Pferde sind Beutetiere, Fluchttiere. Klaustrophobische, paranoide Angsthasen.

Pferde sind zum Reiten da. Reiten bedeutet für die meisten, nicht runterfallen. Also werden sie am Samstag aus der Box geholt, und sollen alles machen, was wir sagen. Aber Reiten ist auch ein gefährlicher Sport. Da braucht nur eine Plastiktüte rascheln, und schon geht das Pferd durch. Warum? Das Rascheln hört sich wie ein anschleichendes Raubtier an. Und dann reagiert das Pferd. Diese können antworten oder reagieren. Antworten, also machen was ich sage, kann das Reittier eigentlich nur, wenn ich gelernt habe mit ihm zu kommunizieren. Darauf zielt Parelli ab. Dem Menschen beizubringen, seinen vierbeinigen Kumpel besser zu verstehen. Im Gegensatz zum englischen Reiten sollen wir so locker wie möglich bleiben. Ein Beispiel! Auf dem Waldweg kommt uns ein Hund (Wolf) entgegen. Das Ross wird nervös. Der Reiter auch. Er zieht die Zügel fester und die Beine an. Verstärkt also den Druck. Nun denkt Fury: "Scheiße, der hat auch Angst, wir werden gefressen." Oder der Gaul soll in den Anhänger. Eine Stresssituation. Wird nun der Zügel extrem kurz gehalten, verstärkt das die Panik. Also einfach locker bleiben, entspannt hinstellen, langweilig gähnen (tun Pferde auch) und an der langen Leine führen.  

Natürlicher Umgang mit Pferden - Mehr Spaß für Tier und Reiter durch mehr Erfolg.
Natural Horse-Man-Ship
Natural Horsemanship in Haltung und Pflege
Bodenarbeit mit Pferden: Abwechslungsreiche Übu...

Schaltet Fury in den Fluchtmodus, endet das für Menschen meist unangenehm.

Wichtig für ein Pferd sind Sicherheit, Komfort und Spielen. Das sind Herdentiere. Die brauchen Artgenossen oder einen Kumpel. Die kennen bis zu 7 verschiedene Spiele. Und alle haben mit Bewegung zu tun. Täglich wird die Rangordnung ausgeklüngelt. Wenn wir ihnen gegenübertreten, dann mit Liebe, ihrer Sprache und Respekt. Wecken wir ihre Neugierde und den Spieltrieb, können wir fast alles erreichen. Dann arbeitet die linke Gehirnhälfte. Die andere ist der Urtrieb, der Reflex. Der Überlebensinstinkt. Gute Freestyler würden sich nie auf ein Pferd setzen, das noch nicht auf "links" ist. Das Tier wird genau wie ein Flugzeug gecheckt. Ich bin Fleischfresser und rieche auch so. Genauso gut könnte ein Puma auf den Rücken gesprungen sein. Und der, in dem Fall ich, muss runter. Und da sind Gäule sehr einfallsreich. "Sawy" Wissen, bedeutet soviel, wie lernen zu reagieren. Wir müssen eine unterbewusste Kompetenz erreichen. Langsam Druck aufbauen, schnell loslassen. Entspannen, sobald das Tier das Richtige tut. Ab und zu ohne Sattel reiten, hilft lockerer zu werden. Pferde müssen sich ständig ausbalancieren. Wenn wir mit Leichtigkeit und Finesse drauf sitzen, kann unser Freund seine volle Kraft entfalten.   

Kurse werden in ganz Deutschland angeboten.

Da wir als Raubtiere Pferden Furcht einflößen, müssen wir lernen mit ihne zu sprechen. Wir müssen uns das Vertrauen erarbeiten. Dafür gibt es Kurse, die auf Pat Parelli zurückgehen. Natürlich gehört Bodenarbeit dazu. Das Tier bewegen am Seil. Reiten ohne ständigen Zügelkontakt. Nur durch Gewichtsverlagerung die Richtung anzeigen. Bodenarbeit ohne Seil. Reiten mit feinem Zügelkontakt. Das funktioniert nur bei totalem Vertrauen. "Das ist mein Leader, bei dem brauch ich keine Angst zu haben, mit dem geh ich durch dick und dünn." So sollten die Gedanken des Vierbeiners aussehen! Je nervöser das Pferd, desto ruhiger müssen wir sein. Wir müssen das Tier "lesen". Seine Persönlichkeit herausfinden. (Horsenality) Und nach und nach alle Kommunikationslücken überbrücken.

Natural Horsemanship bedeutet: Pferd + Mensch in einem Boot. Eine Reise zu einer Partnerschaft. Und nicht in die Lasagne.

Kursangebote in NRW

Autor seit 5 Jahren
268 Seiten
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