Roswell: Sind die Aliens bereits unter uns?Seit ein gewisser Walter Haut, damaliger Pressesprecher des Roswell-Militärstützpunktes, öffentlich verlautbarte, dass die Air Force im Besitz einer "Fliegenden Untertasse" seit, gilt Roswell, wo jene Flugscheibe abgestürzt sein soll, als Mekka der UFO-Begeisterten. Zwar wurde die Pressemitteilung rasch widerrufen und ein Wetterballon als jene vermeintliche Fliegende Untertasse präsentiert.

Doch die Gerüchte, Spekulationen und Behauptungen wollen seit Jahrzehnten nicht verstummen. Unbestritten ist, dass Anfang Juli 1947 nahe der Kleinstadt Roswell ein Flugobjekt abstürzte und von den Streitkräften geborgen wurde.

 

Projekt Mogul, Nazi-Flugscheiben - oder doch Stalin?

Darüber, worum es sich bei diesem Objekt handelte, scheiden sich die Geister. War es lediglich ein Wetterballon, wie die Air Force verlautbaren ließ? Stürzte ein außerirdisches Raumschiff mitsamt Insassen von einem anderen Planeten ab? Handelte es sich um das streng geheime "Projekt Mogul", das sowjetische Atombombentests aufspüren sollte, wie die Air Force fünfzig Jahre später bekannt gab und somit die eigene Erklärung revidierte? Hatte das US-Militär eine der legendären Nazi-Flugscheiben getestet, in deren Besitz es angeblich sein soll?

Eine definitive Antwort steht nach wie vor aus. Glaubt man aber der US-Journalistin Annie Jacobsen, so ergibt sich ein völlig neues Bild von den dramatischen Ereignissen nahe Roswell. Gemäß ihrem Buch "Area 51: An Uncensored History of America's Top Secret Military Base" steckte kein Geringerer als der sowjetische Diktator Josef Stalin hinter den Vorgängen. 

Interview mit Annie Jacobsen über Area 51

Eigentlich wollte Annie Jacobsen lediglich ein Buch über die sagenumwobene Area 51 schreiben. Zwangsläufig kam sie dabei mit den Gerüchten rund um den Roswell-Zwischenfall 1947 in Berühung. Laut ihrer angeblich verlässlichen Informationsquelle offenbart sich der bislang wohl bizarrste Erklärungsversuch für das, was sich in New Mexico zugetragen haben soll.

 

Alien-Schöpfer Dr. Mengele

Eine ungewöhnliche Form psychologischer Kriegsführung sollte demnach in den USA zumindest für Verwirrung und im günstigsten Fall für Panik sorgen. Demnach wollte Josef Stalin, inspiriert von Orson Welles berühmtem Hörspiel "War of the Worlds”, die US-Bevölkerung glauben machen, dass Außerirdische gelandet seien. Um diesen kühnen Plan realisieren zu können, soll Stalin auf Nazi-Technologie zurückgegriffen haben. Eine während des Weltkriegs von Nazi-Ingenieuren lediglich geplante, nicht gebaute Flugscheibe wurde angeblich von den Sowjets tatsächlich gebaut, um die Illusion eines außerirdischen Raumschiffes zu erzeugen.

Phantastischer noch: Der "Todesengel von Auschwitz" persönlich, Dr. Mengele, habe im Auftrag von Stalin Piloten "gezüchtet", die an unser heutiges Bild von Außerirdischen erinnern sollten: Klein, dünn, riesige Köpfe und große Augen. Diese "Aliens" sollten nach der Landung arglose US-Amerikaner alleine dank ihres Aussehens in Angst und Schrecken versetzen. Dem Vorhaben setzte freilich die ungeplante Bruchlandung ein für die Insassen blutiges Ende.

Soweit die unglaublich klingende These, die einen Haken hat: Sie ist tatsächlich unglaublich, da sie sich weder in irgendeiner Form belegen lässt, noch einer näheren Überprüfung standhält. Nüchtern betrachtet erscheint sogar die Annahme, ein außerirdisches Raumschiff sei abgestürzt, glaubwürdiger. Hierfür gab es immerhin Augenzeugen und wie eingangs erwähnt eine dies bestätigende Pressemeldung. 

 

Skurriler Potpourri: Stalin, Nazis, Mengele und Aliens

Was gegen Jacobsens Theorie spricht, ist nicht Stalins Verschlagenheit, sondern vielmehr die technische Umsetzung dieses Schwindels. Es erscheint kaum vorstellbar, dass sowjetische Ingenieure, selbst unter tatkräftiger Mithilfe ehemaliger Nazi-Forscher, eine funktionierende Flugscheibe hätten bauen können. Tatsächlich forschten die USA an derartigen Fluggeräten und bedienten sich natürlich gleichfalls der ehemals reichsdeutschen Ingenieurskunst. Natürlich könnte man darüber spekulieren, ob es den US-Militärs nicht vielleicht gelungen sei, derartige "Fliegende Untertassen" zu produzieren, was viele UFO-Sichtungen erklären würde. Stichhaltige Beweise gibt es hierfür nicht. Im Gegenteil: Selbst modernste Kampfjets sind weit von den berichteten, phantastischen Flugeigenschaften diverser UFOs entfernt (Am Rande bemerkt: Flugeigenschaften, die irdische Piloten nicht überleben würden). 

Ebenso exotisch wirkt die Behauptung, Josef Mengele hätte nach Kriegsende für die Sowjets gearbeitet. Nachweislich hatte er sich 1949 nach Südamerika eingeschifft, nachdem er zuvor unerkannt in Deutschland gelebt hatte. Von einer Verbindung zu den Russen, die der Massenmörder und bis zuletzt überzeugte Nationalsozialist als minderwertig erachtete, ist hingegen nichts bekannt.

Fazit: De facto ersetzt Annie Jacobsens Erklärung des Roswell-Zwischenfalls lediglich eine unbewiesene Theorie durch eine andere. Zugegebenermaßen handelt es sich um die bislang wohl phantasievollste Hypothese. Nazi-Flugscheiben, Dr. Mengele, Stalin und Außerirdische unter einen Hut zu bringen, kann als grandiose Leistung der Fabulierkunst betrachtet werden. 

Ernstnehmen kann man diese Theorie indes wohl nicht.

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Autor seit 6 Jahren
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