Die Funktion der Seife

Unter einem Stück Seife versteht man im gängigen Sprachgebrauch ein Stück Feinseife oder Toilettenseife. Sie wird in fester Form hergestellt und basiert auf Natriumsalzen der Fettsäuren. Ihr Einsatz erfolgt aufgrund ihrer reinigenden und schäumenden Wirkung über eine Natron- oder Kalilauge.

Durch ihre Zusammensetzung dienen Seifen als Tenside. Tenside können die Oberflächenspannung einer Flüssigkeit herabsetzen. Dadurch bewirken sie, dass zwei entgegenwirkende Flüssigkeiten wie Öl und Wasser nun wie von Geisterhand sehr fein miteinander vermischt werden können.

Der Nadelversuch mit Tensiden

Als Beispiel ein Schritt zurück in unsere Schulzeit. Wahrscheinlich können wir alle uns noch aus unserem Schulunterricht an den Versuch mit der Nadel und dem Einfluss von Tensiden auf die Oberflächenspannung erinnern: Man nimmt eine saubere Schale und befüllt diese zu 1/3 mit klarem, sauberen Wasser. Dann legt man vorsichtig eine saubere Nadel auf das Wasser. Die Nadel geht nicht unter, sondern wird von der Oberflächenspannung des Wassers auf der Oberfläche gehalten. Gibt man jetzt eine kleine Menge des Tensids Spülmittel dazu, so verringert sich die Oberflächenspannung, und die Nadel wird zu schwer und versinkt im Wasser.

Die Vor- und Nachteile der festen Seife

Als Vorteil kann das Stück Seife für sich ins Feld führen, dass sie biologisch gut abbaubar ist. Ihr Nachteil ist, dass Seife radikal säubert, denn sie setzt sich nicht nur gegen den vorhandenen Schmutz ein, sondern auch einen Teil des natürlichen Fettfilmes der Haut angreift, zu rissiger, rauer Haut führt und somit den Bakterien Angriffspunkte bietet.

Außerdem bildet Seife zusammen mit hartem Wasser häßliche und nur schwer zu entfernende weiße Ablagerungen, die Kalkseife, wie sie wohl jeder an Badewannen kennt.

Wegen dieser Gründe hat das Stück Seife seine Bedeutung im täglichen Gebrauch verloren.

Die Vor-und Nachteile der Flüssigseife

Viele Hersteller verwenden heute statt klassischer Laugenseife künstlich erzeugte Waschsubstanzen ("Syndets"). Syndet ist das Kürzel für "sythetic detergents". Syndets werden chemisch gewonnen und enthalten waschaktive Schaum- und Reinigungsbestandteile

Mit ihnen kann der pH-Wert der Seife bestens reguliert werden. Syndets bilden auch keine Kalkseifen.

Weiterer Vorteil von Flüssigseife ist ihre Dosierbarkeit aus Seifenspendern, die eine Kontamination mit Krankheitserregern verhindert.

Gängige Flüssigseifen im Test

Ende 2014 wurden in der Sendung "Markt" vier Flüssigseifen vom Discounter und von Markenherstellern getestet. Im Vergleich standen (zum damaligen Verkaufspreis)

  • Kiona Creme-Seife "Milch und Honig" von Aldi für 0,13 Euro pro 100 Milliliter
  • Balea Creme-Seife "Milch und Honig" von DM für 0,13 Euro pro 100 Milliliter
  • Palmolive Naturals "Sanftes Vergnügen Macadamia-Öl und Vanille" für 0,46 Euro pro 100 Milliliter
  • Sagrotan Creme-Seife "Extra Pflege + Manuka Honig und Shea Butter" für 1,10 Euro pro 100 Milliliter.

Im Test "Wie gut ist das für die Haut?"

Das Ergebnis fiel knapp aus. Die Kiona Creme-Seife "Milch und Honig" von Aldi ( 0,13 Euro pro 100 ml) hat einen pH-Wert von 4,7. Sie hinterlässt nach Ansicht der Tester eine trockene Haut. Starke Gerüche habe sie nicht beseitigt.

