Die Geschichte der afrikanischen Musik

In Kolonialzeiten war es in vielen afrikanischen Ländern verboten, traditionelle Musik aufzuführen und zu praktizieren. Dennoch verbreitete sie sich gerade wegen der Kolonisierung und dem Sklavenhandel in der ganzen Welt und beeinflusste immer wieder später aufkommende Musikrichtungen. Millionen von Sklaven wurden von Afrika vor allem nach Nord- und Südamerika transportiert. In Südamerika und in der Karibik wurde die afrikanische Musik nie verboten und beeinflusste daher die hiesige Musikwelt. So entstand zum Beispiel der Calypso, geprägt durch den Einfluss von afrikanischen Arbeitsliedern. Doch auch andere Musikrichtungen enstanden in Südamerika und der Karibik durch den afrikanischen Einfluss wie zum Beispiel Merengue, Beguine, Tango, Samba, Candombey, Rumba, Muntuno, Salsa, Cha Cha Cha, Bolero, Reggae, Ska und anderes. In Nordamerika war es den Sklaven zunächst auch verboten zu trommeln und ihre Musik aktiv aus zu leben, deswegen wurden auch Sklaven vom selben Stamm lieber getrennt. Trotzdem überlebten auch dort afrikanische Arbeitslieder, die später zum Blues und Jazz führten und wiederum andere Musikrichtungen beeinflussten.

Musik und Tanz in Afrika

Trommler (Bild: Barbara Lechner-Chileshe)

Instrumente in der afrikanischen Musik

Musikinstrumente dienen in Afrika nicht nur zur musikalischen Begleitung, sondern auch als Kommunikationsmittel. Manche Instrumente dürfen nur zu bestimmten Anlässen gespielt werden, weil sie zum Beispiel Trauer zum Ausdruck bringen. Auch dürfen manche Instrumente traditionell nur von bestimmten Bevölkerungsschichten hergestellt und gespielt werden. Europäer assoziieren mit afrikanischer Musik zunächst Trommeln, dennoch bedient sich die traditionelle afrikanische Musik weitaus mehr Instrumenten. generell lassen sich die Instrumente in vier große Gruppen einteilen: die Selbstklinger – wie zum Beispiel Glocken, Schlitztrommeln, Xylophone, Rasseln, Ratschen oder das Mbira, das Daumenklavier –, die Fellklinger oder Trommeln, die Saiteninstrumente – beispielsweise Zithern, Harven, Lauten und andere gitarrenähnliche Instrumente – und die Blasinstrumente, wie zum Beispiel Flöten, Hörner, Trompeten oder Rohrblattinstrumente. Afrikaner kommunizieren durch Rhytmusinstrumente, indem sie in verschiedenen Tonhöhen spielen und die Instrumente somit "sprechen" lassen. Mit den Rythmusinstrumenten werden daher keine wirklichen Melodien gespielt. Mit den Blasinstrumenten können sie aber sehr wohl Melodien spielen. Auch die Zupfinstrumente dienen zur melodischen Begleitung, meist für Solosänger. Andere Instrumente dienen zur Begleitung und als Nebengeräusche. Europäische Instrumentalmusik ergibt für Afrikaner meist keinen Sinn, weil darin nichts "gesprochen" wird. Afrikanische Musik hat immer eine Aussage, obwohl inzwischen längst nicht mehr alle Afrikaner die "Sprache der Musik" verstehen, weil sie meist nur in traditionellen Dörfern praktiziert wird.

Tanz und Gesang in der afrikanischen Musik

Tanzen ist Erholung für Afrikaner. Es gibt Energie und Emotionen werden dadurch herausgelassen. Auch dient der Tanz als Kommunikationsmittel, denn durch das Tanzen können ganze Geschichten dargestellt und erzählt werden. Auch durch Gesang werden Geschichten erzählt. Afrikanischer Gesang ist meist mehrstimmig, geprägt von vielen Soloeinlagen. Afrikanische Musik entsteht oft spontan, nicht nur die Musik und die Instrumente sind der bestimmende Teil. Oft bestimmt der Gesang oder Tanz die Geschwindigkeit, denn die Musik entsteht durch ein perfekt abgestimmtes Wechselspiel, das auf ganz natürliche Weise passiert, aber nicht vorher einstudiert wurde.

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