Islamfeindlicher "September Eleven 1683"?

Die Zeiten ändern sich, und mit ihnen die Ansichten. Typische Western der John-Wayne-Kategorie, in denen amerikanische Ureinwohner, die längst nicht mehr als Indianer bezeichnet werden dürfen, der Reihe nach abgeknallt werden durften, sind heute undenkbar. In typisch verlogener Manier sorgt die künstlerische Verarbeitung historischer Ereignisse für Empörung, nicht die Untat selbst. Ganz so, als trügen "politisch unkorrekte" Filme die Schuld am Genozid ganzer Völker, an Sklaverei, Unterdrückung und sonstigem Unrecht.

Die historische Neubewertung unter politisch und gesellschaftlich erwünschten bzw. unerwünschten Aspekten führt mittlerweile zum flotten Abbau mühsam errungener westlicher Werte. Allen Ernstes wurde über ein Verbot des "Mohammed Videos" diskutiert, und ein Film wie "September Eleven 1683" sorgt auf Grund seiner angeblichen "Islamfeindlichkeit" für Aufregung und Empörung. Und dies, obwohl "September Eleven 1683" auf historischen Fakten basiert, nämlich der Befreiung Wiens von den osmanischen Invasionstruppen.

Trailer "September Eleven 1683"

Befreiung Wiens

Fakum ist: In den Septembertagen des Jahres 1683 entschied sich das Schicksal Europas, als ein Entsatzheer unter Führung des polnischen Königs Jan Sobieski den osmanischen Eroberern des Großwesirs Kara Mustafa eine verheerende Niederlage bescherte. Dem bis dahin unaufhaltsamen Vormarsch der Osmanen konnte Einhalt geboten und die Invasionsheere nach der Befreiung Wiens zurückgeworfen werden. Ein aus heutiger Sicht offenbar schrecklich islamfeindlicher Schandfleck, geht es nach den Kritiken zum Film "September Eleven 1683". So heißt es:

Der "Gazeta Prawna" zufolge sei der Streifen darüber hinaus noch "ekelhaft antiislamisch". So werde das Datum 11. September immer wieder genannt, obwohl die Schlacht am 11. und 12. September stattgefunden habe - nur, um einen Zusammenhang zum islamistischen Terrorismus herzustellen, so der Rezensent der Zeitung.

Natürlich spielt das Datum des Films auf den 11. September an. Ob dies geschmacklos oder angebracht ist, sei dahingestellt. Interessanterweise gibt es zwischen den Anschlägen in New York und der Befreiung Wiens eine weitere Parallele: New York wird der "big apple" genannt, während die Türken Wien als den "Goldenen Apfel" bezeichneten. Der Fall Wiens sollte Europa unter osmanische Herrschaft bringen, nachdem die Ländereien rund um die Reichshauptstadt bereits schwer unter den Invasoren gelitten hatten.Fast die gesamte Bevölkerung der umliegenden Orte wurde ermordet.

Eine osmanische oder gar islamische Spezialität? Gewiss nicht. Doch weshalb sollte man die Gräuel nicht als solche darstellen? Sind Filme wie "Schindlers Liste" deutschenfeindlich, weil sie das Wüten der Nazis ungeschönt schildern? Ist "Ben Hur" römerfeindlich? Oder Monty Pythons "Das Leben des Brian" christophob?

Jeder Tag ist ein Elfter September!

Es ist kein Zufall, dass dem Zurückdrängen der Osmanen nur Jahrzehnte später der Geist der Aufklärung Europa durchdrang, der viele unserer Vorstellungen von unverhandelbaren Menschenrechten oder der Trennung von Religion und Staat prägte. Somit erscheint es wie ein bösartiger Treppenwitz der Geschichte, dass wenige Jahrhunderte später der Kniefall vor dem Islamismus stattfindet und der Westen, der für fast alle bedeutenden Erfindungen, technologischen und geistigen Entwicklungen der letzten Jahrhunderte verantwortlich zeichnet, zunehmend totalitärer wird und seine Brüder (die Schwestern sind naturgemäß ausgeschlossen) im Geiste willkommen heißt.

Ein angeblich islamfeindlicher Film wie "September Eleven 1683" erinnert uns daran, dass Freiheit und das Abwerfen blutigen Jochs keineswegs selbstverständlich ist. Während die EU ihre Bürger in Punkto Meinungsfreiheit an die Kandare nimmt und sie mit diversen Rettungsschirmen versklavt, wie es nun einmal das Wesen des Staates ist, werden die Werte der Aufklärung ungeniert abmontiert, wie dutzende Scharia-Gerichte in - ausgerechnet! - England, wie die Entstehung von Parallelgesellschaften nicht nur geduldet, sondern ausdrücklich erwünscht wird, wie die Aushöhlung von Begriffen wie Solidarität und Gleichheit belegen.

Und wie lange noch dürfen "freie" Bürger solche Artikel schreiben? Jeder, der sich zu den Werten der Aufklärung bekennt, sollte sich vergegenwärtigen, dass jeder einzelne Tag ein Elfter September gegen Freiheit und Individualismus, und für die Wahnideen des Kollektivismus, für Unterdrückung,und Zwang, und gegen Menschlichkeit ist.

Denn Menschsein ohne Freiheit ist undenkbar!

Autor seit 10 Jahren
823 Seiten
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