Muskelkater ist unangenehm und schmerzhaft.

Jeder kennt es. Da war man gestern noch mal eben im Fitness-Studio, irgendwo beim Sport, hat in der Wohnung renoviert oder dem Freund beim Umzug geholfen. Heute zieht es schmerzlich in Armen und Beinen und jede Bewegung tut weh. Man hat einen Muskelkater. Doch was ist ein Muskelkater denn überhaupt? Wie entsteht er – und warum?  

Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde behauptet, dass sich durch die Belastung Milchsäurebakterien in den Muskeln ansammeln und dadurch den Schmerz verursachen. Heute weiß man, dass das völliger Unsinn ist. Muskelkater entsteht dadurch, sehr simpel erklärt, dass durch die ungewohnten Belastungen der Muskelpartien sich kleinste Risse in den Muskelfasern bilden, genau dort Wasser eindringen kann und dieses Eindringen ein bis zwei Tage nach der Betätigung anhält. Durch die Ausdehnung des Wassers schwillt die Muskelfaser und es kommt zu Dehnungsschmerzen, die wir als unangenehmen Muskelkater empfinden. Der Körper baut innerhalb von ein paar Tagen dieses Wasser wieder ab, der Heilungsprozess des Muskelfasers wird aktiviert und der schmerzvolle Muskelkater verschwindet.

Der Muskelkater ist also, ganz genau genommen, eine Verletzung der einzelnen Muskelfasern bei Überbelastung des Muskels. Immerhin besitzt der menschliche Körper über 400 Muskeln, welche den gesamten Bewegungsapparat in der Verbindung mit Knochen und Sehnen in Gang halten. Normalerweise halten Muskeln eine ganze Menge an Belastungen aus, allerdings auch nur dann, wenn man regelmäßig trainiert. Kommt es beim Training dann zum Muskelkater, ist in den meisten Fällen eine ungewöhnlich lange oder gar eine vollkommen ungewohnte Belastung ursächlich. Vielfach überschätzt man sich einfach aber gerade im sportlichen Betätigungsfeld enorm. Über einen bestehenden Muskelkater hinaus zu trainieren, ist völliger Blödsinn. Der Muskel braucht einfach Zeit zum Heilen und durch eine fortwährende Dauerbelastung wird gerade dieser Heilungsprozess erheblich verzögert. Es ist also wichtig, seine Muskeln langsam zu trainieren, um ihnen die Gelegenheit beim Muskelaufbau zu geben und so dem Muskelkater schon im Ansatz vorzubeugen.  

Ein Ammenmärchen ist ebenfalls, dass bei einem Muskelkater der Muskel wächst. Da, wie vor beschrieben, eine Verletzung des Muskels vorliegt, hat ein Muskelkater also rein gar nichts mit dem Wachsen der Muskulatur zu tun. Ein Muskel wächst nur dann, wenn man ihn langsam trainiert und ihm die Zeit gibt, sich auszubilden. Es ist daher außerordentlich wichtig, sich im Vorfeld von Sportaktivitäten aufzuwärmen, also durch Laufen oder im Fitness-Studio auf dem Stepper oder dem Ergometer. Dehnübungen sollten niemals übertrieben werden, da dies die Gefahr einer Muskelkaterbildung enorm erhöhen kann. Genauso wichtig ist natürlich  das Abwärmen danach, um dem beanspruchten Muskel die Zeit zu geben, sich allmählich wieder zu "normalisieren". Auch die richtige Ernährung spielt natürlich eine wichtige Rolle.  

Hat es einen nun doch erwischt, hilft in den meisten Fällen Wärme, also Entspannungsbäder, eine sanfte (!) Massage oder ein Saunabesuch. Bis die Muskeln nicht mehr schmerzen, sollte man in dieser Zeit nicht hart trainieren, sondern besser nur leichte Gymnastik oder ein lockeres Jogging betreiben. Verschwindet der Muskelkater nach einigen Tagen nicht von allein, ist es empfehlenswert, einen Arzt aufzusuchen, da dann möglicherweise andere Ursachen für den Muskelschmerz verantwortlich sein können.

 

Laden ...
Fehler!