Äpfel als Beispiel sekundärer Pflanzenstoffe

Sekundäre (bioaktive) Pflanzenstoffe

Definition

Schutzwirkung beim Menschen

Übersicht über die wichtigsten Inhaltsstoffe

Phenole

Phytoöstrogene

Carotinoide

weitere ausgewählte sekundäre Pflanzenstoffe

kritische Pflanzenstoffe

Literatur

Definition

Sekundäre Pflanzenstoffe sind essenzielle (lebensnotwendige) Bestandteile von Pflanzen. Zu ihnen gehören unter anderem Aroma-, Duft-, Bitter- und Scharfstoffe. Sekundäre Pflanzenstoffe  verleihen vielen Pflanzen ihre Farbe, sie schützen vor Krankheiten und schädlichen Umwelteinflüssen. Mehr als 10.000 dieser Stoffe wurden bisher nachgewiesen. Beim Menschen schützen sie in erster Linie vor Krankheiten.

Schutzwirkung beim Menschen

Wie bereits in der Definition erwähnt, schützen sekundäre Pflanzenstoffe vor Krankheiten und negativen Umwelteinflüssen. Sie schützen z. B. vor Schädlingen, Bakterien oder zu starker Sonneneinstrahlung.

Im Rahmen der menschlichen Ernährung wirken sich sekundäre Pflanzenstoffe positiv auf die Gesundheit aus.

Sekundäre Pflanzenstoffe wirken einer Zellzerstörung vor, hemmen Entzündungen vor, beugen Krebs vor, entlasten den Kreislauf und stimmulieren unter anderem das immunsystem.

Jede Zelle im menschlichen Körper benötigt Sauerstoff für die Aufrechterhaltung von Stoffwechselfunktionen und die Bereitstellung von Energie. Bei vielen dieser Reaktionen können instabile Moleküle, so genannte "freie Radikale" entstehen. Sie heißen so, da bei ihnen ein Elektron fehlt. Um als Molekül Stabilität zu erlangen, holen sie sich das fehlende Elektron von anderen Körperzellen. Diese Zellen können so geschädigt werden und die Bildung weiterer freier Radikale fördern. Umweltverschmutzung, UV-Strahlung und Stress können die Bildung freier Radikale fördern. Insbesondere mit zunehmenden Alter kann es zum sogenannten oxidativen Stress kommen. So können frühzeitiges Altern und chronische Erkrankungen wie Krebs, Arthritis oder Demenz ausgelöst werden.

Viele sekundäre Pflanzenstoffe enthalten Antioxidantien. Sie sind in der Lage eigene Elektronen zu produzieren und abzugeben. So werden "freie Radikale" neutralisiert und einer weiteren Zellschädigung wird entgegengewirkt. Antioxidantien sollten aus einer Vielzahl an Nahrungsmitteln aufgenommen werden.

Im weiteren enthalten sekundäre Pflanzenstoffe ein Vielzahl an Enzymen Diese sind in der Lage die Wirkung krebserregender Stoffe zu verhindern.

 

Übersicht über die wichtigsten Inhaltsstoffe - Phenole

Phenole stellen die größte Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Vorhanden sind sie unter anderem in Gemüse, Obst und verschiedenen Kräutern.

Phenole wirken positiv auf die Resorption von Nährstoffen. Sie sind oxidationshemmend (wirken also der Bildung freier Radikale entgegen) und haben krebsvorbeugende Wirkungen.

Flavonoide

Sie sind die größte Gruppe der Phenolverbindungen. Flavonoide sorgen für ausgeprägte Farben bzw. Aromen bei verschiedenen Pflanzen. Erforscht sind bis heute über 4000 dieser Verbindungen. Äpfel und Chilis sind Beispiele für Nahrungsmittel mit besonders hohem Flavonoidgehalt.

Im weiterem Verlauf möchte zu den entsprechenden Inhaltstoffen ausgewählte Nahrungsmittel vorstellen.

Äpfel

Äpfel enthalten das Flavonoid Quercetin. Es gehört zu den stärksten Antioxidantien und hat eine entzündungs- und krebshemmende Wirkung. Quercetin ist im Darm leicht resorbierbar. Die Flavonoidkonzentration ist in der Schale bzw. direkt darunter besonders hoch, deshalb sollte man Äpfel am besten ungeschält essen.

Auberginen

Auberginen enthalten Anthocyanidine. Sie zählen ebenfalls zu den Flavonoiden. Sie sind stark oxidationshemmend, blockieren die Wirkung freier Radikale und wirken somit zellschützend. Auberginen sollten im gekochten Zustand verzehrt werden. Enthaltene Bitterstoffe können durch das Aufschneiden der Frucht verhindert werden.

