Doch man kann sich vor dem Blitzschlag schützen, indem man ein paar wichtige Tipps beachtet. Generell gilt: In einem Gebäude ist man bei einem Gewitter oder Hagelschauer recht gut geschützt. Wer sich draußen aufhält, muss sich aber vorsehen.

1. Tipp: Gefahr berechnen

Bevor bei Blitz und Donnergrollen Panik ausbricht, gilt es erst einmal abzuschätzen, ob die Gefahr wirklich nah ist. Lichteffekt und Donnerschlag sind oft schon wahrzunehmen, obwohl keine konkrete Gefahr besteht. Folgende Faustregel bringt Klarheit: Vergehen zwischen Blitz und Donner drei Sekunden, ist das Gewitter rund einen Kilometer entfernt.

2. Tipp: Auf den Boden und klein machen

Wenn tatsächlich ein Gewitter aufzieht, ist es sinnvoll, in Deckung zu gehen. Wer sich draußen aufhält und keine Möglichkeit hat, in ein Gebäude zu gelangen, sollte sich zusammenkauern.

So ist es richtig: Möglichst rund machen und die Füße so eng wie möglich aneinander stellen. Die Hände um die Knie schlingen und keinesfalls am Boden abstützen.

Ganz gefährlich ist es, sich bei einem Gewitter ausgestreckt auf den Boden zu legen. Obwohl der Blitz selten ein so niedriges Ziel wählt, kann der Mensch so zu Schaden kommen, weil der Blitz in der Nähe einschlägt. Über den Erdboden können sich unterschiedliche Spannungen ausbreiten, der Körper würde sie "verbinden": Die Folge können unter anderem Verbrennungen oder Lähmungen sein.

Naturgewalt - Ein Baum bietet keinen Schutz vor Blitz

Bäume werden oft vom Blitz getroffen

3. Tipp: Raus aus dem Wasser und Bäume meiden

Erstes Gebot für alle, die gerade im Schwimmbad oder am See sind: Raus aus dem Wasser, wenn ein Gewitter naht. Wichtig ist, sich vom Gewässer zu entfernen.

Falls während des Gewitters auch noch ein heftiger Regenguss kommt, sollte man den Reflex meiden, unter einen Baum zu stehen. Er kann keinen Schutz bieten und ist oft selbst Opfer eines Blitzschlages – insbesondere, wenn er einsam auf einer Wiese steht. Der alte Spruch "Buchen sollst du suchen, Eichen sollst du weichen" gilt längst als überholt.

4. Tipp: Nicht mit dem Fahrrad fahren

Gefährlich ist es, während eines Gewitters zu radeln. Gleich mehrere Faktoren bergen ein Risiko. Die Person auf dem Rad wird zu einem erhöhten Punkt in der Natur und deshalb vom Blitz angezogen. Das Metall des Rades tut sein übriges. Und: Die beiden Räder bilden eine Brücke, der Mensch ist unterschiedlichen Spannungen ausgesetzt.

 

Auch das Auto ist nicht zu 100 Prozent sicher. Fährt es nicht, ist es der sicherste Ort während eines Gewitters. Würde der Wagen tatsächlich vom Blitz getroffen, leitet er diesen sicher zur Erde weiter: Die Karosserie bildet einen sogenannten Faradayschen Käfig.

Allerdings bringt die Energie des Blitzes die Reifen zum Schmelzen.

Blitz und Silhouette eines Pferdes (Bild: 836101)

5. Tipp: Stecker raus aus den Dosen

Der Blitz muss gar nicht das Gebäude einschlagen, um die darin befindlichen Elektrogeräte lahm zu legen. Auch wenn er eine Stromleitung trifft, kann das für jede Menge Ärger in Haushalt und Büro sorgen. Es entsteht eine Überspannung, die Computer und Co oft nicht verzeihen. Deshalb gilt: Stecker raus. Auch mit am Festnetz telefonieren sollte man während eines Gewitters nicht. Wer empfindliche Geräte am Stromnetz lassen will, sollte einen Überspannungsschutz vorschalten. Doch Achtung: Einmal ausgelöst, ist er kein weiteres Mal wirksam.

6. Tipp: Blitzableiter installieren

Nur rund 20 Prozent der Privathäuser haben einen Blitzableiter – aber alle öffentlichen Gebäude, in denen sich Menschen versammeln. Das ist gesetzlich vorgeschrieben.

Clip

Der Blitzschutz verhindert, dass das Gebäude beim Einschlag in Brand gerät oder die Elektrogeräte kaputt gehen.

Wer sich für eine Blitzschutzanlage entscheidet, sollte sie regelmäßig warten lassen. Nur dann funktioniert sie im Ernstfall.

Bei Privatgebäuden liegt der Wartungszeitraum zwischen drei und fünf Jahren, bei öffentlichen Gebäuden schauen die Fachleute meist alle zwei Jahre nach dem Rechten.

Übrigens: Blitzableiter sind eine Erfindung der Kirche. Als höchstes Gebäude im Ort waren meist die Kirchtürme vom Blitzschlag betroffen. Deshalb wurde bereits im 17. Jahrhundert ausgeklügelt, wie man die Glockenstühle vor der Naturgewalt des Gewitters schützen kann.

Myrtis, am 22.06.2012
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Bildquelle:
a.sansone (Kapern - Woher sie kommen, wie sie aussehen und wo sie besonders gu...)

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