Künstlicher Nebel auf Knopfdruck

Eine Nebelmaschine erzeugt - wie der Name bereits sagt - dichte, sichtbare Nebelwolken. Dabei wird ein spezielles Fluid verdampft und über eine Düse ausgestoßen. Diese Geräte arbeiten mit Heizelementen und produzieren quasi Dampf. Das ist oft bei Theaterproduktionen erforderlich, um eine unheimliche Atmosphäre zu schaffen. Ein Druck auf das Knöpfchen (oder die Fernbedienung) und die die Bühne wird zum mystischen Geisterschloss oder grusligen Friedhof.

Unverzichtbar für Spezialeffekte

Da die Rauchschwaden sehr dicht sind und stoßweise erfolgen, lassen sich damit auch tolle Zaubereffekte, wie das plötzliche Erscheinen eines magischen Wesens vortäuschen. Das funktioniert folgendermaßen: Der Schauspieler hält sich hinter einer Kulisse oder einem anderen Versteck bereit, die Nebelmaschine wird aktiviert und anschließend taucht der Schauspieler wie aus dem Nichts an der vernebelten Stelle auf. Meistens wird dieser Effekt noch durch den Einsatz eines Stroboskops (kurz: Strobo) und entsprechende Geräusche unterstützt.

Besonders praktisch sind Bodennebelmaschinen, da die Akteure nicht komplett in den Schwaden verschwinden, sondern nur in Szene gesetzt werden. Der Dampf bleibt relativ weit unten und die Spieler verlieren auf der Bühne nicht die Orientierung.

Während man heutzutage relativ sparsam mit dem Einsatz dieser Geräte umgeht, liefen sie bei 80er-Jahre-Rockkonzerten eher im Dauerbetrieb. Damals wurden übrigens noch paraffin- und ölhaltige Fluids verwendet, die sich als ungesund herausgestellt haben.

Nachteile der Nebelmaschinen

Der Nebel löst sich leider sehr schnell auf, es muss also immer wieder nachgesprüht werden - und das meist recht geräuschvoll.

Der größte Nachteil ist aber der Geruch beziehungsweise die Wirkung des Fluids auf den Körper. Jeder, der schon einmal in der Diskothek oder beim Theater eingenebelt wurde, weiß, wovon ich spreche: Der Qualm brennt in den Augen, er löst Hustenreiz aus und ist für empfindliche Menschen manchmal eine echte Qual, auch wenn moderne Fluids nicht gesundheitsschädlich sein sollen.

Nur hochwertiges Nebelfluid verwenden

Bei der Wahl des richtigen Fluids sollte man sich und seinen Mitmenschen zuliebe darauf achten, was es für Zusatzstoffe enthält und ob es TÜV-geprüft ist. Einige enthalten Glycerin, damit sich der Nebel nicht ganz so schnell verflüchtigt, andere werden billig in Asien hergestellt und können sogar toxisch sein. Also bitte das Fluid nur von namhaften Herstellern kaufen und einen genauen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen.

Hazer: Dunsterzeuger für professionelle Lightshows

Ein Hazer ist nicht für die Vernebelung zuständig, er produziert stattdessen gleichmäßige, fast unsichtbare Dunstschwaden. Er wird überwiegend für Shows eingesetzt, um die Lichtkegel der Scheinwerfer sichtbar zu machen. Doch nicht nur das – auch Laserstrahlen werden damit sichtbar, weshalb die Hazer auch in der Industrie ihre Anwendung finden. Diese Effekte können zwar auch mit Nebelmaschinen erzielt werden, doch verfliegt der künstliche Nebel zu schnell und es bleibt nie eine gleichmäßige Projektionsfläche für die Lightshows.