Apfelsinen

Apfelsinen enthalten das Flavonoid Hesperidin Auch dieses wirkt der Zerstörung körpereigener Zellen entgegen. Die weiße Innenhaut von Orangen enthält besonders viel Hesperidin. Sie sollte nicht entfernt werden.

Grapefruit

Grapefruits enthalten Naringenin (Flavonoid). Es sorgt für den bitteren Geschmack der Frucht. Diesem Flavonoid wird eine antibakterielle Wirkung nachgesagt. Man findet es ebenfalls konzentriert in der weißen Innenhaut.

Grüntee

Flavanole im Grüntee haben krebshemmende-, antibakterielle- und virale Eigenschaften. Flavonole sind gut löslich und werden hervorragend vom Körper resorbiert. Sie können unter anderem die Cholesterinresorption im Körper senken.

Schwarztee

Flavanole sind in Hülle und Fülle im Schwarztee vorhanden. Sie haben oxidations-,krebshemmende-, antibakterielle und virale Wirkung. 

 

Phytoöstrogene

 Phytoöstrogene ähneln dem weiblichen Sexualhormon Östrogen. Sie können die Wirkung dieses natürlichen Östrogens in bestimmten Fällen imitieren. Phytoöstrogene sorgen langfristig für einen ausgeglichenden Östrogenspiegel. Die asiatische Ernährung ist reich an diesen Wirkstoffen, soweit diese in der heutigen Zeit noch als traditionell zu betrachten ist. Japaner und Chinesen haben zum Beispiel ein deutlich geringeres Risiko an Herzkrankheiten, Krebs oder Wechseljahresbeschwerden zu erkranken. Unterschieden werden drei große Gruppen: Isoflavone, Cumestrol und Lignane. Sie sind insbesondere in Sojabohnen oder Linsen enthalten.

Isoflavone

Werden hauptsächlich von Bakterien im Dickdarm resorbiert. In Ländern wie China oder Japan liegt die Tagesmenge an Isoflavonen zwischen 20 und 50 mg, im Westen unter 1 mg.

Cumestrol und Lignane

Sind weitere Untergruppen und befinden sich hauptsächlich in Mungobohnen-, Alfalfa- und Sojabohnensprossen.

Sojabohnen

Sojabohnen gelten als gute Quelle für Isoflavone. Sojabohnen werden am besten bei fettarmer, kohlenhydratreicher Kost resorbiert. Sie sind in der Lage den Cholesterinspiegel zu senken.

Tofu

Die im Tofu enthaltenen Isoflavone können den Körper vor Krebserkrankungen schützen. Schäden durch freie Radikale und negative Enzyme werden auf diesem Weg an ihrer Wirkung behindert.

Keimlinge

Das Phytoöstrogen Cumestrol kommt überwiegend in Alfalfa-, Sojabohnen- und Mungobohnenkeimlingen vor. Es wirkt stark oxidations- und entzündungshemmend. Seine Stärken liegen in Krankheitsbildern wie Arthritis und Wechseljahresbeschwerden. 

Carotinoide

Carotinoide können mit Hilfe des grünen Pigments Chlorophyll Sonnenlicht für Energiegewinnung und Wachstum nutzen. Bei zu intensiver Sonneneinstrahlung können Carotinoide die Pflanze schützen, da sie die durch ultraviolette Strahlung erzeugten freien Radikale zerstören können.

Carotinoide werden im menschlichen Körper in Vitamin A umgewandelt. Bekannt sind bis heute ca. 600 verschiedene Carotinoide, davon spielen etwa 50 in der Ernährung eine Rolle. Bekannt und gut erforscht sind Wirkstoffe wie Alpha- und Beta-Carotin, Lycopin, Lutein oder Cryptoxanthin.

Carotinoide sollten mit etwas Fett aufgenommen werden, um im Darm besser resorbiert zu werden.

Carotinoide sorgen beim Menschen für gesunde Haut, gutes Augenlicht und unterdrücken Krebszellen bei deren Entwicklung.

Alpha- und Beta-Carotin

Alpha-Carotin ist zum Beispiel im Kürbis enthalten. Beta-Carotin ist der wichtigste Pflanzenstoff in Karotten. Wie bereits in der Einleitung beschrieben wird dieser Wirkstoff im menschlichen Körper in Vitamin A umgewandelt und sorgt für gesunde Haut und gute Augen, während dem Alpha-Carotin  im Kürbis stärker krebshemmende Eigenschaften nachgewiesen werden.

Lycopin

Lycopin ist in größeren Mengen in Tomaten enthalten. Es ist das stärkste Antioxidans aller Carotinoide. Lycopin verleiht den Tomaten ihre rote Farbe. Es muß aus den Zellen der Tomate freigesetzt werden, um optimal resorbiert zu werden. Dieses geschieht am besten durch leichtes Erhitzen.

Lycopin ist unter anderem stark krebshemmend. Bei regelmäßigen Verzehr dieser Frucht kann insbesondere dem Prostatakrebs bei Männern Einhalt geboten werden.

