Die Art

Der Silberreiher, botanisch Casmerodius albus genannt, gehört zur Familie der Reiher in der Ordnung der Schreitvögel. Das Verbreitungsgebiet umfasst weite Teile Europas, Amerikas, Asiens und Afrikas. Die Vögel haben eine ausgeprägte Neigung zu Wanderungen. Sie werden zunehmend auch in Regionen Mitteleuropas beobachtet, in denen sie nicht brüten.

Der Silberreiher ist ein großer und überwiegend weißer Vogel mit gelbem Schnabel und dunklen Beinen und Füßen. Er wird zwischen 85 und 100 Zentimeter lang. Die Spannweite der Flügel erreicht 145 bis 170 Zentimeter. 1 bis 1,5 Kilogramm bringt ein ausgewachsener Vogel auf die Waage.

Zur Brutzeit bildet der Silbereiher lange lockere Schulterfedern mit langen Seitenästen aus. Bei der Balz werden diese radförmig gespreizt. Diese Schmuckfedern wurden dem Silberreiher zum Verhängnis und führten beinahe zu ihrer Ausrottung. Denn diese Federn waren ein begehrter Schmuck für Damenhüte. Das Verbot der Jagd auf Silberreiher und der Schutz ihrer letzten Brutkolonien führten zu einer Erholung des Bestands.

Lebensraum

Silberreiher leben in der Brutzeit vorwiegend in Schilfgürteln an stehenden oder fließenden Gewässern und in Sümpfen. Außerhalb der Brutzeit bieten auch trocken Gebiete gute Lebensbedingungen. Hier jagen sie vor allem auf Feldern mit Klee und Luzernen nach Mäusen. Fische, Amphibien, Insekten und Mäuse sind die wichtigsten Nahrungsquellen für Silberreiher. Meist sucht er seine Nahrung bei einem langsamen Waten mit horizontal gestrecktem Körper durch seichtes Wasser. Oder er wartet in starrer Haltung auf Nahrungstiere in seiner Reichweite.

Silberreiher brüten meist in Kolonien. Ihre bis zu 100 Zentimeter legen sie dicht an dicht auf der Erde oder über Wasser in unzugänglichem Röhricht an. Das Gelege mit 3 bis 5 hellblauen Eiern wird von beiden Partnern bebrütet. Die Jungvögel schlüpfen nach etwa 25 Tagen. Sie werden 40 bis 50 Tage nach dem Schlüpfen flügge.

Ab Juli verlassen die Jungvögel in einer ungerichteten Zerstreuungswanderung die Brutgebiete. Die ausgewachsenen Vögel ziehen in der Zeit zwischen September und November aus den Brutquartieren ab. Wenn es die Witterungsbedingungen zulassen, dann bleiben sie in der Nähe der Brutgebiete. Werden die Witterungsverhältnisse zu ungünstig, dann machen sie sich auch in entfernte Winterquartiere auf. Ab Ende Februar il kehren die Silberreiher in ihre Brutkolonien zurück.

Silberreiher in den Moritzburger Teichen im Oktober 2013

(Bild: haros)

Literatur

  • Christian Wagner und Christoph Moning: Vögel beobachten in Ostdeutschland: Die besten Beobachtungsgebiete zwischen Rügen und Thüringer Wald. Franckh-Kosmos Verlag Stuttgart 2009, ISBN 978-3-4401-1129-1
  • Christoph Moning und Felix Weiß: Vögel beobachten in Norddeutschland: Die besten Beobachtungsgebiete zwischen Sylt und Niederrhein. Franckh-Kosmos Verlag Stuttgart 2010, ISBN 978-3-4401-2385-0
Autor seit 3 Jahren
195 Seiten
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