31 Jahre Anlauf zum deutschen Oma-Tag

Angeblich brauchte ein eigener Oma-Opa-Tag in Deutschland 31 Jahre, bis es jetzt so weit ist: Ein überregionaler Ehrentag, der 14. Oktober, der dieses Mal auf einen Dienstag fällt, würdigt endlich angemessen die Großeltern. Nachdrücklich sprach sich schon seit Jahren die Senioren Union dafür aus, der GroßelternReport fragte immer wieder im Familienministerium nach. Die Zeitschrift "Leben und Erziehen" kürt längst auf Vorschläge die Großeltern des Jahres - einmal zeichnete sie bis zu fünf Paare aus!

Doch eigentlich sollte endlich das Magazin "Die Bunte" den Stein ins Rollen bringen durch ein Interview mit Ministerin Ursula von der Leyen. Darin stellte das Blatt die Frage, ob Deutschland nicht einen Oma- und Opa-Tag brauche. "Da bin ich sofort dabei", soll die Ministerin gesagt haben, nachdem ihre Amtsvorgänger einen bundesweiten Festtag bis dahin immer abgewehrt hatten. Nun also der 14. Oktober als deutscher Omatag. Ob übrigens erstmalig in diesem Jahr oder schon im letzten ist strittig.

Egal. Er soll dazu dienen, "Danke" zu sagen. Sind doch die Omas oft diejenigen, die an Stelle der Eltern einspringen, wenn Not am "Mann" ist, die aushelfen, wenn das Taschengeld bei den Enkeln nicht ausreicht, die ein offenes Ohr und oft mehr Zeit haben für die Nöte der jungen Generation, für originelle selbstgestrickte Pullover sorgen und die als lebendige Geschichtsbücher herhalten können. Verdient haben sie eine offizielle Extra-Würdigung auf jeden Fall. Wenn auch der GroßelternReport anmerkt, dass sie anstelle von Blumen, Essenseinladungen und Pralinen mehr davon hätten, wenn es Nachbesserungen bei der Elternzeit für Großeltern gäbe. Und gerechtigkeitshalber müßte der Tag "Großelterntag" heißen und auch den Opa mit würdigen.

Flotte Omas

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Omas sind heute sportlich, leben gesundheitsbewusst und bieten manchem Haustier ein liebes Heim

Kleines Lexikon für "Großmutter"

Großmutter heißt bei uns auch Oma, Omi Omatag

In Italien ist sie: la nonna

In Rußland kennen wir sie als: Babuschka

In Spanien: Abuela

Frankreich: Grand-Mère

England: grandmother, grandma

Türkei: Büyükanne

 

Rechts: Werbung zum Omatag von Blume2000 

Andere Länder andere Oma-Tage

  • USA: Der Grandparents Day an jedem ersten Sonntag im September geht auf die Ära von Jimmy Carter und bereits das Jahr 1978 zurück. Aber nicht er initiierte diesen Tag, sondern eine engagierte Großmutter, die 43 Enkel und 15 Urenkel aufweisen konnte.
  • Frankreich: Hier wird der Tag seit 1987 gefeiert und zwar größer als der Muttertag. Man nahm den ersten Sonntag im März, einen Sonntag eben, damit wie in den USA kein Arbeitstag verloren gehe. Sind doch Frankreichs Großmütter zu über 50 Prozent unter 50 Jahre jung und noch in der Mehrheit berufstätig.
  • Italien: Der 2. Oktober ist hier der Großelterntag, der Namenstag von Anna und Joachim, den Großeltern von Jesus. Begangen wird er seit 2005. Die Nonna spielt hier eine große Rolle, ähnlich wie die Abuela in Spanien: um einen alten Baum sitzen die Alten des Dorfes im Schatten, Omis mit Strickzeug, andere, die den Enkel im Kinderwagen wie­gen. Hier braucht es keine Kinderbewahranstalten mit Massenessen für die Kinder der jüngeren Bewohner, die in der Stadt arbeiten.,
  • Polen: Hier ist der 21. Januar der Omatag und am folgenden Datum darauf, dem 22. Januar, der Feiertag für den Opa.
  • Schweden: Und dann ist da noch Filmemacherin Hanna Sköld, die den 21. August zum Welt-Granny-Tag machen will.
Arlequina, am 11.10.2012
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