Neuseelands Natur ist sehr vielfältig

Neuseelands Landschaftsbild ist sehr vielgestaltig und überwiegend gebirgig mit Hügelland. Für die Nordinsel typisch sind dichte, teils subtropische Regenwälder, weitläufige Sandstrände und Sanddünen, aber auch Felsküsten. Weltbekannt ist besonders das Zentralhochland mit aktiven Vulkanen, heißen Quellen, Schlammtöpfen und Geysiren. Der Vulkan Mount Ruapehu ist mit 2797 Metern der höchste Berg der Nordinsel.

Die Südinsel ist überwiegend von den neuseeländischen Alpen (Southern Alps) geprägt, einem Hochgebirge mit Gletschern und schneebedeckten Gipfeln. Der Mount Cook als höchster Berg erreicht 3754 Meter.

Bäche, Flüsse und Seen unterschiedlicher Größe sind im ganzen Land zu finden. Der größte See des Landes ist der Tauposee (Lake Taupo) auf der Nordinsel, aber auch auf der Südinsel gibt es zahlreiche Seen. Ursprünglich waren die Inseln zu etwa 80% bewaldet. Weltbekannt sind die zu den höchsten Bäumen der Welt zählenden Kauri-Bäume, die im nördlichen Teil der Nordinsel verbreitet sind. In den neuseeländischen Farnwäldern können manche Baumfarn-Arten über 10 Meter hoch werden.

Auch das Klima ist sehr verschieden

Neuseeland hat aufgrund seiner Lage insgesamt ein warm- bis kühlgemäßigtes ozeanisch geprägtes Klima. Bedingt durch die verschiedenen Naturräume gibt es auch noch weitere Klimazonen: Subtropische Regionen im Norden der Nordinsel, Hochgebirgsklima im zentralen Hochland der Nordinsel und besonders in den Southern Alps der Südinsel.

Da sich Wolken von der Tasmansee an den Südalpen abregnen können, ist insbesondere die Westküste der Südinsel ein sehr niederschlagsreiches Gebiet. Dort befindet sich heute der größte Nationalpark des Landes, der über 12.500 km² große Fiordland-Nationalpark.

Die östlichen Regionen beider Inseln sind wesentlich trockener, hier findet man zum Teil auch steppenartige Vegetation. Inmitten der Nordinsel gibt es sogar eine Art Wüste.

Neuseelands Natur war lange Zeit frei von menschlichem Einfluss

Weitab von anderen Kontinenten, inmitten dieser landschaftlich grandiosen, vielfältigen Natur, hatte sich eine eigenständige Pflanzen- und Tierwelt entwickelt, die etliche Besonderheiten aufweist. Man kann von einem spezifisch neuseeländischen Ökosystem sprechen, das einzigartig auf der Welt ist und viele Jahrtausende lang von Menschen unberührt blieb. So hatte sich in den verschiedenartigen Lebensräumen eine Vielzahl von Vögeln entwickelt, von denen viele endemisch waren, also nur in Neuseeland vorkommend.

Etwa 250 verschiedene Vogelarten gibt es heute in Neuseeland. Leider sind viele dieser endemischen Vogelarten bereits ausgestorben, da die Vögel oftmals flugunfähig sind und dazu noch ihre Nester am Boden gebaut haben. Fressfeinde hatten sie ja ursprünglich nicht zu befürchten.

Animal Equality bittet um Spenden

Als der berühmte englische Seefahrer, Entdecker und Kartograf James Cook mit seinem Schiff "Endeavour" im Jahr 1769 zum ersten Mal nach Neuseeland gelangte, traf er bereits in den küstennahen Wäldern auf eine reichhaltige Vogelwelt, deren Gesang so laut gewesen sein soll, dass Captain Cook und seine Mannschaft Schwierigkeiten hatten, sich zu verständigen.

