Neuseelands Natur ist sehr vielfältig

Neuseelands Landschaftsbild ist sehr vielgestaltig und überwiegend gebirgig mit Hügelland. Für die Nordinsel typisch sind dichte, teils subtropische Regenwälder, weitläufige Sandstrände und Sanddünen, aber auch Felsküsten. Weltbekannt ist besonders das Zentralhochland mit aktiven Vulkanen, heißen Quellen, Schlammtöpfen und Geysiren. Der Vulkan Mount Ruapehu ist mit 2797 Metern der höchste Berg der Nordinsel.

Die Südinsel ist überwiegend von den neuseeländischen Alpen (Southern Alps) geprägt, einem Hochgebirge mit Gletschern und schneebedeckten Gipfeln. Der Mount Cook als höchster Berg erreicht 3754 Meter.

Bäche, Flüsse und Seen unterschiedlicher Größe sind im ganzen Land zu finden. Der größte See des Landes ist der Tauposee (Lake Taupo) auf der Nordinsel, aber auch auf der Südinsel gibt es zahlreiche Seen. Ursprünglich waren die Inseln zu etwa 80% bewaldet. Weltbekannt sind die zu den höchsten Bäumen der Welt zählenden Kauri-Bäume, die im nördlichen Teil der Nordinsel verbreitet sind. In den neuseeländischen Farnwäldern können manche Baumfarn-Arten über 10 Meter hoch werden.

Neuseeland

Neuseeland (Bild: Eigene Karte)

Auch das Klima ist sehr verschieden

Neuseeland hat aufgrund seiner Lage insgesamt ein warm- bis kühlgemäßigtes ozeanisch geprägtes Klima. Bedingt durch die verschiedenen Naturräume gibt es auch noch weitere Klimazonen: Subtropische Regionen im Norden der Nordinsel, Hochgebirgsklima im zentralen Hochland der Nordinsel und besonders in den Southern Alps der Südinsel.

Da sich Wolken von der Tasmansee an den Südalpen abregnen können, ist insbesondere die Westküste der Südinsel ein sehr niederschlagsreiches Gebiet. Dort befindet sich heute der größte Nationalpark des Landes, der über 12.500 km² große Fiordland-Nationalpark.

Die östlichen Regionen beider Inseln sind wesentlich trockener, hier findet man zum Teil auch steppenartige Vegetation. Inmitten der Nordinsel gibt es sogar eine Art Wüste.

Neuseelands Natur war lange Zeit frei von menschlichem Einfluss

Weitab von anderen Kontinenten, inmitten dieser landschaftlich grandiosen, vielfältigen Natur, hatte sich eine eigenständige Pflanzen- und Tierwelt entwickelt, die etliche Besonderheiten aufweist. Man kann von einem spezifisch neuseeländischen Ökosystem sprechen, das einzigartig auf der Welt ist und viele Jahrtausende lang von Menschen unberührt blieb. So hatte sich in den verschiedenartigen Lebensräumen eine Vielzahl von Vögeln entwickelt, von denen viele endemisch waren, also nur in Neuseeland vorkommend.

Etwa 250 verschiedene Vogelarten gibt es heute in Neuseeland. Leider sind viele dieser endemischen Vogelarten bereits ausgestorben, da die Vögel oftmals flugunfähig sind und dazu noch ihre Nester am Boden gebaut haben. Fressfeinde hatten sie ja ursprünglich nicht zu befürchten.

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Als der berühmte englische Seefahrer, Entdecker und Kartograf James Cook mit seinem Schiff "Endeavour" im Jahr 1769 zum ersten Mal nach Neuseeland gelangte, traf er bereits in den küstennahen Wäldern auf eine reichhaltige Vogelwelt, deren Gesang so laut gewesen sein soll, dass Captain Cook und seine Mannschaft Schwierigkeiten hatten, sich zu verständigen.

Ein derart lautstarkes Vogelkonzert kann man in Neuseelands Wäldern heute nur noch an wenigen Orten hören. Denn leider sind im Laufe der Zeit viele der ehemals heimischen und oft endemischen Vogelarten durch menschlichen Einfluss ausgestorben. Doch es gibt immer noch interessante Arten, von denen viele nur auf den neuseeländischen Inseln vorkommen. Von staatlicher Seite wie von Privatinitiativen gibt es inzwischen viele Projekte und Maßnahmen, um die ursprüngliche Fauna und Flora Neuseelands zu erhalten. So sind in allen Landesteilen Naturschutzgebiete eingerichtet worden, als Nationalpark, Forestpark oder Meeresschutzgebiet.

