Rohkosternährung- was ist das eigentlich genau?

Rostkosternährung bedeutet, dass die Lebensmittel nicht erhitzt werden, eben in ihrem Rohzustand verzerrt werden. Lediglich erhitzen bis 40 Grad in speziellen Öfen oder im Dörrautomat ist erlaubt.

Es gibt verschiedene Rohkostlehren. Einmal die omnivore Rohkost, bei der auch Fleisch und Fisch gegessen werden, allerdings nur getrocknet oder frisch. Bei der vegetarischen Rohkost wird auf Fleisch und Fisch verzichtet, aber es dürfen Rohmilch, Rohmilchkäse und rohe Eier gegessen werden. Die meisten Rohköstler sind Veganer, das heißt, sie nehmen nur unerhitzte pflanzliche Kost zu sich. Die Hauptnahrungsquelle ist bei ihnen Blattgemüse, dass sie wegen des grünen Farbstoffes Chlorophyll und des Eiweißes in großen Mengen essen. Ansonsten ernähren sie sich auch von kaltgepressten Ölen, Nüssen, Samen und Beeren.

Die Ernährung von Rohköstlern ist der Ernährung der Menschenaffen und unserer Vorfahren, den Steinzeitmenschen sehr ähnlich. Die sich fast zur Hälfte von wilden Früchten und Beeren ernähren und ansonsten fast ausschließlich Blätter und Wildpflanzen essen. Wenn sich ihnen die Möglichkeit bietet, essen sie auch tierische Kost.

Rohkosternährung- als Dauerkost nicht gesund

Wer viel Rohkost zu sich nimmt, hat eine überdurchschnittlich hohe Vitaminzufuhr. Es wird besonders viel Vitamin C, A, B1, B6, Folsäure und Beta Carotin aufgenommen. Außerdem wird auch sehr viel von dem wertvollen Spurenelement Selen zugeführt. Rohköstler nehmen damit hoch antioxidative Substanzen zu sich, die vorbeugende Wirkung gegen diverse Volkskrankheiten, wie Krebs und Herz- und Kreislauferkrankungen haben. Das klingt also alles erstmal sehr gesund, hat aber auch seine Schattenseiten.

Denn viele Rohköstler, besonders die Veganer und Vegetarier leiden unter Untergewicht. Außerdem besteht meist ein Mangel an Calcium, Zink, Jod, Vitamin D, Vitamin B12 und Eisen. Der Mangel nimmt mit den Jahren der Rohkosternährung immer mehr zu.

Aus diesem Grund wird die Rohkosternährung nicht als Dauerernährung empfohlen. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hält Rohkost für einen wichtigen Beitrag zur gesunden Ernährung. Allerdings orientiert sie sich mit ihren Empfehlungen eher an der Vollwert- Ernährung. Die Vollwert- Ernährung ist überwiegend ovo-lacto vegetarisch. Sie setzt sich zu 50 % aus unerhitzter Frischkost und zu 50 % aus erhitzter Kost zusammen. Außerdem achtet sie bei der Auswahl der Lebensmittel auf regionale Herkunft, der Jahreszeit angepasst und am besten aus biologischem Anbau.

Was bei Rohköstlern auf den Tisch kommt

Ganz salopp gesagt, könnte man meinen, Rohköstler ernähren sich wie wir. Sie essen gerne Pasta, Sushi, Aufläufe, Brot, Kuchen und noch vieles mehr. Nur das sie alles roh essen!

Für Nudelgerichte wird Gemüse wie Nudeln zurecht geschnitten. Als Nudelnersatz wird zum Beispiel gerne Zucchini genommen und als Fleischersatz werden Pilze angeboten. Für Saucen oder Suppen wird das Gemüse dann einfach püriert. Für Rahmsauce werden allerdings meist zerkleinerte Sonnenblumenkerne verwendet. Für Reisgerichte wird Blumenkohl in Reisgröße geschnitten. Das geht eigentlich alles sehr schnell in der Herstellung, eben weil das Kochen oder Backen wegfällt.

Die Brotherstellung dauert allerdings etwas länger, da man das Getreide erst anpflanzen muss. Die Getreidekeimlinge werden nach der Ernte püriert und im Sommer draußen oder im Ofen für 12 Stunden bei 40 Grad getrocknet. Am Ende hat man dann einen Brotfladen, der oft aus Dinkel und Roggen besteht.

Da Rohköstler auch gerne Süßspeisen essen, gibt es auch Kuchenrezepte und sogar rohe Pralinen. Rohe Süßigkeiten werden meist aus getrocknetem Obst oder auch frischer Banane, Nüssen und Carobpulver hergestellt. Als Nüsse werden oft Mandeln verwendet, die über Nacht einweichen müssen und dann püriert werden. Carobpulver besteht aus der zermahlenen Frucht des Johannisbrotbaums und dient als Kakaoersatz.

Die rohköstliche Ernährung bietet also sehr viele spannende Gerichte und wer gerne experimentiert, sollte sich auch roh versuchen. So lange man Rohkost nur in seine Ernährung einbaut und sich nicht auf Dauer so ernährt, ist sie auch sehr gesund.

Autor seit 4 Jahren
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