Ein derart lautstarkes Vogelkonzert kann man in Neuseelands Wäldern heute nur noch an wenigen Orten hören. Denn leider sind im Laufe der Zeit viele der ehemals heimischen und oft endemischen Vogelarten durch menschlichen Einfluss ausgestorben. Doch es gibt immer noch interessante Arten, von denen viele nur auf den neuseeländischen Inseln vorkommen. Von staatlicher Seite wie von Privatinitiativen gibt es inzwischen viele Projekte und Maßnahmen, um die ursprüngliche Fauna und Flora Neuseelands zu erhalten. So sind in allen Landesteilen Naturschutzgebiete eingerichtet worden, als Nationalpark, Forestpark oder Meeresschutzgebiet.

Ankunft der Polynesier Ende des 13.Jahrhunderts

Die erste Besiedelung durch polynesische Seefahrer begann vermutlich Ende des 13.Jahrhunderts. Diese ersten Einwanderer fanden in den verschiedenen oft flugunfähigen Vögeln eine leichte Jagdbeute vor. Fische in den Bächen und Flüssen waren ebenfalls reichlich vorhanden.

Am meisten beeindruckt waren die ersten Neuseeländer sicherlich von den damals noch existierenden Riesenlaufvögeln, den Moa. Diese mit den Straußenvögeln verwandten flugunfähigen Pflanzenfresser waren ein begehrtes Jagdwild der frühen Polynesier. Die meisten Moa-Arten waren zwischen 1 bis 2 Meter groß. Die größten Vertreter dieser leider heute nicht mehr existierenden Vogelfamilie, es gab immerhin 11 Arten von Moa, erreichten die unglaubliche Höhe von 4,5 Metern.

Vermutlich waren die letzten Moa um das Jahr 1500 ausgerottet. Es soll zwar immer wieder einzelne Moa-Sichtungen gegeben haben, besonders von Hotelbesitzern kurz vor der Hochsaison. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass einige der Riesenvögel bis in die heutige Zeit überlebt haben, ist leider sehr unwahrscheinlich.

Der IFAW - International Fund for Animal Welfare - hat 2015 weltweit viel erreicht für den Schutz und die Rettung von Tieren

Zeitgleich mit den Moa gab es noch einen riesigen Greifvogel in Neuseeland, den Riesenadler oder Haastadler. Seine frühere Existenz wird auch durch alte Maori-Geschichten überliefert. Der deutschstämmige Naturforscher Julius von Haast verfasste über diese ausgestorbene Vogelart aufgrund von Knochenfunden eine wissenschaftliche Beschreibung.

Der Haastadler gilt als größter Raubvogel der Neuzeit. Eine Flügelspannweite von über 3 Metern war für diese Vögel nicht ungewöhnlich. Um das Jahr 1700 waren diese beeindruckenden Riesengreife vermutlich ausgestorben, da zu dieser Zeit auch ihre bevorzugte Jagdbeute, die Moa, von Menschen ausgerottet waren.

Dass Haastadler auch Menschen angegriffen haben sollen, gehört wahrscheinlich eher in das Reich der Legenden der Ureinwohner, ist aber auf Grund der beträchtlichen Größe der Tiere nicht auszuschließen.

Besiedelung durch Europäer im 19.Jahrhundert

Weit schlimmere Folgen für die neuseeländische Tierwelt als die Ankunft der Polynesier hatte die Besiedelung durch Europäer im 19.Jahrhundert. Denn die Einwanderer, die anfangs zum Großteil von den Britischen Inseln kamen, brachten auch Tiere mit, auf die gerade flugunfähige Vögel nicht vorbereitet waren: Hunde, Katzen und Frettchen als Haustiere, von denen leider etliche verwilderten, sowie Schafe, Rinder, Schweine und Geflügel. Auch Ratten und Mäuse wurden unabsichtlich mit eingeführt.

Später wurden noch weitere Tiere aus Europa, Australien und Nordamerika nach Neuseeland gebracht. So setzten Jäger aus England mitgebrachte Rotfüchse aus, um ihre traditionelle Fuchsjagd auch in Neuseeland auszuüben. Auch Rehe, Hirsche, Wildschweine, Hasen und Kaninchen sowie australische Beuteltiere wie die Fuchskusus wurden als Jagdwild angesiedelt.