Ankunft der Polynesier Ende des 13.Jahrhunderts

Die erste Besiedelung durch polynesische Seefahrer begann vermutlich Ende des 13.Jahrhunderts. Diese ersten Einwanderer fanden in den verschiedenen oft flugunfähigen Vögeln eine leichte Jagdbeute vor. Fische in den Bächen und Flüssen waren ebenfalls reichlich vorhanden.

Am meisten beeindruckt waren die ersten Neuseeländer sicherlich von den damals noch existierenden Riesenlaufvögeln, den Moa. Diese mit den Straußenvögeln verwandten flugunfähigen Pflanzenfresser waren ein begehrtes Jagdwild der frühen Polynesier. Die meisten Moa-Arten waren zwischen 1 bis 2 Meter groß. Die größten Vertreter dieser leider heute nicht mehr existierenden Vogelfamilie, es gab immerhin 11 Arten von Moa, erreichten die unglaubliche Höhe von 4,5 Metern.

Vermutlich waren die letzten Moa um das Jahr 1500 ausgerottet. Es soll zwar immer wieder einzelne Moa-Sichtungen gegeben haben, besonders von Hotelbesitzern kurz vor der Hochsaison. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass einige der Riesenvögel bis in die heutige Zeit überlebt haben, ist leider sehr unwahrscheinlich.

Der IFAW - International Fund for Animal Welfare - hat 2015 weltweit viel erreicht für den Schutz und die Rettung von Tieren

Zeitgleich mit den Moa gab es noch einen riesigen Greifvogel in Neuseeland, den Riesenadler oder Haastadler. Seine frühere Existenz wird auch durch alte Maori-Geschichten überliefert. Der deutschstämmige Naturforscher Julius von Haast verfasste über diese ausgestorbene Vogelart aufgrund von Knochenfunden eine wissenschaftliche Beschreibung.

Der Haastadler gilt als größter Raubvogel der Neuzeit. Eine Flügelspannweite von über 3 Metern war für diese Vögel nicht ungewöhnlich. Um das Jahr 1700 waren diese beeindruckenden Riesengreife vermutlich ausgestorben, da zu dieser Zeit auch ihre bevorzugte Jagdbeute, die Moa, von Menschen ausgerottet waren.

Dass Haastadler auch Menschen angegriffen haben sollen, gehört wahrscheinlich eher in das Reich der Legenden der Ureinwohner, ist aber auf Grund der beträchtlichen Größe der Tiere nicht auszuschließen.

Besiedelung durch Europäer im 19.Jahrhundert

Weit schlimmere Folgen für die neuseeländische Tierwelt als die Ankunft der Polynesier hatte die Besiedelung durch Europäer im 19.Jahrhundert. Denn die Einwanderer, die anfangs zum Großteil von den Britischen Inseln kamen, brachten auch Tiere mit, auf die gerade flugunfähige Vögel nicht vorbereitet waren: Hunde, Katzen und Frettchen als Haustiere, von denen leider etliche verwilderten, sowie Schafe, Rinder, Schweine und Geflügel. Auch Ratten und Mäuse wurden unabsichtlich mit eingeführt.

Später wurden noch weitere Tiere aus Europa, Australien und Nordamerika nach Neuseeland gebracht. So setzten Jäger aus England mitgebrachte Rotfüchse aus, um ihre traditionelle Fuchsjagd auch in Neuseeland auszuüben. Auch Rehe, Hirsche, Wildschweine, Hasen und Kaninchen sowie australische Beuteltiere wie die Fuchskusus wurden als Jagdwild angesiedelt.

Erfolgreich verlief auch die Ansiedelung von mehreren europäischen Singvögeln, wie Amseln, Singdrosseln, Buchfinken und Spatzen. Viele Wälder wurden im 19./20.Jahrhundert von europäischen Siedlern gerodet und für die Landwirtschaft erschlossen. Heute gibt es in Neuseeland wesentlich mehr Schafe als Menschen.

Naturschutz in Neuseeland

Dennoch gehört Neuseeland zu den Ländern, die sich heute sehr um Natur- und Artenschutz bemühen. So sind etwa 10% der Landesfläche als Nationalparks ausgewiesen (in Deutschland nicht einmal 1%), und weitere 10% wurden als Forestparks oder Meeresschutzgebiete eingerichtet. Somit ist immerhin 20% des Landes unter Schutz gestellt. Weltweit gesehen ist das überdurchschnittlich viel. Leider können auch die Artenschutz-Maßnahmen keine der vielen ausgestorbenen Tierarten mehr zurückbringen.

