Hallo Banken, - ("liebe" zu schreiben oder "sehr geehrte" widerstrebt mir irgendwie)

Denk´ ich an Euch in der Nacht - bin ich um meinen Schlaf gebracht! Und das nicht nur nachts!

Ich denke auch sofort an die Volksweisheit: "Banken leihen Dir einen Regenschirm, wenn draußen die Sonne scheint, fordern ihn aber zurück, wenn es dann regnet": Aber schlimmer: Ihr seid auch schuld am letzten großen Weltcrash mit all den daraus sich ergebenden gravierenden Folgen bis heute: Verlust von Geldreserven besonders des sogenannten kleinen Mannes. Aber Ihr selbst wascht wie Pontius Pilatus Eure Hände in Unschuld, plündert weiter des Steuerzahlers Kassen und, das Schlimmste: Ihr macht weiter wie bisher!

Nicht zuletzt, weil unverständlicherweise die regierenden Politiker vor Euch in die Knie gehen? Habt Ihr die mit persönlichen Schulden am Wickel oder wisst Ihr vielleicht zu viel über sie und ihre schwarzen Konten?

Wann wird man je versteh´n, wann wird man je versteh´n...

Wo sind sie geblieben - die Millionen der Steuerzahler?

Der unersättliche Schlund der Banken (Bild: R. Hefele)

Aktuelle Beispiele - Von Hypo Real Estate über Zypern bis Spanien

Die Lehman Brothers waren schuld. Sagen alle. Die brachten die Lawine ins Rollen. Und dann kam die Hypo Real Estate in München. Nicht nur ich als Wirtschaftslaie, aber gesegnet mit gesundem Menschenverstand, dachte spontan: Lasst doch die Bank mit all ihren Chefs und Managern gegen die Wand fahren und sichert lieber die Einlagen der Kunden! Das schrieb auch der Österreicher Daniel Gros in seinem Buch "Nachkrisenzeit".Buchtitel

Aber auf uns hört ja keiner. Vielmehr stellten sich die Politiker (waren es nicht Merkel und Steinbrück?) vor die Kamera und stützten die Banken. Dann wäre da in unserem Nahbereich noch die Alpe-Adria und die Machtspielchen von Stoiber und Konsorten. Hatte wieder keine Folgen für die Verantwortlichen, nur für den Bankkunden, den Steuerzahler, den letzten, den die Hunde beißen. Und dann muss man dem Vorstand per Gerichtsurteil auch noch Abfindungen in Millionenhöhe hinterherschmeißen.

Wann wird man je versteh'n...

 Nehmen wir Zypern: Wer so bekloppt war und sein Geld nicht rechtzeitig von der Bank brachte und gar mehr als zufällig 100.000 Euro darauf hatte, vielleicht gerade durch einen Häuschenverkauf, was die Alterssicherung bedeutete, der wurde geschröpft mit der Zypernrettung. Das habt Ihr toll hingekriegt, wenigstens als Warnung für alle ähnlichen Fälle.

Bankenbüttel Rajoy?

Der Gipfel ist der sogenannte Stolz des Spaniers Rajoy. Der nicht für seine Bürger in Brüssel um Geld bitten will, sondern für seine Banken! Da läuft ein gar garstig-zynisches Spiel ab: Erst verlocken die Banken mit zunächst niedrigen, aber variablen(!) Zinsen und hohen Krediten die Normalbürger zum Kauf eines Wohneigentums, dann wird dieser Bürger arbeitslos, kann die Hypothek nicht weiter bedienen. Nach oft nur zwei monatlichen Fehlbeträgen leitet die Bank die Zwangsversteigerung ein und nimmt die Immobilie in ihren Besitz. Das ist bisher nach neuesten Zahlen mit 35.000 Schuldnern passiert. Der Hohn: Die Schulden bestehen aber weiter mit Zins und, wie wir wissen, vor allem dem vernichtenden Zinseszins. Die spanische Familie aber wird obdachlos. Selbstmorde sind die Folge - bei den sonst so fröhlichen Spaniern! Rajoy will aber partout Geld für die Banken und allenfalls gibt es eine Verschnaufpause von zwei Jahren als Schuldverschiebung in die Zukunft!

Wann wird je versteh'n, wann...

Die Kapitalismushochburg USA ist wenigstens so schlau und entschuldet ihre Bürger, wenn sie die Schlüssel zu ihrem Holzhaus der Bank übergeben. Sie sind dann auch damit ihre Hypothekenlast los. Warum also nicht Euros direkt für den EU-Bürger? Gäbe Rajoy das Geld dem verschuldeten Bürger mit der Auflage, damit seine Hypothek an die Bank zurückzuzahlen, so hätte diese ihr Geld! Und der Spanier noch sein Dach über den Kopf. Alles andere ist für mich nahezu staatlich sanktionierter Diebstahl.

