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Die Klassiker für alle

Hafer und Heu, aber auch Stroh sind seit jeher die bekanntesten Pferdefuttermittel. Pellets und Nahrungsergänzungsmittel fehlen heute auch in kaum einem Stall. Zuerst einmal muss der Energie-und Nährstoffbedarf des Pferdes ermittelt werden. Dabei spielen Rasse, Trainingszustand, Haltungsbedingungen, Temperament und die klimatischen Verhältnissen eine Rolle.

Absolut unentbehrlich bei der Fütterung ist gutes Heu. Es ist rohfaserhaltig und wichtig für die Verdauung. Da das Steppentier Pferd nur über einen verhältnismäßig kleinen Magen verfügt, muss es über den Tag verteilt immer kleine Mengen zu sich nehmen.

Trotz vieler unterschiedlicher Pelletsmischungen ist Hafer immer noch das beste Futtermittel. Wissenschaftliche Studien haben dies nachgewiesen, aber eine fundierte Begründung warum das so ist, konnte bisher nicht gegeben werden.

Füttern sollten Sie zweimal am Tag. Die Menge richtet sich nach Rasse, Größe und Verwendung des Pferdes. Auch hier bitte immer wieder zusätzlich gutes Heu geben, damit es nicht zu einer Überladung des Magens kommt, sonst drohen Koliken.

Sollte Ihr Pferd hauptsächlich Weidegänger sein, kann es speziell im Frühjahr und Herbst zu einem unausgewogenen Nährstoffverhältnis kommen. Hier sind Nahrungsergänzungen wichtig.

 

Bedürfnisse der unterschiedlichen Rassen

Eine Übersicht

Wir gliedern grob in Arbeitspferde, Sportpferde und Freizeitpferde oder anders ausgedrückt: In Kaltblüter, Warm-und Vollblüter.

 

Der Kaltblüter wird überwiegend als Zugpferd eingesetzt. Das Futter richtet sich nach dem Grad der Arbeit. Drei bis vier mal sollten Sie füttern. Dabei sind Heu, Pellets, Silage, schwarzer Hafer und ein Salzleckstein unabdingbar,

Für Reitpferde, die jeder Rasse angehören können, sind, je nach Beanspruchung, Heu und Hafer wichtig. Pellets und Ergänzungsmittel können ebenso auf dem Speiseplan stehen.

Ganz anders sieht es bei Hochleistungspferden aus. Sie haben einen anderen Anspruch an das Pferdefutter. Galopper, Traber und Turnierpferde, müssen kurzfristig Höchstleistungen abrufen. Deshalb benötigen sie neben erstklassigem Hafer und Heu, auch Zugaben von Vitaminen des B-Komplexes und Vitamin C.

Bei Pferden, die für Distanzritte und Vielseitigkeitsprüfungen eingesetzt werden, gestaltet sich die Zusammensetzung des Pferdefutters ein wenig anders. Durch den erhöhten Energiebedarf(Ausdauer) benötigen sie Futter mit Elektrolytzugaben.

Bei Ponys und Kleinpferden sollte das Futter der Körpergröße und Verwendung angepasst werden. Circa eine Stunde leichte Arbeit entspricht dann einem Pfund Hafer zusätzlich.

Speziell in der Zeit des Haarwechsels und nach extremen Anstrengungen sollte allen Rassen Mash verabreicht werden. Zwei- bis dreimal in der Woche eine normale Pferdefutter-Ration dagegen austauschen.

 

Zuchtpferde

Futter für die zukünftigen Champions

Welcher Züchter träumt nicht von einem großartigen Pferd? Bevor der neue Champion aber geboren wird, muss er wissen, welches Futter für seine Tiere wichtig ist.

Beginnen wir mit den Mutterstuten, den güsten, laktierenden oder tragenden.

Eine güste Stute, also bei einer Bedeckung nicht tragend geworden, benötigt viel gutes Heu, Möhren und Grassilage. Kraftfutter sollte nur einen geringen Anteil der Futtermenge ausmachen.

Tragende Stuten haben ab dem achten Trächtigkeitsmonat einen vermehrten Bedarf an Spurenelementen und Vitaminen.

Laktierende Stuten, also mit Fohlen bei Fuß, haben einen erhöhten Nährstoffbedarf. Allein der Eiweißbedarf ist in den ersten drei Monaten doppelt so hoch wie bei Hochleistungspferden. Hier bieten sich spezielle Zuchtstutenfutter an.