Erfolgreich verlief auch die Ansiedelung von mehreren europäischen Singvögeln, wie Amseln, Singdrosseln, Buchfinken und Spatzen. Viele Wälder wurden im 19./20.Jahrhundert von europäischen Siedlern gerodet und für die Landwirtschaft erschlossen. Heute gibt es in Neuseeland wesentlich mehr Schafe als Menschen.

Hier einige Landkarten sowie einige weitere Landesinfos

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Landkarte: Northland

In Neuseelands nördlichster Region Northland ermöglicht das subtropische Klima warme feuchte Sommer mit reichlich Regen (etwa 1500-2000 mm im Jahr). Frosttage gibt es hier praktisch nie, daher wird diese Region auch "The Winterless North" genannt. Manchmal wird Northland von tropischen Wirbelstürmen gestreift. 

Cape Reinga, der nordwestlichste Punkt der Nordinsel, ist für die Maori ein besonderer Ort. Denn nach ihren Glaubensvorstellungen machen die Seelen der Verstorbenen von hier aus ihren Weg zurück in ihre mythische Urheimat "Hawaiiki". Die Besiedlung Neuseelands durch die polynesischen Ureinwohner fand im 13. Jahrhundert in Northland ihren Anfang, ebenso die Einwanderung durch Europäer im ausgehenden 18. Jahrhundert. 

Landkarte: Auckland und Umgebung

Auckland, die größte Stadt Neuseelands und Sitz von drei Universitäten, ist namensgebend für die ganze Region. Im Ballungsgebiet dieser von ethnischer und kultureller Vielfalt geprägten Großstadt lebt ein Drittel der Landesbevölkerung, etwa 1,4 Millionen Menschen. Neben europäisch stämmigen Bewohnern ist Auckland auch Heimat vieler Maorigruppen sowie der Nachfahren polynesischer Einwanderer. Es gibt außerdem viele Einwohner mit asiatischen Vorfahren, vor allem Inder. Über das Areal verteilt sind 50 nicht mehr aktive vulkanische Erscheinungen wie Vulkankegel, Maare und Tuffringe. 

Landkarte: Bay of Plenty

Der fast kreisrunde Lake Rotorua, zweitgrößter See der Nordinsel, liegt auch wie der Lake Taupo, in einer Caldera. Es gibt noch weitere Seen in der Region, wie den Lake Tarawera, die um den Mount Tarawera angeordnet sind. 1886 gab es einen verheerenden Ausbruch des 1.111 Meter hohe Vulkans Tarawera.

Landkarte: Nordinsel östlicher Teil (Gisborne)

Neuseelands östlichste Region wird auch East Cape oder Eastland genannt. In der waldreichen, durch warm-trockenes Klima geprägten Region Gisborne haben etwa 45% der Einwohner Maori-Vorfahren. Hier befindet sich der 2900 km² große Kaingaroa Forest, der größte Wald der Nordinsel. Das große Waldgebiet liegt zum Teil auch in der Region Bay of Plenty. 2009 wurde es von der Regierung an einen lokalen Maori-Stamm zurückgegeben. Der Mount Hikurangi ist mit einer Höhe von 1.754 Meter der höchste nichtvulkanische Berg der Nordinsel. Er liegt in der Raukumara Range und ist ein heiliger Berg der Ureinwohner.

Landkarte: Nordinsel zentrales Hochland (Waikato)

Der größte See Neuseelands, der Lake Taupo, etwa 616 km² groß, liegt in einer Caldera, einer Vertiefung vulkanischen Ursprungs. Die tiefste Stelle des fischreichen Sees liegt bei 186 Metern.

Landkarte: Nordinsel westlicher Teil (Taranaki)

Geprägt wird diese Region durch den Vulkan Mount Taranaki sowie von der Tasmansee. Beide zusammen sorgen für reichlich Niederschlag in den von Milchwirtschaft dominierten ländlichen Gebieten, wo Besucher weidende Kühe in großer Zahl zu sehen bekommen, mit dem berühmten Vulkan im Hintergrund. Das Gebiet um den imposanten Taranaki ist als Egmont-Nationalpark unter Schutz gestellt.

