Daten zum I. Weltkrieg

Der Krieg von 1914 bis 1918 ist als der erste Weltkrieg in der Menschheitsgeschichte zu bezeichnen. Er übertraf alle bisher dagewesenen kriegerischen Auseinandersetzungen. Insgesamt waren 40 Staaten an diesem Krieg beteiligt. 70 Millionen Menschen standen unter Waffen, und der Krieg forderte 17 Millionen Menschenleben. Das besondere am I. Weltkrieg ist auch der Einsatz modernster Waffen, deren Wirkung zu nie dagewesenen Menschenverlusten führten. Maschinengewehre, Bomben, Tanks (heute Panzer), Gaseinsatz sowie weitere Waffenarten führten zu einem Materialkrieg. Sehr schnell kamen die Fronten zum Stehen, und es setzte ein Stellungskrieg ein, der zu hohen Verlusten auf beiden Seiten führten. Insbesondere der Frontverlauf bei Verdun steht stellvertretend für alle anderen Stellungsfronten. Hier zeigt sich ganz deutlich, mit welcher Brutalität beide Kriegsparteien um jeden Meter kämpften. Menschenleben zählten nicht mehr. Für das Deutsche Reich bestand die Besonderheit darin, dass es einen Zweifrontenkrieg führte, im Westen mit Frankreich, Großbritanien und Belgien; im Osten mit Russland. Erst 1917 als Russland kapitulierte konnte Deutschland die Westfront verstärken, jedoch war es zu spät um eine Veränderung der Kriegslage herbeizuführen. Not, Elend und Kriegsmüdigkeit führten am 11. Nov. 1918 zu einem Waffenstillstand, der gleichbedeutend mit einer Niederlage der Mittelmächte (Deutschland, Österreich-Ungarn, Bulgarien und das osmanischen Reich).

Politische Lage vor dem Ersten Weltkrieg

Wenn man den Ersten Weltkrieg verstehen will, muss man weiter in die Geschichte zurückgehen. Der Ausgangspunkt hierbei ist der Deutsch-Französiche Krieg 1870/71. Der Konflikt entstand durch die spanische Thronfolge zwischen Frankreich und Preußen. Als die Lage eskalierte erklärte Frankreich Preußen den Krieg. Preußen konnte den Konflikt schnell für sich entscheiden und es kam am 10. Mai 1871 zu einem Friedensvertrag. Der Preis für Frankreich war sehr hoch, enorme Reparationszahlungen Frankreichs wurden vereinbart, ebenso musste Frankreich Elsaß-Lothringen an Deutschland abtreten. Diese Demütigung Frankreichs war eine der Hauptursachen für zukünftige Spannungen zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich. Zwischen 1871 und 1914 kam es immer wieder zu politischen Krisen und kriegerischen Auseinandersetzungen.

Die Marokkokrisen (erste Krise 1904, zweite Krise 1911) führten dazu, dass Großbritannien das Deutsche Reich davor warnte Frankreich mit kriegerischen Maßnahmen zu drohen. Gegenstand der Marokkokrisen war, dass Frankreich hier seine Kolonialinteressen ausdehnen wollte.Bei der ersten Marokkokrise übernahm das Deutsche Reich eine Art Garantie für die Selbständigkeit Marokkos. Frankreich fühlte sich hierdurch in seinen Kolonialbestrebungen beeinträchtigt. Insbesondere die zweite Marokko-Krise von 1911 war die bedeutenste. Als Frankreich seine Kolonialisierung in Marokko weiter ausdehnte als vertraglich vereinbart war, entsandten das Deutsche Reich ein Kanonenboot um Frankreich zu zeigen, dass das Deutsche Reich gewillt ist auch militärisch einzugreifen. Der Konflikt wurde diplomatisch beigelegt, Frankreich gab Deutschland ein Teil des Kongos, und Deutschland ließ Frankreich in Marokko freie Hand. Die beiden Balkankriege (1912 und 1913) verschärften die Spannungen zwischen der Donaumonarchie und Russland. Auch der slavische Nationalismus erstarkte im Zuge dieser Kriege.