Lutein

Lutein ist in Kombination mit einem anderem Antioxidans namens Zeaxanthin insbesondere im Spinat enthalten. Es schützt hier in erster Linie vor der Makuladegeneration (Netzhautablösung) Luteinhaltige Nahrungsmittel helfen im weiteren dabei, das Darmkrebsrisiko zu verringern.

Beta-Cryptoxanthin

Beta-Cryptixanthin ist vor allem in der Roten Paprika enthalten. In Kombination mit Beta-Carotin und Vitamin C unterstützt diese Frucht die Schutzwirkung der Caroninoide. Beta-Cryptixanthin schützt vor allem vor Herzkrankheiten.

 

weitere ausgewählte sekundäre Pflanzenstoffe

Isothiocyanate

Diese sind insbesondere in Brokkoli und Rosenkohl enthalten. Isothiocyanate in Brokkoli können die Wirkung krebserregender Stoffe hemmen, indem bestimmte Enzyme aktiviert werden.

Entsprechende Stoffe im Rosenkohl, hier ist der Pflanzenstoff Sinigrin besonders erwähnenswert, sind ebenfalls in der Lage karzinogene Stoffe zu hemmen.

Fructo-Oligosaccharide

Das Edelgemüse Spargel enthält größere Mengen an Fructo-Oligosacchariden, die das Wachstum von Lactobazillusbakterien im Darm fördern. Somit wird eine gesunde Darmflora unterstützt.

Chlorophyll

Chlorophyll ist in höherer Konzentration in der Kiwi (grünes Fruchtfleisch) enthalten. Kiwi  enthalten eine Vielzahl an Enzymen und Antioxidantien. Auch der Kiwi wird eine krebsvorbeugende Wirkung nachgesagt.

Bromelain

Bromelain findet man hauptsächlich in der Ananas. Es ist hier im Stiel und weniger in der Frucht enthalten. Bromelain wirkt entzündungshemmend z. B. bei Gelenkschmerzen.

Capsaicin

Capsaicin ist insbesondere in Chilischoten enthalten. Es hat oxidations- und entzündungshemmende Eigenschaften. Capsaicin kann Schmerzen lindern und den Stoffwechsel anregen. Dieser bioaktive Pflanzenstoff ist vor allem in Samen und Scheidewänden von Chilischoten enthalten.

Cumarine

Cumarine sind zum Beispiel in Petersilie enthalten. Sie beeinflussen die Blutgerinnung positiv. Sogenannte Derivate werden in Gerinnungshemmern verwendet.

Ellagsäure

Ellagsäure ist eine starke Antioxidans und unter anderem in Walnüssen enthalten. Walnüsse schützen vor Herzerkrankungen und könen den Cholesterinspiegel senken. Hierbei spielen allerdings auch noch andere Inhaltsstoffe eine Rolle. 

 

kritische Pflanzenstoffe

Phytoöstrogene

Phytoöstrogene spielen im Rahmen der Säuglingsernährung eine besondere Rolle. Phytoöstrogenhaltige Sojamilchprodukte sollten bei Babies nicht verwendet werden, da sie zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können.

Salicylsäure

Salicylsäure bekämpft bei Pflanzen Infektionen, beim Menschen kann sie unter anderem Entzündungen hemmen. Bei bestimmten Personen kann Salicylsäure zu Überreaktionen führen. Diese können sich in Form von Ausschlägen oder Ekzemen zeigen.

Phytinsäure

Phytinsäure kommt in pflanzlichen Nahrungsmitteln vor. Der überwiegende Teil stammt aus Vollkorngetreideprodukten (Samen, Nüsse, Hülsenfrüchte). Phytate können Mineralstoffe wie Zink, Calcium und Eisen an ihrer Aufnahme in den menschlichen Körper hindern. Eine vielseitige Ernährung und Vitamin-C-haltige Mahlzeiten können die Resorption dieser Stoffe in den menschlichen Körper verbessern.

Oxalsäure

Oxalsäure ist in Nahrungsmitteln wie Rharbaber, Spinat, Nüsse, Rote Beete oder Schokolade enthalten. Besteht eine Veranlagung zu oxalhaltigen Nierensteinen, sollte auf diese Produkte verzichtet werden.

Lektine

Lektine sind hauptsächlich in ungekochten Bohnen vorhanden. Werden sie roh gegessen, können sie zu Überkeit, Erbrechen und Durchfall führen.

Glucosinolate

Glucosinolate sind in Kreuzblütlern wie Brokkoli oder Rosenkohl vorhanden. In sehr wenigen Fällen können sie zu einer Schilddrüsenvergrößerung (Struma) führen. Grund hierfür ist die durch Glucosinolate ausgelöste verringerte Jodresorption.  

Ashlie, am 24.05.2011
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