Dr. Michael Succow

Prof. em. Dr. Michael Succow (geb. 1941) zählt zu den bedeutendsten Naturschützern Deutschlands. Der Biologe initiierte 1990 das Nationalparkprogramm der DDR und widmet sich seit 1999 mit seiner Stiftung dem weltweiten Moor‑ und Klimaschutz sowie der Entwicklung neuer UNESCO‑Biosphärenreservate und Weltnaturerbegebiete.

Stimmen zum Buch

"Michael Succow ist ein Pionier und Vorbild. Dieses Buch macht Mut und öffnet jedem die Augen dafür, was ein engagierter Mensch bewirken kann." — Dr. Eckart von Hirschhausen, Gründer der Stiftung Gesunde Erde – Gesunde Menschen.

Inhaltsangabe

Das Abenteuer des Lebens ist eine autobiografische Rückschau, die Succows Lebensweg mit den ökologischen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der DDR und der Nachwendezeit verknüpft.

Das Buch beginnt in der brandenburgischen Nachkriegslandschaft, in der Natur noch Alltag und Lehrmeister war. Von dort führt Succow durch seine wissenschaftliche Ausbildung in der DDR, seine Konflikte mit Behörden und Ideologien und seine zunehmende Überzeugung, dass Landschaftsschutz nur durch konsequente politische Arbeit möglich ist.

Der zentrale Abschnitt widmet sich dem historischen Moment 1990, als Succow das Nationalparkprogramm der DDR initiierte und damit in kürzester Zeit großflächige Schutzgebiete sicherte.

Bild: © Michael Succow Stiftung

Im letzten Drittel des Buches beschreibt er seine internationale Arbeit, seine Stiftung, seine Projekte in Osteuropa und Zentralasien sowie seine Überzeugung, dass Moor- und Landschaftsschutz heute eine der wichtigsten Antworten auf Klimakrise und Artenverlust ist.

Grefe strukturiert diese Erinnerungen präzise, ordnet sie historisch ein und macht die fachlichen Zusammenhänge verständlich, ohne sie zu vereinfachen.

Inhaltsverzeichnis

  • Die Kindheit in der Nachkriegslandschaft
  • Erste Naturerfahrungen und Prägungen
  • Studium und wissenschaftliche Ausbildung in der DDR
  • Konflikte mit Behörden und ideologischen Grenzen
  • Moorforschung und erste Schutzprojekte
  • Der politische Umbruch 1989/90
  • Das Nationalparkprogramm der DDR
  • Internationale Projekte und Stiftungsarbeit
  • Moore als Klimaschützer
  • Haltung, Verantwortung und Zukunftsperspektiven

Analyse und Bewertung

Succows Weg beginnt in der brandenburgischen Nachkriegslandschaft, in der Natur noch Alltag und Lehrmeister war. Von dort führt er über die wissenschaftliche Ausbildung in der DDR, über Konflikte mit Behörden und Ideologien bis hin zu jenem historischen Moment 1990, als er das Nationalparkprogramm der DDR initiierte und damit Landschaftsschutz in einer bis dahin unvorstellbaren Dimension ermöglichte.

Christiane Grefe begleitet diese Lebensstationen mit einer journalistischen Präzision, die das Persönliche mit dem Politischen verbindet und zeigt, wie konsequent Succow über Jahrzehnte hinweg für eine andere Beziehung zwischen Mensch und Landschaft eingetreten ist.

Heute, da Klimakrise, Artenverlust und Bodenzerstörung längst keine abstrakten Szenarien mehr sind, liest sich Succows Lebenswerk wie ein praktischer Leitfaden für eine Zukunft, die noch möglich ist. Seine Erfahrungen mit Mooren, Auen und Kulturlandschaften zeigen, wie eng Klimaschutz, Wasserhaushalt und regionale Wirtschaft miteinander verwoben sind – und wie viel Wirkung entsteht, wenn wissenschaftliche Erkenntnis auf politisches Handeln trifft.

Der Mann Michael Succow und das Moor

"Seine ökologisch‑hydrologische Moortypisierung gilt bis heute als Standardwerk der Moorkunde, und seine internationale Arbeit – von Kamtschatka über das Lena‑Delta bis nach Kirgisistan – zeigt, wie weit sein Einfluss reicht. Als stellvertretender Minister für Natur‑ und Umweltschutz der DDR trug er 1990 maßgeblich dazu bei, dass sieben Prozent der Landesfläche unter Schutz gestellt wurden." (Fakten aus Wikipedia )

Mein persönlicher Resonanzraum

Beim Lesen von Succows Erinnerungen wurde mir bewusst, wie sehr sie einen inneren Landschaftsraum berühren, der auch meine eigene Naturwahrnehmung geprägt hat. Menschen wie Karl Foerster, einer der prägenden Staudenforscher des 20. Jahrhunderts, Alfred Pohlmann, Hamburger Journalist und Geschichtsforscher, und sein Sohn, der Biologe Dr. Joachim Pohlmann, ebenso wie den Tierfotografen Heinz Sielmann oder dem Düsseldorfer Kunstschaffenden Joseph Beuys, waren mir früh vertraut, nicht nur durch ihre Arbeit, sondern durch biografische Nähe. Viele von ihnen stammen aus den Landschaften um Königsberg und Masuren, jenen weiten, wasserreichen Räumen, in denen Natur zu einem seelischen Grund wird.

Vielleicht erklärt gerade diese gemeinsame Herkunft, warum Succows Erinnerungen in mir einen so vertrauten Ton anschlagen, als würde ich in seinen Beschreibungen etwas wiederfinden, das längst Teil meiner eigenen inneren Landschaft ist.

All diese Linien ließen mich beim Lesen erkennen, wie sehr Succow in einer Tradition steht, die Natur nicht nur erforscht, sondern erinnert, erzählt und als Herkunft begreift.

Christiane Grefe

 

 

 

Christiane Grefe (geb. 1957) ist Journalistin und Sachbuchautorin. Sie wuchs im Sauerland auf, studierte Politikwissenschaft in München und besuchte die Deutsche Journalistenschule. Sie arbeitete u. a. für Natur, GEO, die Süddeutsche Zeitung und von 1999 bis 2024 für DIE ZEIT. Ihre Bücher befassen sich mit Bioökonomie, Bodenpolitik und gesellschaftlichen Transformationsprozessen. 2024 erhielt sie den Umweltmedienpreis der DUH für ihr Lebenswerk.

Bild: © Privat

Fazit

Was "Das Abenteuer des Lebens" auszeichnet, ist die Verbindung von persönlicher Glaubwürdigkeit und fachlicher Tiefe. Succow erzählt nicht, um sich selbst zu inszenieren, sondern um zu zeigen, wie Veränderung entsteht: durch genaue Beobachtung, wissenschaftliche Redlichkeit und die Bereitschaft, politische Gelegenheiten zu nutzen.

Grefe hält diese Erzählung zusammen, strukturiert sie und macht sie zugänglich, ohne sie zu glätten. So entsteht ein Buch, das weit über eine Biografie hinausgeht: ein Zeitdokument, ein ökologisches Lehrstück und ein Mutmacher.

Es erinnert daran, dass Veränderung dort entsteht, wo Wissen, Haltung und Beharrlichkeit zusammenfinden – und dass die eigene Wirksamkeit größer sein kann, als man glaubt.

Michael Succow, Christiane Grefe, Oekomverlag, Softcover, 304 S., erscheint am 05.03.2026

ISBN-10 ‏: ‎ 3987265116

ISBN-13 ‏: ‎ 978-3987265112 

MonikaHermeling, vor 16 Stunden
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Bildquelle:
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