen, die dem Anschein nach eigentlich gar nicht in Eile sind - was treibt diese Menschen an? Herdentrieb? So sehr die Meinungen über die Ursache auseinandergehen - das in bestimmten Situationen eine automatische Dynamik entsteht der alle zielgerichtet folgen ist offensichtlich. 

Was ist es dann, wenn nicht die Macht der Masse die uns dazu bringt, in bestimmten Situationen dem Strom zu folgen? Oder einfach nur der Geist dieser Zeit? Mitnichten!
Ansammlungen gab es schon immer zu Anlässen, die viele Menschen zugleich an einen Ort ziehen. Nicht nur in der Großstadt, - ob bei Stammesversammlungen, an Markttagen, Konventen, Hinrichtungen, Aufständen - die Masse kann uns im Positiven aber auch im Negativen mitreißen, um ein Ziel zu erreichen.
Ob das alles geordnet vonstattengeht oder im Chaos endet, entscheiden von äußeren Umständen abgesehen oft nur Details aus der Situation heraus. Ein enger Durchgang, etwas bedrohlich Wirkendes, Hitze, Kälte, Sympathie, Antipathie und viele weitere Kriterien.

Nicht allein ein Problem unserer Zeit:

Wer erinnert sich nicht mehr an die Bilder in den Fernsehnachrichten zur Eröffnung des Sommerschlussverkaufs! ­Massen von Hausfrauen. Wer da im Weg stand, konnte sich gerade noch mit einem Sprung zur Seite retten, oder sich in den Strom einreihen. Ebenso das Gedränge an den Wühltischen. Einkaufsfreude erst ­ein Mal ­fehl am Platz. Das ultimative Schnäppchen könnte ja schon weg sein. Ein Triumphgefühl stellt sich bei Erfolg sicher ein - in jedem Fall Stress pur. 

 
Wie geruhsam ist einem da noch in der Kindheit - das Anstehen am ­Pommes Stand im Schwimmbad in Erinnerung. Interessiert zusehend, wie der frische Pommes Teig durch eine Presse direkt in das heiße Fett gedrückt wurde.Bis irgendwann die Frage aufkam- warum hast Du denn so lange da gebraucht. ­Gebrauche doch endlich ­Deine Ellbogen und setz Dich durch. Das Ziel einen vergnüglichen und geruhsamen Tag im Familienkreis zu verbringen von den Eltern dabei völlig außer Acht gelassen. Statt dessen bleibt uns in Erinnerung das nächste Mal muss ich schneller sein, um auch wirklich zum Ziel zu kommen. 
Natürlich hindert uns diese Erinnerung nicht daran, unseren Alltag für uns zu gestalten - nichtsdestotrotz uns die längst vergessene Erinnerung an solche Bemerkungen unbewusst prägt. 

Irgendwann wundern wir uns, warum wir entweder überall irgendeine Wand aus Masse wegdrücken müssen, um überhaupt weiterzukommen, anstatt hilflos zuzusehen, wie die Menge einen überrennt.

Oder wir laufen einfach mit - und haben damit den geringeren Wiederstand und weniger Anstrengung. So müssen wir weniger umdenken und haben im ersten Moment gefühlt weniger Stress. 

Wieder einen Drängler morgens auf der Autobahn ausgebremst zu haben gibt einem auch ein gewisses Triumphgefühl, genau wie die Menschen, die ich einfach weggeschoben habe - um endlich an das Ausverkauf Schnäppchen zu kommen, oder um mir meinen Weg schneller zu bahnen. 
Sich einfach mittreiben zu lassen oder dagegen ankämpfen. Leistungskompetenz als Schutz? 
Entspannen? Daheim im Kreis der Lieben? Oder doch lieber tief durchatmen und durch! 

 
 

Anerzogen? 
Unbewusst werden wir alle auch von unserem ersten Umfeld geprägt. Allerdings vermischen sich diese Erfahrungen mit den vielen weiteren die wir im Laufe des Lebens machen.

 
Natürlicher Ehrgeiz?
Nicht alle Menschen haben den gleichen Ehrgeiz, und doch treffen immer wieder Massen in wie auch immer gearteten Stresssituationen die gleichen Entscheidungen. 

 
Evolutionsbedingt? Doch der Herdentrieb - So wie die Masse sich in Gefahrensituationen immer aneinander orientiert oder schließlich dem erkannten Leitbild folgt? 

 
Oder einfach der ganz normale Alltag? - Oder gibt es mittlerweile einfach nur zu viele von uns, so das Wir uns einfach nicht mehr entziehen, können und die durch die Masse untereinander kommunizierten Entscheidungen einfach mittragen? 

 
Da scheiden sich die Geister! Was für den einen normal ist, bestätigt für den anderen den gestressten Lebensstil unserer Zeit.

 
Also am besten einfach mitschwimmen und den so aufgebauten Stress beispielsweise bei einem Wellnesstag abbauen. Im Moment entspannen - einfach nur ein bisschen Zeitmanagement kombiniert mit Wohlfühlmomenten? 

 
Die Kunst ist alles unter einen Hut zu bringen und sich nicht unnötig in Stresssituationen zu bringen. Den eigenen Handlungsspielraum besser einzuschätzen. Einfach die Tagesorganisation entzerren. 

 

- der eigenen Planung mehr Luft geben, und unerwartetes flexibel miteinbeziehen 
- Entspannungstechniken sollen helfen oder einfach innehalten - tief ausatmen

- alles was uns selbst entspannt, und wenn es nur das Glas Wein nach einem stressigen Arbeitstag ist 
- unsere Denkmuster grundlegend ändern ( kollektive Wahrheiten hinterfragen - wir rennen ja auch nicht alle über den Abgrund!) 

- muss ich diesen Zug nehmen? Muss ich als erster einsteigen?
- und unsere Mitmenschen mit einem Augenzwinkern Mensch sein lassen............ 

 

Das bleibt am Ende dem Einzelnen überlassen - 

 
und das ganz individuell morgens beim Kampf um den Sitzplatz in der U-Bahn. 

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