Landkarte: Nordinsel Hawke's Bay

Hastings und Napier (sehenswerte Architektur im Art-Déco-Stil) sind die bedeutendsten Städte dieser Region, die auch ein bekanntes Weinanbau-Gebiet in Neuseeland ist. In den ländlichen Gebieten ist Landwirtschaft und Viehzucht die Haupteinnahmequelle der Bevölkerung. In Hawke's Bay beträgt der Maori-Anteil etwas über 20%. Das Klima in dieser Region ist ähnlich wie das Mittelmeerklima und bietet gute Voraussetzungen für Garten- und Gemüseanbau und Weinanbau.

Landkarte: Nordinsel südlicher Teil (Manawatu-Wanganui)

Der größte Teil des Tongariro-Nationalparks befindet sich in dieser Region. Der Whanganui River ist der drittlängste Fluss Neuseelands, und der längste schiffbare Fluss. Er entspringt im zentralen Hochland und durchfließt eine Ebene. Hier liegt der Whanganui-Nationalpark. Neben seltenen Tieren wie der einzigartigen neuseeländischen Blauente kommen hier faszinierende große Baumfarne vor.

Landkarte: Nordinsel südlicher Teil (Wellington)

Am südwestlichen Ende der Nordinsel liegt die knapp eine halbe Million Einwohner zählende Hauptstadt Neuseelands. Der Spitzname "Windy Wellington" passt vortrefflich zu der landschaftlich äußerst reizvoll gelegenen Inselhauptstadt, denn es ist meist weit mehr als eine leichte Brise, die Einwohnern und Gästen ins Gesicht bläst.

Landkarte: Südinsel Region Nelson

In der Hauptstadt der kleinen, gleichnamigen Region Nelson gibt es Gebäude im Art-Déco-Stil, aber auch noch Holzgebäude aus der Kolonialzeit. Drei vielbesuchte Nationalparks liegen in der näheren Umgebung in der Region Tasman: Der Abel-Tasman-Nationalpark, der Kahurangi-Nationalpark und der Nelson-Lakes-Nationalpark. Die Region Tasman hat angeblich die meisten Sonnenstunden in Neuseeland.

Landkarte: Südinsel Marlborough

Nah der Regionshauptstadt Blenheim liegt das wichtigste Weinanbau-Gebiet Neuseelands. Die Region ist bei Aktivurlaubern sehr gefragt. Hier gibt es Trekking-Routen durch Urwald, Gebirgslandschaften und Felsküsten. In den Marlborough Sounds, einer landschaftlich äußerst reizvollen, etwa 4.000 km² großen Küstenregion, ist es möglich, Wale und Delfine zu beobachten. Hier gibt es zahlreiche Meeresarme sowie eine Vielzahl größerer und kleinerer Inseln und Halbinseln. In der kleinen Stadt Picton gibt es den wichtigsten Hafen der Region, hier verkehren auch Fähren zur Nordinsel.

Landkarte: Südinsel Canterbury Nord Die Region Canterbury ist die größte von Neuseelands 17 Regionen.

Landkarte: Südinsel Christchurch und Umgebung (Canterbury)

Die Regionshauptstadt Christchurch ist Neuseelands drittgrößte Stadt und größte Stadt der Südinsel. Über eine halbe Million Einwohner hat Christchurch, das den Ruf hat, "besonders englisch" zu sein. Aber hier leben außer britischstämmigen Neuseeländern auch Nachfahren von Einwanderern aus anderen Teilen Europas, sowie Maori und andere Südseeinsulaner. In der geschäftigen Großstadt gibt es auch eine Universität und einen internationalen Flughafen.