Für alle gilt: Ausreichend Heu sollte immer zur Verfügung stehen, dabei unbedingt darauf achten, dass es nicht schimmelig ist.

 

Ein Fohlen erhält direkt nach Geburt durch die Mutter die Kolostralmilch. Diese hat einen besonders hohen Eiweißgehalt, die ihm Schutz-und Nährstoffe liefern. Ab dem dritten Lebensmonat sollten Sie zufüttern. Sogenannte Fohlenstarter-Futter bieten eine ausgewogene Ernährung an. Eine Auswahl finden Sie hier http://amzn.to/1cz34H2

Wenn Sie einen Deckhengst im Stall haben, dann ist seine Fütterung vergleichbar mit der eines Hochleistungspferdes. Achten Sie bei Fertigfutter auf den Eiweißgehalt. Zu viel davon birgt die Gefahr der Sterilität. Wichtig sind als Zusatz Vitamingaben und Leinöl.

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Fütterung bei Offenstallhaltung

Das Pferd als Herdentier ist nicht immer glücklich mit der Boxenhaltung. Offenstall- oder Weidehaltung ist hier das Zauberwort. Diese Haltungsform ist nicht völlig problemfrei, z.B. bei der Zufütterung. Gras als Hauptnahrung reicht leider nicht immer aus.

Bei der Offenstall- bzw. Weidehaltung muss ein ausreichend großes Terrain gewährleistet sein. Pferde haben eine strenge Rangordnung, deshalb kommt es bei der Gruppenhaltung oft zu Schwierigkeiten beim Füttern.

Wenn die Tiere Kraftfutter erhalten, sollten sie im besten Fall an Einzelfutterplätzen angebunden werden. So wird sichergestellt, dass jedes Pferd individuell versorgt wird oder Sie arbeiten mit Futterbeuteln. Das geht aber nur, wenn die Anzahl der Pferde überschaubar ist.

Da die Futterzuteilung in größeren Gruppen sehr aufwendig ist, sorgt hier eine technische Entwicklung für Erleichterung. Ein elektro-magnetischer "Schlüssel" am Halfter sorgt für den Zugang zum eigenen Fressplatz.

Für eine sehr große Herde gibt es die computergesteuerte Variante. Mittels eines Senders am Halfter kann das Tier sein individuelles Futter im Fressstand abrufen.

Auch während der Vegetationsphase sollte immer ausreichend Heu zur Verfügung stehen. Große Rundraufen bieten dafür den Platz und ermöglichen es den Pferden ungestört zu fressen.

Eine Offenstall-oder Weidehaltung sollte je nach Größe, über frostsichere Selbsttränken und Salzlecksteine verfügen. Neben den Futtergaben freuen sich Pferde über Baumstämme, die hervorragend zum Abnagen geeignet sind.

 

Haut und Haare

Genau wie beim Menschen, sind auch bei Pferden Hauterkrankungen auf dem Vormarsch.

Meistens werden diese ausgelöst durch Allergien, Umweltgifte und Pilzinfektionen. Häufig sind aber auch Ernährungsfehler dafür verantwortlich.

Einem trockenem und brüchigem Haarkleid liegt oft ein Eiweiß- bzw. Aminosäuren Mangel zugrunde. Der Handel hält Futtermischungen bereit, die eine ausgewogene Zusammensetzung aufweisen. Ein Überschuss an Eiweiß, speziell bei mangelnder Bewegung, schädigt die Nieren. Das ist oft erkennbar an fettig-struppigem Fell. Deshalb sollten Sie das Futter nicht selbst zusammenstellen, sondern auf diätetische Mittel zurückgreifen.

Die häufig auftretende Nesselsucht, die auf der Haut stark sichtbare Quaddeln hinterlässt kann durch Insektenstiche bzw. Brennesselkontakt ausgelöst werden. Aber auch das Futter kann der Verursacher sein. Versuchen Sie über hier das Ausschlussverfahren die Ursache zu finden

Schuppenbildung im Fell, Haarausfall und Juckreiz sind unschön und sind oft eine Qual für das Pferd. Verantwortlich dafür kann ein Mangel an Zink, Vitamin A und Karotin sein. Ergänzungsfuttermittel sind hier eine gute Alternative.

Wenn das Haarkleid spröde, glanzlos und trocken ist, hilft die Zufütterung von Biotin/Bierhefe. Es gibt ausgezeichnete Zusatzfuttermischungen im Fachhandel. Auch das Horn des Hufes profitiert davon.