Als Russland 1905 den Krieg gegen Japan verloren hatte, sah die militärische Führung um Alfred von Schliefen die Zeit gekommen militärisch gegen Frankreich vorzugehen, da Russland keine Hilfe für Frankreich sein konnte. Das Ziel war es Frankreich derart zu schwächen, dass es auf Jahrzehnte als Bündnispartner für andere europäische Großmächte ausfiel. Allerdings wollte der Kaiser zu dieser Zeit keinen militärischen Konflikt.

Eine weitere Krise folgte 1908, als Russland mit Zustimmung von Österreich-Ungarn anstrebte, freie Fahrt durch die türkische Meerengen zu erhalten. Als Gegenleistung durfte Österreich-Ungarn Bosnien und die Herzegowina annektieren. England und Frankreich stimmten dem Vorhaben jedoch nicht zu, somit musste Russland nachgeben. Da Österreich-Ungarn die Annexion dennoch durchführte kam es zu einer Balkankrise, bei der Serbien Österreich-Ungarn mit Krieg drohte. Auch hier mischte sich das Deutsche Reich ein und stellte sich auf die Seite von Östereich-Ungarn.

 

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Politische Vorkriegszeit

Insgesamt entstand eine politische Gemengenlage, die als hochexplusiv zu bezeichnen war. Die Situation konnte jeden Moment explodieren, die politisch verantwortlichen Führer unternahmen keine konsequenten Maßnahmen um die Konflikte zu entschärfen. Ganz im Gegenteil, in den Staaten erblühte der Nationalismus. Es entstanden die Blöcke Deutsche Reich und Österreich-Ungarn einerseits sowie Frankreich, Russland und Großbritannien auf der anderen Seite. Alle Großmächte trugen in den Jahren ab 1905 wesentlich dazu bei, ihre Armeen personell und technisch aufzurüsten. Deutschland erkannte, dass es zu einer aktiven Kolonialmacht eine starken Seeflotte bedarf, und begann diese in raschem Tempo aufzubauen. Hierdurch fühlte sich England wiederum bedroht, und es begann ein Wettrüsten der beiden Nationen.

Der Funke, der das Pulverfass zum Explodieren brachte war das Attentat von Sarajevo am 28.06.1914 auf den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand sowie dessen Ehefrau.

Um die politische Lage richtig zu beurteilen, muss man auch berücksichtigen, dass es sich bei den Staaten um keine Demokratien sondern um Monarchien handelte. Die politische Führung bestanden aus wenigen Personen, die selbstherrlich entscheiden konnten.

Das Attentat von Sarajevo

Wenn ein hochexplosives Gasgemisch entsteht, reicht ein kleiner Funke zur Explosion.

Die politische Lage kann man mit einem Gasgemisch vergleichen, das hochexplosiv ist. Die Mächte in Europa waren dermaßen nationalistisch geprägt, dass keiner die globale Gefahr erkannte, die ein Konflikt auslösen konnte. Insbesondere zwischen der Donaumonarchie und Serbien hatten die Spannungen durch die Balkankrise von 1907 (Österreich-Serbien) deutlich zugenommen. Die Balkankriege 1912 und 1913 zwischen dem Balkanbund (Serbien,Bulgarien, Griechenland und Montenegro) sowie dem Osmaischen Reich führten ebenfalls dazu,den Balkan zu destabilisieren und den Nationalismus in den Ländern zu fördern. Auch die Donaumonarchie war von der Balkankrise betroffen. Viele sahen in Österich-Ungarn den eigentlichen Aggressor und waren dementsprechend feindlich gegenüber der Donaumonarchie eingestellt. Als der Thronfolger mit seiner Gattin Serbien einen Besuch abstattete um zur Entspannung beizutragen, kam es in Sarajevo zu dem tödlichen Attentat. Dieser Akt war der entscheidende Funke der das politische Gemengelage zur Explosion brachte.

Der Erste Weltkrieg nahm nun seinen Lauf. Österreich stellte Serbien ein Ultimatum, Russland trat als Schutzmacht von Serbien auf. Das Deutsche Reich bekannte sich zu Östereich-Ungarn. Frankreich stand im Bündnis mit Russland und Großbritannien stellte sich nach dem deutschen Einmarsch in Belgien auf die Seite von Frankreich und Russland. Es folgten gegenseitige Kriegserklärungen und die Armeen begannen zu kämpfen.

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