Sind Fürze giftig?

Um zu klären, ob Fürze giftig sind, muss man ersteinmal untersuchen, woraus sie bestehen. Überhaupt - Erwachsene reden nicht von Fürzen oder Pupsen, sondern von Darmwinden, Winden oder Blähungen. Vor allem letzteres hört sich so harmlos an, dass man keine Giftigkeit unterstellen möchte.

Oder doch?

Natürlich gilt "nomen est omen": Darmwinde sind gehaltvolle Luftströme, die im Darm entstehen. Nur: Wie kommen sie dahin?

Experten sagen, dass sie auf der Luft bestehen, die der Mensch beim Essen sozusagen "mitschluckt". Das wäre insofern beruhigend, als die Luft an sich ja nicht giftig ist. Zumindest nicht, wenn man sie nicht neben dem Auspuff eines Diesel-Busses "verspeist" hat.

Das stinkt gewaltig (Bild: Benjamin Thorn /Pixelio.de)

Allerdings ist das nicht alles. Auch die Nahrung, die gut zerkauft und als Speisebrei im Darm landet, entwickelt Gase. Und zwar deshalb, weil bei der Verdauung Bakterien im Spiel sind. Diese haben ihre eigenen Stoffwechselprozesse und sondern dabei Gase ab. Sie sondern als Kohlendioxid und Stickstoff ab. Aber auch Wasserstoff und Methan entstehen.

All diese Gase sind zwar für den Treibhauseffekt mitverantwortlich, aber vollkommen ungiftig.

Leicht entflammbar - Fürze sind eine zündende Sache

Auch Methan an sich ist nicht nur farb-, sondern auch geruchlos. Und ungiftig. Allerdings hat es eine tolle Eigenschaft, mit der das Gas berühmt geworden ist: Es ist entflammbar. Und zwar leicht. Beispielsweise zum Heizen wird es verwendet, früher wurde es zum Betreiben von Automobilen im sogenannten "Holzmotor" herangezogen.

Im Klartext heißt das aber auch: Der Furz brennt!

Ob es sich allerdings empfiehlt, sich daraus einen Spaß zu machen und mit dem Feuerzeug zu hantieren, sei dahingestellt. Für eventuelle verbrennungen kann der Artikel auf PW jedenfalls keine Haftung übernehmen!

Der Nachteil: Methan ist leichter als Luft. Es steigt in der Atmosphäre auf und ist dadruch verantwortlich für den Treibhauseffekt.

Kühe sondern Methangase übrigens nicht nur bei ihren Ausscheidungen, sondern auch beim Atmen ab.

Fies ist nicht giftig - Der Gestank schadet nicht

Die Gase, aus denen ein Pups entsteht, sind also samt und sonders geruchlos und ungiftig - und folglich könnte es auch der Darmwind selbst. Die olfaktorischen "Zusatzstoffe" im Pups stammen teilweise von den Speisen, die verzehrt wurden.

Aber Achtung: Die Gase - bislang Stoffwechselprodukte der Bakterien - reagieren durch den Sauerstoff miteinander.

Ammoniak wird frei - und Schwefelwasserstoff. Beide Stoffe sind aus dem Chemieunterricht hinreichend bekannt: Es stinkt höllisch zum Himmel. Schwefelwasserstoff ist für den Menschen auch giftig, weil es die roten Blutkörperchen angreift.

Allerdings könnten hochdosierte Fürze - also mehr als die zehn bis 20, die ein Mensch pro Tag normalerweise lässt - die Sinne ein bisschen benebeln. Das iiegt nicht nur an den Gasen (einige bringen entsprechende Eigenschaften ohne Langzeitwirkung mit), sondern in erster Linie am fiesen Geruch.

Einen krachen lassen - Warum manche Fürze deutlich zu hören sind

Solange es irgendwie geht, hält der Schließmuskel den Pups zurück. Irgendwann gibt der Mensch dem drängenden Gasgemisch dann nach - und lässt einen fahren. Manchmal auch krachen: Mitunter wachsen sich die Darmwinde nämlich zu einem richtigen Sturm nebst Donner aus.