Karte der Nationalparks und Forestparks

Riesenbäume, Baumfarne und immergrüne Scheinbuchen

Neuseelands Pflanzenreich zeichnet sich durch eine große Zahl (etwa 85%) endemischer, also nur hier vorkommender Arten aus. Durch die ziemlich unterschiedlichen Klimazonen, von subtropisch bis kühl-gemäßigt und hochalpin finden sich auch die verschiedensten Vegetationszonen.

Es gibt einheimische Nadelbäume, wie die Steineiben (zum Beispiel die Rimu-Harzeibe, die für den Kakapo, den Waldpapagei, sehr wichtig ist) und Kauri-Bäume, und es gibt immergrüne Laubbäume, die auch im neuseeländischen Winter ihre Blätter nicht abwerfen. Ein solcher Baum ist die Silberne Scheinbuche, die bis 30 Meter Wuchshöhe erreichen kann. Auf Neuseeland beschränkt ist auch die Nikau-Palme.

Kauri-Baum

Kauri-Baum (Bild: falco / Pixabay)

Die einzigartige Tierwelt

Der Kiwi - Neuseelands gefiedertes Nationalsymbol braucht strengen Schutz

Fünf Arten der hühnergroßen, nachtaktiven Laufvögel sind inzwischen bekannt - es gibt außerdem mehrere Unterarten der interessanten, flugunfähigen Schnepfenstrauße.

Zu sehen sind Kiwis in freier Natur kaum, zu versteckt ist die heimliche Lebensweise des putzigen kleinen Vogels. Die Tiere hatten schon vor Ankunft große Bedeutung für die Ureinwohner des Landes. Heute sind Kiwis das Nationalsymbol Neuseelands, und gerne nennen sich nach ihnen alle heutigen Neuseeländer "Kiwis". Die kleinen flugunfähigen Vögel bilden innerhalb der Ordnung der Laufvögel eine eigene Familie, wobei sie die kleinsten Vertreter dieser Vogelordnung sind. Entfernt verwandt sind sie mit dem afrikanischen Strauß, dem australischen Emu und dem Kasuar sowie dem südamerikanischen Nandu. Ebenfalls verwandt sind Kiwis mit den vor langer Zeit ausgestorbenen neuseeländischen Riesenlaufvögeln, den Moas, die bis ins späte Mittelalter in mehreren Arten in verschiedenen Lebensräumen des Landes anzutreffen waren. Polynesische Moajäger haben die großen Tiere durch Bejagung ausgerottet. Und leider sind auch die Kiwis heute teilweise vom Aussterben bedroht.

Kiwis sind weltweit ausschließlich in Neuseeland verbreitet. Es sind schon ungewöhnliche kleine Vögel - ihr Gefieder erinnert eigentlich mehr an das Fell eines Säugetiers als an Vogelfedern, und auch ihre Körpertemperatur von 38 Grad liegt um etwa zwei Grad niedriger als bei anderen Vögeln. Auch ihre Lebensweise ist nicht unbedingt vogeltypisch.

Portrait eines Kiwis

Fünf Arten sind von den auch Schnepfenstraußen genannten, nachtaktiven Laufvögeln bekannt, darunter der Nördliche Streifenkiwi. Kiwis sind etwa so groß wie Haushühner - sie leben sehr versteckt und sind nachtaktiv.

Bevorzugter Lebensraum der flugunfähigen Laufvögel sind Wälder mit humusreichem, feuchtem Boden. Hier suchen sie im weichen Erdreich nach Weichtieren, Tausendfüßlern, Insektenlarven und nach Pflanzenresten, die sie mit ihrem langen Schnabel ausfindig machen. Erstaunlicherweise haben die kleinen gefiederten Überlebenskünstler ein ausgezeichnetes Geruchsorgan an der Schnabelspitze, das ihnen bei ihrer nächtlichen Nahrungssuche zu Gute kommt.

Kiwi-Männchen und Weibchen suchen voneinander unabhängig nach Nahrung. Dabei halten die Tiere Kontakt durch gegenseitige Zurufe. Das Männchen gibt ein schrilles Geräusch von sich, das sich wie "kiwiiii-kiwiiii" anhört. Der Ruf des Weibchens klingt eher wie ein dumpfes "quaaak". Meist sind diese Laute das einzige Anzeichen, mit denen man die Anwesenheit von Kiwis feststellen kann. Denn durch ihre heimliche Lebensweise bekommt die kleinen Vögel praktisch niemand zu sehen. Die nächtlichen Rufe sind oftmals über mehrere Kilometer zu Hören und dienen nicht nur der Verständigung zwischen Kiwi-Hahn und Henne, sondern auch der Revierabgrenzung gegen andere Kiwis.

