Ein Lamm wird angenommen, das andere im wahrsten Sinne des Wortes verstoßen.

Ratschläge gibt es reichlich, manche ernsthaft und nützlich, andere eher skurril. Schafe lecken gerne Salz. Man kann versuchen, das Neugeborene mit ein wenig Salz zu bestreuen. Leckt die Mutter es dann ab, wird es meist akzeptiert. Auf jeden Fall bekommen Muttertiere eine eigene Box mit den Lämmern. Die brauchen Ruhe und nicht den Zickenkrieg innerhalb der Herde. Man kann dann auch zufüttern, und ist sicher, dass das richtige Schaf die Portion erwischt. Außerdem nehmen Schafe, auf kleinem Raum mit dem Nachwuchs eingesperrt, diesen manchmal nachträglich noch an. Wenn alles nicht hilft, und mein Schaf blieb stur, muss der Mensch die Ernährung übernehmen.

 

 

Schafe wurden vor etwa 8000 Jahren domestiziert. Schafsmilch ist sehr nahrhaft.

so klein sind sie noch nett, ich mein die Schafe! (Bild: eigen)

Ohne Muttermilch hat der Kleine keine Chance.

Die erste Milch ist die wichtigste. Damit überträgt die Mutter Proteine, Enzyme, Vitamine, Mineralien, Wachstumsfaktoren, Aminosäuren und ganz wichtig Antikörper. Die Stärkung und Immunabwehr wird so unterstützt. Also musste ich die Zicke festhalten, damit der Kleine seine wichtigste Ration bekommt. 45 Kilo Schaf kann sich aber wehren. Welcher Trottel hat das Wort "lammfromm" erfunden?  Zumal ich das Muttertier auch nicht unnötig stressen oder gar verletzen wollte, kassierte ich die blauen Flecke. Auf jeden Fall hat Jupp seine Vormilch bekommen. Und bis jetzt immerhin 18 Tage überlebt. Schafmilch ist nebenbei sehr gesund.

Joghurt wurde früher daraus gemacht. Sie ist doppelt so fett wie Kuhmilch, reich an Mineralstoffen und Vitaminen. Der Gehalt an konjugierten Linolsäuren ist höher.

Obwohl aus Deutschland die beste Milchschafrasse (Ostfriesland) stammt, spielt Schafmilch kaum eine Rolle.     

Wer Lust hat, sich Schafe anzuschaffen, kann sich ja erst mal schlau machen.
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Schafe halten

Obwohl Jupp mengenmäßig mehr säuft, als seine Schwester, wächst diese schneller.

Also bekommt Lamm Jupp fünf mal am Tag ein Fläschchen Kuhmilch mit extra Sahne.

Schmeckt ihm ganz gut. Er fängt auch schon an Halme und Gräser zu knabbern. Natürlich läuft er uns hinterher. Er verliert die Scheu vor Menschen. Hat Vor-  und Nachteile.

Ob er durchkommt, kann ich nicht garantieren. Aber hätten wir es nicht versucht, wäre er jetzt schon tot. Seine Schwester Mary ist, obwohl sie tatsächlich mengenmäßig weniger Nahrung bekommt, schwerer und größer. Da spricht doch einiges für Schafmilch. Ziegenmilch soll sogar krebsvorbeugend wirken. Ob das kleine Lamm es uns einst danken wird? Wohl eher nicht! Nach einem Jahr werden Böcke geschlechtsreif und aggressiv. Die haben mich schon auf der Weide angegriffen. Dann landen die auf dem Grill. Born to die, c`est la vie!

Das Leben ist wie eine Hühnerleiter, kurz und beschissen!

Größer, schwerer, fitter durch Muttermilch - Natur bleibt halt Natur und ist unübertroffen.
Mary ist größer als Jupp

Mary ist größer als Jupp

Dreieinhalb Monate später, Jupp ist übern Berg und auch nicht mehr der Kleinste

Jupp der Große (Bild: eigen)

Autor seit 5 Jahren
268 Seiten
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