Die "Alexandra" wurde in Hamburg auf der Werft "Janssen & Schmilinsky" für die "Vereinigte Flensburg-Ekensunder und Sonderburger Dampfschiffsgesellschaft", kurz "Vereinigte" genannt, gebaut. Es lief 1908 vom Stapel und durch die Prinzessin Alexandra zu Schleswig-Holstein-Glücksburg getauft. Am 31. Mai 1908 wurde das Schiff an die Reederei übergeben und dann im Liniendienst auf der Flensburger Förde eingesetzt.

Alexandra am Liegeplatz Fördebrücke (Bild: Harald Rossa)

Erster Weltkrieg

Während des Ersten Weltkrieges war es von 1914 bis 1918 als Vorpostenboot eingesetzt. Ab 1919 bis 1934 fuhr die "Alexandra" wieder Liniendienst für die "Vereinigte". Diese Reederei wurde 1934 aufgelöst und die "Alexandra" dampfte von da unter den Farben der neu gegründeten "Förde-Reederei". 1936 wurde das Schiff bei den Segelwettbewerben im Rahmen der Olympischen Spiele als Regattabegleitschiff auf der Kieler Förde eingesetzt.

Zweiter Weltkrieg

Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurde die "Alexandra" als Lotsenversetzdampfer in der Ostsee und Torpedofangboot in der Danziger Bucht genutzt. 1945 war die "Alexandra" in dem damals Gotenhafen genannten Gdingen stationiert. Als Zubringerschiff brachte sie Menschen aus Königsberg zur "Wilhelm Gustloff" und wurde bei weiteren Transporten von Verwundeten und Flüchtlingen über die Ostsee eingesetzt. In den letzten Kriegstagen kehrte die "Alexandra" mit Flüchtlingen nach Schleswig-Holstein zurück.

Nachkriegszeit

Von 1946 bis 1975 wurde die "Alexandra" wieder im Liniendienst auf der Flensburger Förde eingesetzt. Sie verkehrte vor allem auf den Routen von Flensburg nach Glücksburg und später als "Butterdampfer" ins dänische Kollund. . Bei den Segelwettbewerben der Olympischen Spiele von 1972 war die "Alexandra" wieder als Regattabegleitschiff auf der Kieler Förde unterwegs.

Am 31. August 1975 wurde die "Alexandra" stillgelegt. Sie konnte im Wettbewerb mit den Motorschiffen nicht mehr mithalten. Das Schiff wurde verschlossen und verfiel an ihrem Liegeplatz im Flensburger Hafen.

Schwimmendes Denkmal "Alexandra"

Schon bald bildete sich eine Initiative zur Rettung des "Salondampfers Alexandra". Am 1. Juli 1979 gründete sich der "Verein zur Förderung dampfgetriebener Fördeschiffe e.V.". Der wurde später in "Förderverein Salondampfer Alexandra e.V." umbenannt. Zwischen 1980 und 1982 wurde das Schiff instand gesetzt und beteiligte sich an Flensburger Hafenfesten. 1982 wurde die "Alexandra" durch das Schleswig-Holsteinische Landesamt für Denkmalpflege als Kulturdenkmal anerkannt. Am 1. Oktober 1986 schenkte die Fördereederei die "Alexandra" dem Verein mit der Auflage, das Schiff vollständig instand zu setzen.

Im März 1987 begann die Sanierung des Rumpfes bei der Werft Peter Eberhardt in Arnis. Am 18. Dezember 1988 dampfte die "Alexandra" über die Schlei wieder in ihren Heimathafen Flensburg. Seitdem ist die "Alexandra" vor allem in den Sommermonaten auf der Flensburger Förde unterwegs. Seit dem 26. Oktober 1990 das Schiff in das Denkmalbuch des Landes Schleswig-Holstein eingetragen.

Seit 1991 beteiligt sich die "Alexandra" regelmäßig an der Kieler Woche. . 1992 wurde unter der Schirmherrschaft des Flensburger Stadtpräsidenten das "Kuratorium Salondampfer Alexandra e.V." gegründet. Dieser Verein kümmert sich um Spenden für den Erhalt des schwimmenden Denkmals. Seit 1993 ist die "Alexandra" Gastgeberin des Flensburger Dampf Rundums, einem Familientreffen der seegehenden Dampfschiffe Europas.

Grundüberholung 2016/17

2016 brach wieder eine schwere Zeit in Flensburg an. Die "Alex" musste zur Grundüberholung in die Werft. In Kiel-Friedrichsort wurde zwischen Februar und Mai 2016 als erster Schritt der Rumpf überholt. Im Herbst 2016 dampfte das Schiff nach Husum. Dort erhielt sie einen neuen Kessel. Den lieferte die Husum Firma "Wulff & UMAG Energy Solutions". Das Problem war der Einbau. Denn dazu mussten erhhebliche Teile der Aufbauten des Dampfers entfernt werden. Erst im Mai 2017 konnte die "Alex" dann wieder durch den Nord-Ostsee-Kanal wieder ihren Heimathafen anlaufen.

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