Palmolive Naturals "Macadamia-Öl und Vanille" (0,46 Euro pro 100 ml) hat einen pH-Wert von 5,0. Das Hautgefühl sei gut, die Wirkung gegen Gerüche eher schwach, so die Tester.

Die Balea Creme-Seife "Milch und Honig" von DM ( 0,13 Euro pro 100 ml) hat einen pH-Wert von 4,7. Die Tester finden die Seife gut. Sie teilt sich Platz eins mit der Sagrotan Creme-Seife "Extra Pflege + Manuka Honig und Shea Butter" für 1,10 Euro pro 100 ml.

Im Test "Welche Seifen reinigen gründlich?"

Die Flüssigseifen von Balea, Sagrotan und Palmolive hinterlassen nach Ansicht der Tester ein angenehm cremiges Gefühl auf der Haut und der Effekt hält relativ lange an. Nur die Creme-Seife Kiona von Aldi sorge für ein trockenes Hautgefühl.

Hartnäckige Verfärbungen durch Rote Bete und Schwarzwurzeln entfernen alle Flüssigseifen sehr gut, so das Urteil der Tester. Sie kritisieren aber, dass zwei Seifen den Geruch von Zwiebeln und Knoblauch nicht beseitigen: Kiona von Aldi und Palmolive.

Fazit aus dem Test

Im Praxistest der Sendung "Markt" schnitten die Flüssigseifen von Balea und Sagrotan am besten ab. Sie erhielten von den Testern die volle Punktzahl für Reinigungskraft und Hautfreundlichkeit. Die Seifen von Aldi und Palmolive konnten nach Ansicht der Tester nicht ganz mithalten: Sie beseitigten die Gerüche von Zwiebeln und Knoblauch nicht vollständig. Die Kiona-Seife von Aldi hinterlasse außerdem ein trockenes Hautgefühl, so die Tester.

So war das Ergebnis Ende 2014. Die Entwicklungsabteilungen haben inzwischen ganze Arbeit geleistet und ihre Produkte seit 2014 noch viel weiter verbessert und zum Teil unter neuem Namen auf den Markt gebracht.

Die Seife als Kulturgut

Seife und ihre Heilmittel- und Reinigungskraft wurde über viele geschichtliche Epochen als Kulturgut hoch geschätzt. Von der Herstellung seifeähnlichen Gemischs wird schon von den Sumerern berichtet, ebenso von den Ägyptern und Griechen. Die Römer entwickelten das überlieferte Reinigungsmittel weiter.

Jesaja erwähnt im Alten Testament seifeähnliche Produkte aus Fetten und Kaliumsalzen. Der Schriftsteller Plinius und der Arzt Galenos berichteten über den Gebrauch von Seife bei den Germanen und den Galliern.

Erstmals im 7. Jahrhundert wurde von den Arabern Seife, wie wir sie heute kennen, hergestellt. Dieses Wissen kam mit den arabischen Eroberern über Frankreich und Spanien nach Europa.

Frankreich und Spanien gehörten später zu den Zentren der Seifenherstellung weltweit. Das Verständnis über die Körperreinigung wurde trotz der vielen, gut besuchten Badehäuser dennoch von der herrschenden Meinung geprägt, dass die Berührung der Haut mit Wasser und Luft dem Körper schade. Viel geeigneter seien das Einpudern und der Gebrauch von Unterwäsche zum Aufsaugen des Körperschweißes.

Erst mit Ludwig XIV. erhielt der Gebrauch von Seife einen ungeheuren Aufschwung. Er beschäftigte in Versailles die besten Seifensieder und erließ ein Reinheitsgebot für Seife.

Noch heute besteht in Spanien und in Frankreich, hier speziell in Marseille, eine traditionelle Herstellung von Seife.

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