Beim Streifenkiwi und beim Zwergkiwi übernimmt der Hahn die Brutpflege

Wenn es in der Zeit von August bis Oktober Frühling wird in Neuseeland, beginnt bei den Kiwis die Zeit der Fortpflanzung. Henne und Hahn vollführen Paarungsspiele, bei dem die kleinen Vögel herumtollen, sich gegenseitig jagen und dabei regelrechte Luftsprünge machen. Kiwis verstecken sich tagsüber in Höhlen. Für ihre Jungen bauen sie keine Nester - stattdessen suchen sie nach einer Bruthöhle, die das Kiwi-Männchen mit Moos und Gras auspolstert. Das Weibchen legt nach der Paarung ein, im Verhältnis zu seiner Körpergröße, relativ großes Ei. Manchmal legt es auch zwei Eier, nur sehr selten sind es drei. Erstaunlicherweise wird nun die Brutpflege und Aufzucht der Küken weitgehend vom Hahn übernommen. Als Nestflüchter können die kleinen Kiwis bereits nach einigen Tagen die schützende Höhle verlassen und dem Vater nachts bei der Nahrungssuche folgen.

Beim Haastkiwi dagegen brüten Männchen und Weibchen abwechselnd. Die Henne schläft in einem anderen Versteck, während der Hahn in der Höhle brütet. Wenn das Männchen nachts den Bau verlässt, um auf Nahrungssuche zu gehen, übernimmt das Weibchen vorübergehend die Brut.

Bedrohung durch europäische Einwanderer

Europäer führten ab dem 18. Jahrhundert verschiedene Raubtiere in Neuseeland ein, um auf diese Tiere, wie in Europa, Jagd machen zu können. Bald waren Füchse, Marder sowie unbeaufsichtigte Hauskatzen und Hunde bald die ärgsten Fressfeinde der flugunfähigen Kiwis, besonders der Jungtiere. Auch viele andere flugunfähige Vogelarten Neuseelands waren so vom Aussterben bedroht, und manche Arten starben leider tatsächlich aus.

Eine weitere Bedrohung für alle Kiwis sowie für viele andere einzigartige Tiere Neuseelands ist die Zerstörung des Lebensraums, vor allem die Rodung der Wälder für die Viehzucht. Immerhin gibt es inzwischen Naturschutzgebiete wie Nationalparks und Forest Parks, in denen die einheimischen Tiere streng geschützt sind. Die Schutzgebiete machen heute etwa ein Fünftel der Fläche Neuseelands aus.

Einige weitere typische Vertreter der Tierwelt Neuseelands

Es war eine richtige Sensation, als im Jahr 1948 eine Vogelart wieder entdeckt wurde, die man längst für ausgestorben hielt. Die Takahe-Ralle, etwa so groß wie eine Hausgans, hatte in einer entlegenen Hochgebirgsregion der Südinsel überlebt. Genau genommen war es die Unterart der Südinsel-Takahe.

Der Hector-Delfin, die kleinste Delfin-Art der Welt, wird nicht größer als 1,50 Meter. Leider sind die schönen kleinen Meeressäuger vom Aussterben bedroht. Sie sind weltweit nur an den Meeresküsten Neuseelands verbreitet.

An den Küsten Neuseelands leben auch sieben teils endemische Pinguin-Arten. Der Gelbaugenpinguin, der kleinere Dickschnabel- oder Fiordlandpinguin und der Zwergpinguin brüten auf der Süd- und der Stewart-Insel.

Auch seltene und sehr ungewöhnliche Papageienarten gibt es in Neuseeland wie den Kea, den Kaka und den Kakapo.

Der Kea lebt in den Neuseeländischen ...

Der Kea lebt in den Neuseeländischen Alpen der Südinsel (Bild: skeeze / Pixabay)

Weniger bekannte Vogelarten sind beispielsweise das seltene Gelbköpfchen, ein kleiner Sperlingsvogel, sowie der mit dem europäischen Eisvogel verwandte Goetzenliest.

Die Anzahl der ursprünglich in Neuseeland vorkommenden Säugetiere ist durch die Insellage auf einige wenige Fledermausarten beschränkt. Vom Aussterben bewahrt konnten die Brückenechsen, urzeitliche Reptilien, die auf einigen kleinen Inseln unter Schutz gestellt werden konnten und in der Sprache der Ureinwohner Tuatara genannt werden.

Goetzenliest (Bild: JooJoo41 / Pixabay)

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