Barfuß gehen ist gesund!

Selbstverständlich ist jedes barfüßige Laufen auf Naturböden (z.B. Sandboden) dem von Schuhen behinderte Gehen vorzuziehen. Die MBT-Schuhe bieten da Abhilfe, denn kaum Jemand kann es sich erlauben, barfuß zur Arbeit zu gehen.

Analysiert man die Fußbewegungen beim Barfußgehen, dann ist zu beobachten, dass der Fuß des nach vorn schreitenden Beines mit den Zehen auf den Boden gesetzt wird. Dabei findet eine Beugung der Zehen, eine Greifbewegung statt, die sich über Muskelketten auf das Kreuzbein auswirkt. Gleichzeitig wird die Ferse vom Boden abgehoben.

Auf der anderen Seite, der Rückschrittseite, wird im gleichen Moment die Ferse belastet und der Vorfuß, sowie die Zehen angehoben. Die Ferse drückt sich in den Sand. Diese Bewegungen der Füße setzen sich bis in die Wirbelsäule fort.

Die Auswirkung unterschiedlicher Absatzhöhen

Da fallen spontan Bleistiftabsätze ein. Zehn und mehr Zentimeter Absatzhöhe zwingen die Wirbelsäule zu einem Hohlkreuz. Wären die Trägerinnen derartig hoher Absätze in ihrer Lendenwirbelsäule versteift, würde als sich das Hohlkreuz also nicht erzwingen lassen, müssten die im wahrsten Sinn des  des Wortes "auf die Schnauze fallen.

Je höher der Absatz, desto hohler die Lendenwirbelsäule!

Hohl- und Flachrücken im Schrittwechsel

Training oder Vergewaltigung der Wirbelsäule?

Als in den siebziger Jahren Negativabsätze propagiert wurden, gab es einen Zulauf von Patienten mit Rückenbeschwerden. Es handelte sich um Personen, die von normaler Absatzhöhe zu Negativabsätzen gewechselt hatten. Durch die so erzwungene Umstellung der Lendenwirbelsäule in Richtung Flachrücken traten Beschwerden auf. Die Umstellung der Wirbelsäulenform in Kombination mit einem Muskelkater dürfte dafür verantwortlich gewesen sein.

Der MBT-Schuh vereinigt zwei gegensätzliche Absatzhöhen: die des hohen Absatzes und die eines Negativabsatzes. Beim Gehen zwingt das nach vorn gestellte Bein die Lendenwirbelsäule auf seiner Seite ins Hohlkreuz und gleichzeitig wird auf der anderen Seite, auf der Seite des in Rückschrittposition befindlichen Beines, ein Flachrücken erzwungen. Dazu kommen - ebenfalls gleichzeitig - gegensätzliche Drehungen um die Längsachse der Wirbelsäule. Dadurch wird die Werbeaussage, der MBT-Schuh sei ein Trainingsgerät voll bestätigt. Allerdings geschieht das mit der Vehemenz einer Dampframme. 

Dieses Training ist bei Gesunden sicherlich zu begrüßen, da neben der Stärkung der Fuß- und Beinmuskulatur die Mobilität in der Wirbelsäule gesteigert wird. Die Zunahme der Beweglichkeit betrifft aber keinesfalls nur die Lendenwirbelsäule, sondern wirkt sich auf die alle, auch weiter oben befindlichen Abschnitte aus.

Vorsichtig sollten jedoch ältere Personen sein, deren Wirbelsäule sich im Lauf der Jahre versteift, "eingemauert" hat. Derartige Versteifungen haben zumeist gute Gründe. Schäden der Bandscheiben und die der Wirbelgelenke werden vom Körper, um die beschädigten Strukturen zu schonen, versteift. Bis dahin vergehen aber mitunter einige von Beschwerden gekennzeichneten Jahre. Sofern nun durch das "Training" mit diesen Schuhen die fehlende Beweglichkeit wieder hergestellt wird, besteht die Gefahr, dass das uralte Leiden wieder aktiviert wird.

Das Gegenteil der "High Heels" wurde ebenfalls vermarktet, die sog. "Negativabsätze". Dabei war der Vorfuß um ca.1-2 cm erhöht und die Ferse demgegenüber etwa 1-2 cm tiefer angelegt. Beim Tragen kam es deshalb zur Aufhebung der normalen konkaven Krümmung der Lendenwirbelsäule, zur Ausbildung eines zumindest tendenziellen Flachrückens. 

Je weniger hoch ein Absatz, desto flacher der Rücken!

Der MBT-Schuh vereinigt beide Absatzformen, da seine Absatzhöhe zwischen mindestens 4 cm Stöckelschuh und 4 cm Negativabsatz - mit jedem Schritt - wechselt. Der Trainingseffekt dieses Schuhs liegt somit nicht nur in der Stärkung der Bein- und Rückenmuskulatur, sondern  auch in der Wiederherstellung der Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule und vermeintlicher Stärkung der Rückenmuskulatur.

Die operierte Wirbelsäule

Bei Bandscheibenoperationen werden die den Spinalnerv umgebenden und komprimierenden Gewebe abgetragen und Nerv so aus seinem "Schraubstock" befreit. Als Folge entsteht, ohne dass es beabsichtigt ist, eine Immobilität der benachbarten Bewegungssegmente. Diese Versteifungen sind gleichsam Sicherung gegen Rückfälle, denn wo sich nichts bewegt, kann auch kein Schmerz auftreten.

Diese Unbeweglichkeiten lassen sich durch tägliche Bewegungen, ja selbst durch Wirbelsäulengymnastik nicht ohne weiteres mobilisieren. Dass eine operierte Wirbelsäule nach einiger Zeit wieder ihre (scheinbar) normale Beweglichkeit zurück erhält, ist damit zu erklären, dass unbeteiligte Bewegungsabschnitte beweglicher werden.

Mit MBT-Schuhen werden diese schützenden Unbeweglichkeiten zwangsläufig, um nicht zu sagen gnadenlos, mit großhubigen Bewegungen in der Wirbelsäule mobilisiert. Die Gefahr der Komplikationen steigt mit der Anzahl operierter Vorfälle. Einige operierende Orthopäden haben das ebenfalls erkannt und sehen deshalb diese Schuhe als kontraindiziert an. Argumente, die sich bei Verkäufern nicht herumgesprochen haben. Hier wird lediglich gesagt, dass in den ersten 6 bis 12 Wochen nach der OP diese Schuhe nicht benutzt werden sollten. 

Fazit

MBT-Schuhe sind mit Sicherheit für gesunde Wirbelsäulen eine großartige Möglichkeit die Beweglichkeit zu erhalten, die Muskulatur und die Haltung zu verbessern und selbst bei Skoliosen haben sie oftmals sichtbaren normalisierenden Einfluss.

Bei schwer geschädigten oder bereits operierten Wirbelsäulen, insbesondere dann, wenn nach der OP noch Schmerzen bestehen, sollte m. E. vom Gebrauch abgesehen werden.

Da die Schuhe verhältnismäßig teuer sind, könnte es sich lohnen versuchsweise, die gewohnten Absatzhöhen zu verändern. Sofern bereits dabei zusätzliche Beschwerden auftreten, die nicht nach einem Tag von selbst wieder abklingen, sollte das als Hinweis gewertet werden auf das "Trainingsgerät MBT-Schuh" zu verzichten.

Klaus_Radloff, am 24.11.2012
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