In früheren Jahrhunderten lebten einige Maori-Völker in der Gegend des heutigen Christchurch. Die Waitaha, die möglicherweise eine matriachalische Kultur hatten und eventuell schon um das Jahr 1000 n. Chr. in der Region siedelten und die Kāti Mamoe sowie die Kāi Tahu, die einen eigenen Maori-Dialekt sprechen und früher in einzelnen Stämmen verteilt einen Großteil der Südinsel bewohnten.

Landkarte: Südinsel Neuseeländische Alpen (Gebiet um Mount Cook)

Die Region Canterbury hat auch Anteil an den Neuseeländischen Alpen. Auch der Aoraki oder Mount Cook, der höchste Berg Neuseelands, befindet sich auf dem Territorium von Canterbury (an der Grenze zur Region Westcoast). Auch der Mount-Cook-Nationalpark liegt teilweise auf dem Gebiet.

Landkarte: Südinsel Region Westcoast

In der am dünnsten besiedelten Region Neuseelands, auch "The Coast" genannt, leben etwa 30.000 Einwohner ("Coasters") auf einer Fläche von ungefähr 23.000 km². Die meisten Menschen leben in den drei größten Orten Greymouth (Hauptort), Westport und der kleinen Gemeinde Hokitika. Hier findet man an wildromantisch-bizarren Felsküsten viele große und kleine Naturwunder, wie die Pancake Rocks. Unerschlossene, fast undurchdringliche Regenwälder an den Hängen der schneebedeckten Southern Alps beeindrucken alle Reisegäste. Allerdings müssen sich Urlauber hier auf manchmal recht starke Regenfälle einstellen, die von der Tasmansee kommen und auch länger andauern können. Fünf faszinierende Nationalparks gibt es in der Region: den Paparoa-Nationalpark, den Westland-Nationalpark, den Mount-Cook-Nationalpark (mit Neuseelands höchstem Berg, dem 3754 Meter hohen Mount Cook), den Arthur's-Pass-Nationalpark und teilweise auch den Fiordland-Nationalpark (mit 12.500 km² der größte Nationalpark des Landes). In den 60er und 70er Jahren des 19. Jahrhunderts begann an der West Coast der neuseeländische Goldrausch.

Landkarte: Südinsel Region Otago

Dunedin, die Hauptstadt der Region und zweitgrößte Stadt der Südinsel, wurde 1848 von Siedlern aus Schottland gegründet. Von schottischer Kultur ist die multikulturelle Stadt auch heute noch geprägt. Es gibt auch eine Universität in der einst reichsten Stadt Neuseelands. Der Bahnhof von Dunedin (Dunedin railway station) ist das wahrscheinlich berühmteste Gebäude der Stadt. Auf der nahen Otago-Halbinsel haben Königsalbatrosse und Gelbaugenpinguine sowie Neuseeländische Seebären ihr Refugium. Von Robbenjägern im 19. Jahrhundert fast ausgerottet, konnten sich die Bestände der einzigartigen neuseeländischen Pelzrobben wieder einigermaßen erholen.

1861 wurde bei der Stadt Lawrence Gold gefunden. Goldsucher und Glücksritter aus Nordamerika, Europa, Australien und China kamen in den Süden Neuseelands, um hier ihr Glück zu finden. Der Otago-Goldrausch sollte von 1861 bis 1863 dauern.

Die kleine Stadt Queenstown liegt am wunderschönen Lake Wakatipu, der bis zu 380 Meter tief ist und touristisch von großer Bedeutung ist. Auch Extremsport- Arten wie Bungee-Jumping werden in dieser Gegend häufig ausgeübt.

Landkarte: Südinsel Region Southland nördlicher Bereich

Southland umfasst nicht nur den südlichen Teil der Südinsel, sondern auch die Stewart-Island. In dieser Region befinden sich auch der größte Nationalpark Neuseelands, der 12.500 km² große Fiordland-Nationalpark und der Rakiura-Nationalpark auf Stewart Island.

Landkarte: Südinsel Region Southland (Gebiet um Te Anau) In den Southern Alps der Region Southland befindet sich der zweitgrößte See Neuseelands, der Lake Te Anau. Er ist der größte See der Südinsel.

