Informationen zur künstlichen Befruchtung

Viele Paare wünschen sich nichts sehnlicher, als eine Familie zu gründen und ein Kind zu haben. Leider können sich viele diesen Wunsch aufgrund körperlicher Unzulänglichkeiten bei einem der beiden Partner nicht erfüllen. Nicht wenige Ehepaare leiden unter diesem Umstand und immer wieder zerbrechen auch langjährige Beziehungen an der Unmöglichkeit der Elternschaft. Paare, die sich in einer solchen Situation befinden, haben aber die Möglichkeit, sich durch eine künstliche Befruchtung ihren Kinderwunsch doch noch zu erfüllen.

Für wen ist die künstliche Befruchtung geeignet?

Paare, die im normalen Umfang in der Lage sind, Kinder zu bekommen, nutzen die künstliche Befruchtung nur sehr selten. Vor allem Paare, bei denen entweder der Mann oder die Frau aufgrund physischer oder psychischer Erkrankungen nicht zur Befruchtung in der Lage ist, werden sich für eine künstlich herbeigeführte Schwangerschaft entscheiden.

Welche Methoden zur künstlichen Befruchtung gibt es?

Um eine Schwangerschaft hervorzurufen, gibt es verschiedene Methoden. Am häufigsten wird die Intrauterine Insemination praktiziert. Hierzu werden die (im Labor gesäuberten und aussortierten) Samenzellen zum Zeitpunkt der höchsten Fruchtbarkeit der Frau (diese wurde vorher geschätzt bzw. künstlich hervorgerufen) mit Hilfe eines Katheders in die Gebärmutter injiziert. Dadurch werden sie in unmittelbarer Nähe zur Eizelle platziert und es besteht eine größere Chance zur Befruchtung.

Eine weitere, häufig verwendete Methode ist die In Vitro Fertilisation. Bei dieser Form der künstlichen Befruchtung werden entnommene Eizellen und vorher ausgesuchte Samenzellen in einem Reagenzglas zusammengebracht, was im Idealfall zur Befruchtung der Eizelle führt. Eine knappe Woche nach der Befruchtung werden die Zellen dann in die Gebärmutter eingebracht, wo sie sich weiter entwickeln können.

Bei der Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) wird eine einzige Samenzelle in die Eizelle eingepflanzt und auf diese Weise die Befruchtung vollzogen. Diese Methode kommt allerdings nur dann zur Anwendung, wenn die In Vitro Fertilisation nicht erfolgreich war. Ursache hierfür ist meist die geringe Beweglichkeit bzw. Anzahl der Samenzellen. Ein weiterer Grund kann das Vorhandensein von Spermien-Antikörpern sein.

Eine Sonderform der künstlichen Befruchtung ist die Testikuläre Spermien Extraktion mit ICSI. Hier wird das Spermium nicht aus einem Ejakulat entnommen, sondern direkt aus den Hoden des Mannes. Ansonsten gleicht die Vorgehensweise der ICSI-Methode.

Besonderheiten bei der künstlichen Befruchtung

Wer sich für eine künstliche Befruchtung entscheidet, muss vorher eventuell die Frage klären, ob die Samenzellen des eigenen Partners oder eines unbekannten Samenspenders genutzt werden sollen. Produziert nämlich der Partner keine zeugungsfähigen Spermien bzw. existiert kein männlicher Partner, erübrigt sich diese Frage und eine donogene bzw. heterologe Semination wird automatisch zur besten Methode. Viele lesbische Frauen entscheiden sich beispielsweise für eine künstliche Befruchtung. Von ihnen wird häufig die Becher-Methode verwendet. Hierbei wird die Samenspende zuhause, direkt nach der Ejakulation des Spenders, mittels einer Spritze in die Vagina injiziert. Allerdings muss bei dieser Methode der ideale Zeitpunkt getroffen werden. Diese Art der künstlichen Befruchtung ist nötig, da in den Richtlinien der Bundesärztekammer festgeschrieben ist, dass die künstliche Befruchtung nur bei verheirateten oder in einer festen Partnerschaft lebenden Paaren zur Anwendung kommen darf. Inzwischen führen dennoch immer mehr Ärzte auch bei lesbischen Paaren bzw. alleinstehenden Frauen solche Eingriffe durch.

Rechtliche Probleme und Gefahren der künstlichen Befruchtung

Der dem Staat obliegende Schutz menschlichen Lebens sowie ethisch/moralische Überlegungen haben zu einer mehr als komplizierten, gesetzlichen Lage in Bezug auf die künstliche Befruchtung geführt. Es gibt bisher keine gesamteuropäische Rechtsprechung in diesem Bereich. So ist beispielsweise die Spende von Eizellen in Deutschland, im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Staaten, nicht erlaubt. Wer eine künstliche Befruchtung im Ausland in Betracht zieht, sollte sich daher immer über das jeweils geltende Recht informieren. Auch die Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen unterliegt sehr unterschiedlicher Handhabung.

Zu bedenken sind aber auch die Gefahren, die eine künstliche Befruchtung mit sich bringen kann. So kann eine solche beispielsweise zu einer Mehrlingsschwangerschaft und den damit verbundenen Risiken (Frühgeburt, Fehlgeburt, Absterben von Föten während der Schwangerschaft) kommen. Hinzu kommt die Gefahr des mehrmaligen Nichterfolges, durch den es zu großen, psychischen Belastungen der Eltern kommen kann. Als Vater der künstlichen Befruchtung gilt der britische Forscher und Nobelpreisträger 2010, Robert Geoffrey Edwards.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

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