Helfen Sie ihrem Pferd während des Haarwechsels. Unterstützen Sie diesen Vorgang mit Mash. Mash, eine Mischung aus Haferschrot, Leinsamen und Weizenkleie wird mit kochendem Wasser übergossen und dann lauwarm verfüttert. Auch hier gibt es Fertigmischungen zu kaufen.

 

Knochen und Muskeln

 

Aber nicht nur am Haarkleid sieht man, ob ein Pferd gesund ist. Bewegungsablauf und Muskulatur zeigen es ebenfalls. Deshalb sollte frühzeitig eine Versorgung mit mineralstoff- und vitaminreichem Futter erfolgen.

Beginnen Sie bereits im Fohlenalter mit der Zufütterung, denn hier wird der Grundstein für ein erfolgreiches Pferdeleben gelegt. Eine alte Züchterregel sagt: Was du in der Jugend versäumst, kann im Alter nie wieder gut gemacht werden! Halten Sie sich genau an die Dosierungsempfehlungen, denn ein zu viel ist für das Fohlen schädlich. Das Zusatzfutter für einen gesunden Knochenaufbau enthält in seiner Mischung immer ein ausgewogenes Verhältnis der Mineralstoffe Natrium, Kupfer und Kalzium. Vitamin A ist speziell in der Stallhaltungsphase erforderlich.

Eine Lahmheit beim Pferd wird überwiegend durch äußere Einflüsse verursacht. Allerdings können hier über das Futter Zusatzstoffe gegeben werden, um die Heilung voranzutreiben. Kleingeschnittener Beinwell ist ein altes Heilmittel und kann unter das übliche Futter gemengt werden.

Pferde, die in der Rekonvaleszenz stehen oder lange aus dem Training sind, benötigen zum Muskelaufbau Hilfe. Hier bieten sich viele Präparate an, die als Hauptbestandteile Meeresalgen, Muschelextrakte und Vitamine enthalten.

Muskeln sollten langsam aufgebaut werden. Über einen Zeitraum von drei Monaten kann das Pferd Muskelaufbaupräparate erhalten, allerdings immer im Verbund mit Training und entsprechender Fütterung.

Tipp:  Bei der Fütterung für den Muskelaufbau darauf achten, dass das Präparat nicht unter Doping fällt. Das ist besonders wichtig, wenn das Pferd im Leistungssport eingesetzt wird.

 

Das alte Pferd

Wir alle werden älter, auch unsere Pferde

Mit zunehmendem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit ab, aber auch der Organismus hat andere Bedürfnisse. Der Energiebedarf verringert sich und das Futter muss darauf abgestimmt werden.

Zuerst fallen die Alterungsprozesse an der Verdauung auf, aber auch Herz, Nieren und der Bewegungsapparat sind betroffen. Im Handel gibt es Futtermittel, die ausschließlich den Pferdesenior ansprechen

Jetzt werden bei unserem alten Pferd die Spurenelemente Zink und Selen, ebenso wie Vitamin A und E auf das Doppelte der Norm beim Futter angehoben. B-Vitamine, wie sie z.B. in der Bierhefe vorhanden sind, sind eine weitere Futterergänzung.

Wenn die Schneidezähne und der Bewegungsapparat noch einwandfrei funktionieren, ist der tägliche Weidegang wichtig für den Senior. Auch hier sollte wie im Stall immer gutes Heu vorhanden sein. Sollten die Backenzähne nicht mehr in Ordnung sein, versuchen Sie als Pferdefutter gehäckselte Grassilage zu geben. Ist auch dies nicht mehr möglich, gibt es als Rauhfutterersatz im Handel sogenannte Grünmehle.

Sollten Sie bisher Pellets gefüttert haben, dann bieten Sie es am besten geschrotet an oder ersetzen es durch eiweiß- und fettreiche Müslis. Auch Futtermischungen für Absatzfohlen oder Zuchtstuten sind für ältere Pferde geeignet.

Den Senioren sollte das Pferdefutter drei -bis viermal am Tag verabreicht werden. Achten Sie immer auf Gewichtsverlust. Zahnschäden aber auch Leber-, Herz,-und Nierenerkrankungen können die Ursache sein. Diätetische und Ergänzungsfuttermittel gibt es im Handel http://amzn.to/1kEGSmY oder fragen Sie ihren Tierarzt.

 

 

 

Denken Sie immer daran: Gutes Futter ist das A und O für ein langes und gesundes Pferdeleben!

 

Autor seit 2 Jahren
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