Landkarte: Südinsel Region Southland (West Cape - Pahia Point) An den Küsten der Südinsel fühlen sich zahlreiche Seevogelarten wohl, darunter auch einige Albatross-Arten, sowie einige Pinguin-Arten, z.B. der Gelbaugenpinguin.

Landkarte: Südinsel Region Southland (Invercargill - Bluff - Dunedin) Die Hauptstadt der Region Invercargill gilt als besonder stark schottisch geprägt. Tatsächlich hat ein großer Teil der Einwohner schottische Vorfahren. Invercargill hat auch einen Flughafen, von dem man Inlandsflüge unternehmen kann. Umgeben ist die Stadt von den Southland Plains, dem fruchtbarsten Ackerland Neuseelands.

Landkarte: Rakiura (Stewart Island) Rakiura ist der Maori-Name der 1.680 km² großen Stewart-Insel (Stewart Island). Die 30 km breite Foveauxstraße trennt das nur etwa 600 Einwohner zählende Eiland von der Südinsel. Die meisten Einwohner leben im Hauptort Oban. Hier gibt es auch einige Hotels, allerdings keine Banken und nur ein paar Geschäfte. Außerhalb des Hauptortes kann man nur in nicht bewirtschafteten Wanderhütten oder auf extra ausgewiesenen Biwak-Plätzen übernachten. Zwischen Bluff auf der Südinsel und Oban verkehren Fähren, die etwa eine Stunde für die Fahrt über die oft sehr stürmische Foveauxstraße brauchen. Von Invercargill auf der Südinsel fliegen auch Propellerflugzeuge den kleinen Inselflugplatz an.
Warme Meeresströmungen ermöglichen ein relativ mildes Klima, allerdings weht meist ein kräftiger bis stürmischer Wind, und es regnet oft. Die höchste Erhebung der Insel ist der 981 Meter hohe Mount Anglem. Der 29 Kilometer lange Rakiura Track ist der bekannteste Wanderweg der Insel. Man braucht etwa drei bis vier Tage für die Wegstrecke, auf der es zwei Schutzhütten mit Feuerholz gibt. 2002 wurde der Rakiura-Nationalpark gegründet. Somit stehen durch den 1.570 km² großen Park über 93% der Insel unter Naturschutz.

Naturschutz in Neuseeland

Dennoch gehört Neuseeland zu den Ländern, die sich heute sehr um Natur- und Artenschutz bemühen. So sind etwa 10% der Landesfläche als Nationalparks ausgewiesen (in Deutschland nicht einmal 1%), und weitere 10% wurden als Forestparks oder Meeresschutzgebiete eingerichtet. Somit ist immerhin 20% des Landes unter Schutz gestellt. Weltweit gesehen ist das überdurchschnittlich viel. Leider können auch die Artenschutz-Maßnahmen keine der vielen ausgestorbenen Tierarten mehr zurückbringen.

Riesenbäume, Baumfarne und immergrüne Scheinbuchen

Neuseelands Pflanzenreich zeichnet sich durch eine große Zahl (etwa 85%) endemischer, also nur hier vorkommender Arten aus. Durch die ziemlich unterschiedlichen Klimazonen, von subtropisch bis kühl-gemäßigt und hochalpin finden sich auch die verschiedensten Vegetationszonen.

Es gibt einheimische Nadelbäume, wie die Steineiben (zum Beispiel die Rimu-Harzeibe, die für den Kakapo, den Waldpapagei, sehr wichtig ist) und Kauri-Bäume, und es gibt immergrüne Laubbäume, die auch im neuseeländischen Winter ihre Blätter nicht abwerfen. Ein solcher Baum ist die Silberne Scheinbuche, die bis 30 Meter Wuchshöhe erreichen kann. Auf Neuseeland beschränkt ist auch die Nikau-Palme.