Wann wird man je verstehen, wann wird man je versteh'n?

Ihr Banken wäret doch eigentlich "Dienst-Leister"!?

Eigentlich gehört Ihr zum Dienstleistungsbereich, nicht wahr? Darin stecken die Wörter "dienen" und "leisten". Dienen solltet Ihr den Kunden, den Menschen, ihnen Geld leihen zu humanen Zinsen, wenn sie es brauchen und deren Geld sicher anlegen zum Beispiel als Altersvorsorge, auch mit guten Zinsen. Aber Ihr dient in der Mehrheit dem Mammon und dem eigenen Vorteil. Eure Leistung wäre nicht die Shareholdervaluesklaverei, das Schielen auf den Gewinn für Eure Vorstände und Aktionäre, sondern eine Leistung, in dem Fall Verantwortung gegenüber dem Kunden, der doch König sein sollte und der Gesellschaft. Liest man doch immer in Euren Pressetexten und erhält als Werbung um die Ohren gehauen.

 

Offene Anfrage an Bundeskanzlerin Angela Merkel

Liebe Frau Bundeskanzlerin,

kann ich bitte meinen nächsten Geburtstag auch in Ihrem (oder ist es nicht sogar unser aller Steuerzahler-)Bundeskanzleramt feiern und 22 Freunde dazu einladen wie seinerzeit Herr Ackermann von der Deutschen Bank? Ich habe sogar einen deutschen Pass im Gegensatz zu ihm! Ich könnte Sie sogar wählen - im Gegensatz zu ihm! Gleiches Recht für alle! Was sagt denn sonst das Bundesverfassungsgesetz dazu? Ich kann sie übrigens auch beraten, weil sie das als Grund angaben, vielleicht besser als er - nämlich mit gesundem Menschenverstand ohne Lobbyinteressen!

Sagen Sie mir bitte bald Bescheid, das muss ja ordentlich geplant werden.

In froher Erwartung

Dr. Gabriele Hefele

 

Es gibt auch weiße Schafe

Ich weiß, ich kann nicht alle über einen Kamm scheren. Es betrifft hauptsächlich die Global Players unter Euch. Denn es gibt auch rühmliche Ausnahmen, wie ich im persönlichen Umgang erfahren konnte. Da sind die kleinen Niederlassungen vor Ort, wo der Bankdirektor für mich Arbeit übernimmt, beispielsweise die wichtige Überweisung tätigt, weil ich mal wieder einen Stromausfall habe. Mich auch gut berät in der Umschichtung von kleinen Reservebeträgen oder auch sonst mit Lebensrat und -tat zur Verfügung steht, immer Zeit aufbringt für ein persönliches Gespräch. Nicht von ungefähr sind es die genossenschaftlich organisierten Volks- und Raiffeisenbanken und die Sparkassen, auch einige familiär geführte kleine Privatbanken, die auch aus diesem Crash einigermaßen glimpflich davon kamen. 

Matratze als Bankenalternative?

Geld lieber unter die Matratze stecken? (Bild: G. Hefele)

Konsequenzen: Seid Ihr lernfähig?

Merkt Ihr etwas? Immer mehr Menschen verstauen lieber Ihr Geld unter der Matratze als es Euch anzuvertrauen! Oder sie geben es mit vollen Händen aus, was nicht das Schlechteste für die Binnenkonjunktur ist. Tauschgeschäfte wie in der Steinzeit werden immer populärer udn machen Sinn.

Ich selbst habe keine Hypothek am Hals - damit habt Ihr mich zum Beispiel nicht am Wickel. Lieber etwas bescheidener leben. Und der private Geldverleihverkehr nimmt zu. Inzwischen zeigt sich sogar die Politik in Ansätzen leicht lernfähig und spricht von Trennung der Dienstleistungs- und Investitionsbanken. Hatten wir alles brav schon mal, in den Zeiten von Ludwig Erhard, der mit dem Wort "Maß halten" in die Geschichte einging. Stark belächelt seinerzeit.

Dann gibt es noch die neue Art von Banken, immer begehrter, die grünen Banken etwa, die auch mit moderateren Einnahmen agieren. Die teuflische Wachstumsschraube des immer Mehr und Mehr mit höheren Renditen überlebt sich langsam. Das sagt auch Santiago Niño Becerra, Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftsstrukturen an der Universität Ramon Llull in Barcelona in seinem Buch "Der Crash von 2010". Darin sieht er die ungebremste Wachstumshörigkeit an ihrem Ende angekommen.

Vielleicht kommt ja eine neue Generation bei Euch an den Drücker, die nachdenken kann und lernfähig ist. Das wünscht Euch und uns dringend

mit freundlichen Grüßen
Dr. Gabriele Hefele

 

Arlequina, am 19.05.2013
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