Der Namensgeber von Murphys Gesetz

Murphys Gesetz geht auf den US-Amerikaner Captain Edward Aloysius Murphy zurück (11. 1. 1918 – 17. 06. 1990). Jener war im Zweiten Weltkrieg Bomberpilot und leitete anschließend als Ingenieur die Bau-Abteilung des Wright Air Development Centers in Ohio. Zu seinen Aufgaben zählte auch die Konstruktion von Pilotensitzen. Ein vergleichsweise harmloser Vorfall während dieser Arbeit sollte unbeabsichtigt den Mythos um Murphys Gesetz begründen.

Wie Murphys Gesetz entstand

Der zweite wichtige Mann bei der Entstehung von Murphys Gesetz hieß Major John Paul Stapp (1910-1999). In der kalifornischen Mojave-Wüste arbeiteten beide Männer an einem Unfall-Sicherheitssystem für Piloten. Während Murphy meist die Laborarbeit übernahm, fungierte Major Stapp als Testpilot. Bei einem der Versuche versagte ein von Murphy erfundenes Messgerät. Murphy überprüfte die Sache persönlich und stellte fest, dass ein Mechaniker das Instrument lediglich falsch angeschlossen hatte.

Kurz danach verwies Major Stapp während einer Pressekonferenz auf den hohen Sicherheitsstandard der Testreihe, welche sich streng an Murphys Gesetz orientiere. Auf Nachfrage eines Reporters erläuterte John Paul Stapp den "Gesetzesinhalt" und zitierte dabei angeblich Captain Murphy: "Wenn etwas schief gehen kann, dann geht es auch schief!". Tatsächlich jedoch stimmten weder die Formulierung noch der Sinn des Zitats mit Murphys ursprünglicher Aussage überein.

Was Murphy wirklich sagte

Bei dem Vorfall mit dem falsch angeschlossenen Messgerät hatte Murphy sich eigentlich nur abfällig über den unglücklichen Mechaniker geäußert, weil durch solche Fehler auch die beste Erfindung nicht funktionieren könne. Murphys Formulierung lautete übersetzt ungefähr:

Wenn es mehr als eine Möglichkeit gibt, eine Sache zu erledigen, und eine davon endet im Desaster, dann findet sich jemand, der genau diese Möglichkeit ausprobiert.

Im erweiterten Sinn lässt sich dies natürlich so auslegen, dass bei einer Konstruktion auch die abwegigste Gefahr einkalkuliert werden sollte. Die kurze Formulierung "Alles was schief gehen kann, geht auch schief!" beschreibt jene Auslegung von Murphys Worten tatsächlich am griffigsten.

Beispielhafte Ableitungen von Murphys Gesetz

Die durch Major Stapp als Murphys Gesetz offerierte Version verbreitete sich nicht nur weltweit, sondern sie fand auch zahlreiche Ableitungen, so dass es heute sogar ganze Bücher über Murphy, sein Gesetz und entsprechende Varianten gibt. Als Ableitungen gelten unter anderem:

  • Man findet einen verlorenen Gegenstand erst dann wieder, wenn man ihn ersetzt hat. Die Fundstelle ist der Ort, der am wenigsten in Frage kommt.
  • Man bekommt nur einen Bankkredit, wenn man beweisen kann, dass man ihn nicht braucht.
  • Im Supermarkt stellt man sich an der kürzesten Schlange an, welche dann aber am langsamsten vorankommt.
  • Vögel lassen ihre Kleckse immer dann auf ein Auto fallen, wenn es gerade gewaschen wurde.

Erklärbare Ableitungen

Unter den unzähligen Varianten von Murphys Gesetz gibt es jedoch auch einige, deren scheinbar verblüffender Inhalt durchaus erklärbar ist, so wie bei diesen beiden Beispielen:

  • Eine falsch gewählte Telefonnummer ist nie besetzt. Logisch, denn anderenfalls erfährt man ja nicht, dass die falsche Nummer gewählt wurde.
  • Schecks gehen in der Post verloren, Rechnungen nie. Das erscheint verständlich. Falls wirklich jemand fremde Post öffnet, wird er natürlich nur die Schecks an sich nehmen.

Die Sache mit dem Butterbrot

Gern wird auch der folgende Satz zu Murphys Gesetz gezählt: "Versehentlich fallen gelassene Butterbrote treffen meist mit der belegten Seite auf dem Boden auf." Dieser Sachverhalt fand allerdings schon in der Zeit vor Murphys Gesetz Beachtung. Überliefert ist das Phänomen unter anderem durch jiddische, englische und deutsche Texte früherer Jahrhunderte.

Zweifelsfrei zu Murphys Gesetz zuordnen lässt sich jedoch eine Erweiterung der Sache mit dem Butterbrot: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Brot mit der gebutterten Seite zu Boden fällt, steigt proportional zum Wert des Bodenbelags!

 

Autor seit 5 Jahren
97 Seiten
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