Kauri-Baum

Kauri-Baum (Bild: falco / Pixabay)

Die einzigartige Tierwelt

Der Kiwi - Neuseelands gefiedertes Nationalsymbol braucht strengen Schutz

Fünf Arten der hühnergroßen, nachtaktiven Laufvögel sind inzwischen bekannt - es gibt außerdem mehrere Unterarten der interessanten, flugunfähigen Schnepfenstrauße.

Zu sehen sind Kiwis in freier Natur kaum, zu versteckt ist die heimliche Lebensweise des putzigen kleinen Vogels. Die Tiere hatten schon vor Ankunft große Bedeutung für die Ureinwohner des Landes. Heute sind Kiwis das Nationalsymbol Neuseelands, und gerne nennen sich nach ihnen alle heutigen Neuseeländer "Kiwis". Die kleinen flugunfähigen Vögel bilden innerhalb der Ordnung der Laufvögel eine eigene Familie, wobei sie die kleinsten Vertreter dieser Vogelordnung sind. Entfernt verwandt sind sie mit dem afrikanischen Strauß, dem australischen Emu und dem Kasuar sowie dem südamerikanischen Nandu. Ebenfalls verwandt sind Kiwis mit den vor langer Zeit ausgestorbenen neuseeländischen Riesenlaufvögeln, den Moas, die bis ins späte Mittelalter in mehreren Arten in verschiedenen Lebensräumen des Landes anzutreffen waren. Polynesische Moajäger haben die großen Tiere durch Bejagung ausgerottet. Und leider sind auch die Kiwis heute teilweise vom Aussterben bedroht.

Kiwis sind weltweit ausschließlich in Neuseeland verbreitet. Es sind schon ungewöhnliche kleine Vögel - ihr Gefieder erinnert eigentlich mehr an das Fell eines Säugetiers als an Vogelfedern, und auch ihre Körpertemperatur von 38 Grad liegt um etwa zwei Grad niedriger als bei anderen Vögeln. Auch ihre Lebensweise ist nicht unbedingt vogeltypisch.

Portrait eines Kiwis

Fünf Arten sind von den auch Schnepfenstraußen genannten, nachtaktiven Laufvögeln bekannt, darunter der Nördliche Streifenkiwi. Kiwis sind etwa so groß wie Haushühner - sie leben sehr versteckt und sind nachtaktiv.

Bevorzugter Lebensraum der flugunfähigen Laufvögel sind Wälder mit humusreichem, feuchtem Boden. Hier suchen sie im weichen Erdreich nach Weichtieren, Tausendfüßlern, Insektenlarven und nach Pflanzenresten, die sie mit ihrem langen Schnabel ausfindig machen. Erstaunlicherweise haben die kleinen gefiederten Überlebenskünstler ein ausgezeichnetes Geruchsorgan an der Schnabelspitze, das ihnen bei ihrer nächtlichen Nahrungssuche zu Gute kommt.

Kiwi-Männchen und Weibchen suchen voneinander unabhängig nach Nahrung. Dabei halten die Tiere Kontakt durch gegenseitige Zurufe. Das Männchen gibt ein schrilles Geräusch von sich, das sich wie "kiwiiii-kiwiiii" anhört. Der Ruf des Weibchens klingt eher wie ein dumpfes "quaaak". Meist sind diese Laute das einzige Anzeichen, mit denen man die Anwesenheit von Kiwis feststellen kann. Denn durch ihre heimliche Lebensweise bekommt die kleinen Vögel praktisch niemand zu sehen. Die nächtlichen Rufe sind oftmals über mehrere Kilometer zu Hören und dienen nicht nur der Verständigung zwischen Kiwi-Hahn und Henne, sondern auch der Revierabgrenzung gegen andere Kiwis.