Hazer sind also nichts anderes als Dunsterzeuger. Sie arbeiten mit Luftdruck oder - je nach Modell - Ultraschall, einem speziallen Fluid, und produzieren im Idealfall einen unsichtbaren Dunstschleier. Heutzutage werden sie bei großen Konzerten und Events bevorzugt verwendet, da der Dunst sehr stabil in der Luft "steht", das Fluid geruchsneutral ist und wesentlich weniger reizend auf die Schleimhäute wirkt und die Geräte sparsam im Verbrauch sind.

Damit sind aber keine dicken Nebelwolken möglich! Der Hazer ist ausschließlich für die Wirkung der Lichteffekte zuständig. In der Anschaffung ist er kostspieliger als eine Nebelmaschine, doch für professionelle Zwecke und Großveranstaltungen die bessere Wahl.

 

Fazer:

Ein Kompromiss wäre noch ein sogenannter Fazer, der etwas günstiger ist, aber im Prinzip auch nur eine Nebelmaschine. Der Fazer läuft einfach etwas langsamer als andere Nebler und benötigt normales Nebelfluid.

Kriechender Nebel für den Grusel-Effekt

Diesen Special-Effect dürften die meisten von uns aus alten Gruselfilmen kennen - schwerer Nebel, der im wahrsten Sinne des Wortes am Boden entlang kriecht.

Ich gebe zu, für dieses Video sind starke Nerven nötig, wenn man es bis zum Ende durchhalten möchte, aber der Nebel ist wirklich gut.

Nebel mit Trockeneis erzeugen

Falls Sie das Video überstanden haben, ohne den Bildschirm aus dem Fenster zu werfen, kommen wir nun zu einer alten aber immer noch wirkungsvollen Technik für Bodennebel: Trockeneis. Die Verwendung von Trockeneis ist nicht ungefährlich, doch ist damit die Erzeugung eines wunderschönen Nebels möglich, der über den Boden "kriecht", anstatt einfach nur zu qualmen.

Smoke on the Water - Trockeneisnebel (Bild: Benjamin Dauth, Wikimedia Commons (gemeinfrei))

So funktioniert Trockeneis

Trockeneis ist nichts anderes, als festes CO2 (Kohlenstoffdioxid) mit einer Temperatur von etwa -79 Grad Celsius. Bei Kontakt mit warmen Wasser geht es sofort in die Gasphase über - es schmilzt also nicht.

 

Für die Anwendung auf einer Bühne brauchen Sie eine große Wanne aus Metall, eine Wärmequelle und viel heißes Wasser. Füllen Sie die Wanne mit Wasser und geben nach und nach das Trockeneis Stückweise hinein. Der Nebel entsteht sofort und kriecht wie gewünscht über die Bühne. Um etwa einen Meter Bodenfläche für 20 Minuten in Nebel zu hüllen, benötigen Sie circa 1 Kilogramm Trockeneis.

Sicherheitshinweise

  • Arbeiten Sie nur mit Schutzhandschuhen, da das Trockeneis bei Hautkontakt Verbrennungen verursacht, die - im Gegensatz zu Heißverbrennungen - langsam und unsauber verheilen. Benutzen Sie auch eine Zange und achten Sie darauf, den Rauch nicht über längere Zeit konzentriert einzuatmen, da es dadurch zu Sauerstoffmangel kommen kann (Erstickungsgefahr!).
  • Das Wasser darf maximal eine Temperatur von 70 Grad haben und darf nicht kälter als 10 Grad sein. Es muss durchgehend erwärmt werden, da es bei Kontakt mit dem gefrorenen CO2 sehr schnell erkaltet und die Gefahr besteht, dass es plötzlich explosionsartig "zerspringt".
  • Verwenden Sie es bitte nicht, wenn Kinder anwesend sind, in Kellern oder kleinen geschlossenen Räumen! Für den privaten Gebrauch - also zum Spielen auf einer Party - würde ich es generell nicht empfehlen, dafür ist es zu gefährlich. Wenn überhaupt sollte es von erfahrenen Bühnentechnikern im Rahmen einer Show/Aufführung eingesetzt werden.
Grace, am 05.11.2013
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