Wie ich meine eigenen Grenzen verschiebe

Ich als Modell, mit meinem Mollenfriedhof und mit über 50? Nein, das konnte ich mir lange nicht vorstellen. Sehe ich mir heute die Aufnahmen an, frage ich mich, warum ich nicht früher vor der Kamera stand. Denn so wie jede Frau schön ist, denn Hässlichkeit liegt immer in der subjektiven Betrachtung der Männer, so sind auch alle Männer schön, auch wenn der Bauch mehr zu sehen ist.

Der Reiz für mich bei diesem Abenteuer war einfach, was macht es mit mir, wie fühle ich mich während des Shootings und anschließend?

Ganz einfach, es war eine tolle Erfahrung, ein Ausloten und Verschieben meiner eigenen, geistigen Grenzen. Ich bin das, was ich tue, und ich tue das, was ich möchte und was aus mir und meinem Unbewussten kommt.

Und für diese Erfahrung bin ich dankbar.

Ein langsames Herantasten

Die Geschichte begann in einem kleinen Café in Berlin-Friedrichshain. Erinnerungen stiegen aus meinem Unbewussten auf, hatte ich doch doch hier vor Jahren meine ersten Auftritte als Autor, auf einer Lesebühne. Egal, ich lebe im Hier und Heute. 
Wir plauderten angeregt, über gesellschaftliche Entwicklungen, das Leben allgemein und kamen allmählich zum Grund unseres Treffens. Die Chemie stimmte, und wir vereinbarten einen Termin für eine weitere Begegnung, er hinter, ich vor der Kamera. So wollte ich es, hatte mir schon Posen ausgedacht. 

Es war eine kurze und unruhige Nacht. Wirre Träume hingen wie Nebelschwaden im Raum und ließen sich nicht zusammenfügen. Egal, erst mal Kaffee, am Besten viel und stark und gleich in die Thermoskanne kippen. Duschen, rasieren, warum vergeht die Zeit heute so schnell? 

Wir sitzen in meiner Küche, schlürfen Kaffee und plaudern. Langsam gleiten wir in diese Stimmung, die erfolgreiches Shooting wohl erst möglich macht. Eine leichte und lockere Atmosphäre baut sich auf. Ich beginne mich langsam zu entkleiden und pose ziemlich unsicher. Es dauert, ehe ich bei mir ankomme, Sicherheit gewinne und souveräner mit mir umgehe. Mein Fotograf dirigiert mich behutsam, da eine kleine Korrektur in der Körperhaltung, hier den Kopf ein wenig gedreht. Er entwickelt eigene Ideen, wir harmonieren miteinander, es macht Spaß und unsere Phantasie entwickelt neue Möglichkeiten. 

Eine Pause, Kaffee und Aufnahmen in der Küche, mit in die Serie integriert. Nackt im Türrahmen, Spielereien mit Hut, die Kreativität sprießt und gebiert neue Varianten. 

Nach 3 Stunden, Ende und die Fotos werden auf meinen PC aufgespielt. Erstes Staunen, tolle Aufnahmen. Ein zweites Shooting wird vereinbart, in einigen Monaten, wenn die Natur aus dem Winterschlaf erwacht und nicht nur die Knospen sprießen. 
Es war eine tolle Erfahrung und ich sage DANKE an meinen Fotografen.

Ich bin Systemischer Coach mit der Spezialisierung auf Menschen mit Angststörungen, Phobien und Panikattacken und lebe sowie arbeite in Berlin. Und manchmal muss ich verrückte Ideen ausleben.... 

http://angstberatung-berlin.de/

Autor seit 2 Jahren
89 Seiten
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