Woran liegt's? In einem solchen Fall war  mächtig Druck dahinter. Je stärker der ist, umso deutlicher udn lauter ist der Pups zu vernehmen.

Offensichtlich waren stinkende Pupse auch für frühere Generationen auch schon der Hit; heute ist das Vergnügen auf Jungs und Mädchen beschränkt. Meine Großmutter jedenfalls erheiterte mich als Kleinkind, indem sie einen Spruch ihres Vaters zitierte, in dem die "Wohltaten des Pfurzes" gepriesen wurden.

Leider kann ich nicht mehr recherchieren, ob die albernen Verse damals Allgemeingut waren, oder ob Uropa Heinrich sie selbst zusammengedichtet hatte (dann hätte er natürlich das Copyright drauf!). Das habe ich vergessen, die Oma zu fragen - falls jemand mehr weiß, bitte melden!

Die fünf Wohltaten des Pfurzes:

Erstens, weil er stinkt und kracht,

Zweitens weil er Luft verschafft,

Drittens tut's dem Leibe wohl.

Viertens gibt's einen Geruch in die Nas'.

Fünftens bläst's den Staub vom A...

(falls welcher drauf ist).

Das sagt Knigge - Wenn ein Pups entweicht...

Rund ein Liter Darmgase müssen täglich ausgeschieden werden. Das meiste davon entweicht nachts - unbemerkt und ungehört. Aber es kann sich auch tagsüber mal ein Pups ankündigen.

Knigge hält Rat bereit für alle, die in diesem Moment nicht alleine sind:

  • Blähende Speisen wie Zwiebeln, Hülsenfrüchte oder Kohlarten, möglichst von vorne herein meiden.
  • Wenn sich ein Pups ankündigt, diskret den Raum verlassen; Toilette aufsuchen oder ins Freie gehen.
  • Entschuldigen, wenn das Malheur aufgeflogen ist - nur so kommt man erhobenen Kopfes aus der Sache raus!

Mit Biogas Geld verdienen - Der Kunstpupser und seine Karriere

Unglaublich, aber wahr: Schon vor über 120 Jahren konnte man mit Biogas Geld verdienen. Damals gab es keine Anlagen, wie sie heute zur Energiegewinnung eingesetzt werden, nein, damals genügte ein Furz, um für Furore zu sorgen.

 

Unglaublich, aber wahr - Kunstpupser Pujol, 1857 - 1945
Joseph Pujol - Le Pétomane

Joseph Pujol - Le Pétomane

Der Franzose Joseph Pujol trat als Kunstfurzer im berühmten Moulin Rouge in Paris auf. Kinderlieder und sogar die Nationalhymne konnte er pupsen. Oder Kerzen ausblasen, die einige Meter von seinem Hintern entfernt standen. Der Gute wurde mit seinem Können schnell zum Star, der sein Publikum zum Toben bracht. Deshalb legte er sich einen passenden Künstlernamen zu: "Le Pétomane" (von péter = furzen). Mit seiner Kunst sahnte er vor allem zwischen 1890 und 1894 eine tolle Gage ab.

Sein Trick: Er konnte mit seinem Allerwertesten Luft einsaugen und sie nach Wunsch dosiert wieder ablassen. Diese Fähigkeit hatte er als Kind beim Schwimmen im Meer entdeckt. Echte Fürze waren es also nicht, die da für Töne sorgten.

Nach einigen Jahren hängte der Künstler seine Pups-Karriere an den Nagel und arbeitet fortan als wieder als Bäcker.

Und auch heute noch kann man als Kunstfurzer - nobel ausgedrückt "Flatulist" - Geld verdienen. Mr. Methane aus Großbritannien trat in verschiedenen TV-Shows auf. 2006 setzte er sich im Alter von 40 Jahren zur Ruhe.

Myrtis, am 05.02.2013
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