Was ist ein Safety Razor oder Sicherheitsrasierer?

Der Rasierhobel ist gewissermaßen der Vorläufer der modernen Rasiersysteme. Konzipiert wurde er als Nachfolger des klassischen Rasiermessers. Am Prinzip hat sich bis heute nichts geändert. Um sich rasieren zu können, muss – wie sollte es anders sein – eine Klinge eingelegt werden. Dazu wird der Hobel aufgeschraubt. Bei den meisten Modellen hält man anschließend zwei Teile in der Hand: den Kopf und den Griff. Die Klinge wird einfach auf die Halterung gesetzt und der Hobel wieder verschraubt. Die zweite Variante nennt sich "Twist To Open" oder bildlicher gesprochen "Butterfly". Dabei lässt sich der Kopf per Drehmechanismus öffnen, um die Arretierung für die Klinge freizulegen.

Ein Unterschied zu den modernen Systemrasierern: Die Klinge wird bei einem Rasierhobel fest eingespannt. Sie ist nicht federnd gelagert, gibt also nicht nach. Dafür kann man sich in der Regel mit beiden Seiten des Hobels rasieren. Dort lugt die Klinge ein wenig hervor, mal mehr, mal weniger. Das hängt vom Modell ab. Angeboten werden unterschiedliche Klingenköpfe, unter anderem mit Schrägschnitt oder mit Zahnkamm. Für den Anfang sollte man sich darüber weniger Gedanken machen. Die Faszination für die klassische Rasur kommt von ganz alleine, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat.

Was müssen Einsteiger bei der Hobelrasur beachten?

Der erste Rasierhobel muss weder sonderlich teuer, noch von einer bestimmten Marke sein. In vielen Drogerien gibt es den "Wilkinson Classic" für unter fünf Euro inklusive einiger Klingen. Das Modell ist schlicht, aus Metall, hat aber – glaubt man den Aussagen in den großen Rasierforen – auch seine Schwächen. Die ersten Rasuren sollte man jedoch problemlos überstehen. Schließlich geht es darum, ein Gefühl für die Nassrasur mit einem Hobel zu bekommen. Wer lieber gleich ein paar Euro mehr ausgeben möchte, erhält für knapp 30 Euro sehr gute Geräte. Oder man startet mit einem Set, das neben einem günstigen Hobel auch Rasierseife, einen Rasierpinsel und eine Auswahl Klingen umfasst. Denn auf Dauer wird man ganz sicher auf Schaum aus der Dose verzichten wollen.

Für die erste Rasur sollte man sich ein wenig Zeit lassen und die Haut sorgsam vorbereiten. Die wichtigste Regel lautet: ohne Druck rasieren. Die Klinge muss über die Haut gleiten. Anderenfalls darf man sich, auch bei jedem anderen Rasierer, nicht wundern, wenn die Haut gerötet und gereizt ist. Das Gewicht des Hobels und die Klinge erledigen die ganze Arbeit. Das setzt voraus, dass der Rasierschaum gute Gleiteigenschaften hat. Denn über einen Gleitstreifen verfügen Rasierhobel nicht.

Heißt: Die Hobelrasur verlangt etwas mehr Vorsicht. Oder positiv ausgedrückt: Sie setzt ein wenig Aufmerksamkeit voraus. Das kostet anfangs ein paar Minuten mehr, und vielleicht ist das Ergebnis nicht babypopoglatt. Diese Hürden lassen sich mit etwas Übung jedoch leicht überwinden. Dazu zählt auch, den richtigen Winkel zu finden. Systemrasierer geben den Winkel von der Klinge zur Haut vor. Der Nutzer muss sich darüber keine Gedanken machen und kann einfach loslegen. Beim Hobel gilt es indes, den optimalen Winkel zu ermitteln, damit die Klinge perfekt schneidet und nicht an den Haaren reißt. Als ideal gelten 20 bis 30 Grad. Das hat man nach einiger Zeit im Griff. Daher ist ratsam, es vorerst langsam angehen zu lassen.

Welche Vorteile bietet die Rasur mit Hobel?

Der ganze Aufwand, sich erst an das Gerät gewöhnen zu müssen und mit dünnen Klingen zu hantieren, macht sich auf Dauer bezahlt. Denn ein Rasierhobel bietet gleich mehrere Vorteile.

  • Die Kosten: Ein Klingenblock für einen Systemrasierer kostet teilweise über vier Euro. Selbst günstige Klingen schlagen mit einem oder zwei Euro zu Buche. Einfache, gleichwohl sehr gute Rasierklingen gibt es im 100er-Pack für knapp 20 bis 30 Euro. Macht 20 bis 30 Cent je Klinge. Je nachdem, wie lange sie halten – was sich nach dem Bartwuchs und dem Rasurturnus richtet – kommt man auf unter fünf Cent je Rasur. Der etwas höhere Anschaffungspreis für den Hobel amortisiert sich dadurch sehr schnell.
  • Die Haut: Fünf-Klingen-Rasierer werden als schonend gepriesen. Überlegt man allerdings, dass mit jedem Zug fünf Klingen über die gleiche Stelle gehen, und das teils mehrfach, sollten Reizungen und Rasurbrand niemanden überraschen. Ein Hobel hat nur eine Klinge, die genauso viele Haare entfernt, wie ein großer Klingenblock. Zudem enthalten die Gleitstreifen moderner Rasierer sehr viel Chemie, die nicht jeder gleich gut verträgt. Oft lassen sich Entzündungen und Rötungen auf diese kleinen, bunten Streifen zurückführen.
  • Die Umwelt: Neue Nassrasierer und auch die Klingenblöcke bestehen größtenteils aus Kunststoff. Diese Blöcke landen komplett im Abfall. Auf die Jahre gerechnet häuft sich ansehnlicher Berg aus Plastikmüll an. Rasierhobel halten länger, und als Abfallprodukt fällt meist nur die einfache Klinge an. Die Klingen selbst sind in kleinen Plastikboxen und einzeln in Wachspapier verpackt. Das spart viel Platz in der Mülltonne.

Da jede Haut, jeder Bart(wuchs) anders ist, kann es auch bei der Hobelrasur zu Problemen kommen. Deshalb der Hinweis, es ohne Hetze und mit einfachen Geräten zu probieren. Die meisten Nutzer bereuen den Umstieg nicht. Es kommt halt auf einen Versuch an.

Autor seit 4 Jahren
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