Beim Streifenkiwi und beim Zwergkiwi übernimmt der Hahn die Brutpflege

Wenn es in der Zeit von August bis Oktober Frühling wird in Neuseeland, beginnt bei den Kiwis die Zeit der Fortpflanzung. Henne und Hahn vollführen Paarungsspiele, bei dem die kleinen Vögel herumtollen, sich gegenseitig jagen und dabei regelrechte Luftsprünge machen. Kiwis verstecken sich tagsüber in Höhlen. Für ihre Jungen bauen sie keine Nester - stattdessen suchen sie nach einer Bruthöhle, die das Kiwi-Männchen mit Moos und Gras auspolstert. Das Weibchen legt nach der Paarung ein, im Verhältnis zu seiner Körpergröße, relativ großes Ei. Manchmal legt es auch zwei Eier, nur sehr selten sind es drei. Erstaunlicherweise wird nun die Brutpflege und Aufzucht der Küken weitgehend vom Hahn übernommen. Als Nestflüchter können die kleinen Kiwis bereits nach einigen Tagen die schützende Höhle verlassen und dem Vater nachts bei der Nahrungssuche folgen.

Beim Haastkiwi dagegen brüten Männchen und Weibchen abwechselnd. Die Henne schläft in einem anderen Versteck, während der Hahn in der Höhle brütet. Wenn das Männchen nachts den Bau verlässt, um auf Nahrungssuche zu gehen, übernimmt das Weibchen vorübergehend die Brut.

Bedrohung durch europäische Einwanderer

Europäer führten ab dem 18. Jahrhundert verschiedene Raubtiere in Neuseeland ein, um auf diese Tiere, wie in Europa, Jagd machen zu können. Bald waren Füchse, Marder sowie unbeaufsichtigte Hauskatzen und Hunde bald die ärgsten Fressfeinde der flugunfähigen Kiwis, besonders der Jungtiere. Auch viele andere flugunfähige Vogelarten Neuseelands waren so vom Aussterben bedroht, und manche Arten starben leider tatsächlich aus.

Eine weitere Bedrohung für alle Kiwis sowie für viele andere einzigartige Tiere Neuseelands ist die Zerstörung des Lebensraums, vor allem die Rodung der Wälder für die Viehzucht. Immerhin gibt es inzwischen Naturschutzgebiete wie Nationalparks und Forest Parks, in denen die einheimischen Tiere streng geschützt sind. Die Schutzgebiete machen heute etwa ein Fünftel der Fläche Neuseelands aus.

Einige weitere typische Vertreter der Tierwelt Neuseelands

Es war eine richtige Sensation, als im Jahr 1948 eine Vogelart wieder entdeckt wurde, die man längst für ausgestorben hielt. Die Takahe-Ralle, etwa so groß wie eine Hausgans, hatte in einer entlegenen Hochgebirgsregion der Südinsel überlebt. Genau genommen war es die Unterart der Südinsel-Takahe.

Der Hector-Delfin, die kleinste Delfin-Art der Welt, wird nicht größer als 1,50 Meter. Leider sind die schönen kleinen Meeressäuger vom Aussterben bedroht. Sie sind weltweit nur an den Meeresküsten Neuseelands verbreitet.

An den Küsten Neuseelands leben auch sieben teils endemische Pinguin-Arten. Der Gelbaugenpinguin, der kleinere Dickschnabel- oder Fiordlandpinguin und der Zwergpinguin brüten auf der Süd- und der Stewart-Insel.

Auch seltene und sehr ungewöhnliche Papageienarten gibt es in Neuseeland wie den Kea, den Kaka und den Kakapo.

Der Kea lebt in den Neuseeländischen ...

Der Kea lebt in den Neuseeländischen Alpen der Südinsel (Bild: skeeze / Pixabay)

Weniger bekannte Vogelarten sind beispielsweise das seltene Gelbköpfchen, ein kleiner Sperlingsvogel, sowie der mit dem europäischen Eisvogel verwandte Goetzenliest.

Die Anzahl der ursprünglich in Neuseeland vorkommenden Säugetiere ist durch die Insellage auf einige wenige Fledermausarten beschränkt. Vom Aussterben bewahrt konnten die Brückenechsen, urzeitliche Reptilien, die auf einigen kleinen Inseln unter Schutz gestellt werden konnten und in der Sprache der Ureinwohner Tuatara genannt werden.

Goetzenliest (Bild: JooJoo41 / Pixabay)

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