Schnellübersicht

Im Wesentlichen gibt es drei verschiedene Ansätze mit Hilfe des Internets die Frage zu beantworten, wer die nächste Wahl gewinnt. Im Überblick die wichtigsten Links:

social Media - soziale Netze

Wahlometer

twitterbarometer

fanpagekarma

 

Übersichten und Querschnittsbildung

pollytix

wahlrecht - sonntagsfrage

wahl-radar2013

 

Wahlbörsen

wahlbörse

Mehr zu den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Ansätze erfahren sie in den folgenen Absätzen.

Social Media und die Sonntagsfrage - Twitter, Facebook und Co als Instrumente der Wahlprognose

Was liegt näher als die am meisten genutzeten Dienste des Internets zu nutzen, um daraus Antworten auf die Sonntagsfrage abzuleiten.

Dabei lassen sich zwei Ansätze unterscheiden:

direkte Abfrage: es wird ausgewertet wie oft User den Namen einer Partei nennen, wer eine Partei ausdrücklich als positiv bzw. negativ bewertet oder wie groß die Aktivitäten von Fanseiten verschiedener Parteien sind.

indirekte Abfrage: man versucht auszuwerten, wie oft Parteien genannt werden. Spitzen und gezielte Versuche von interessierter Seite müssen dabei natürlich rechnerisch ausgeglättet werden. Nach welchem Verfahren dies geschieht ist nicht bekannt. Dennoch erfreut sich dieses Instrument großer Beliebtheit und erzeugt großenteils Ergebnisse, die erstaunlich nahe an den Prognosen der großen Unfrageinstitute liegen.

Wahlometer

twitterbarometer

fanpagekarma

Vorteil: Hier lassen sich Stimmungen und Schwankungen sehr schnell und aktuell erfassen.

Nachteil: Es werden nur die netzaktiven Bürger erfasst, also vor allem die Jahrgänge zwischen 16 und 50 Jahren. Netzaktivität muss nicht gleich politische Beteiligungsbereitschaft sein. Es wird gerne anonym gemotzt, aber wenig gehandelt. Dies Medium lädt auch zur Manipulation ein.

Übersichten und Querschnittsbildung - Die Masse macht's...

Grundgedanke: Dem Ergebnis eines einzigen Meinungsforschungsinstiutes sollte man grundsätzlich mistrauen.

Wenn aber mehrere Wahlforscher zu ähnlichen Ergebnissen kommen, dann ist man der Wahrheit doch sehr nahe auf der Spur.

Deshalb stellen verschiedene Internetseiten die Umfrageergebnisse der einzelnen Institute nicht nur zusammen, sondern errechnen daraus oft auch einen Durchschnitt und meinen damit genauere Vorhersagen über das Wählerverhalten treffen zu können:

wahlrecht - sonntagsfrage

pollytixs - wahltrend

Kritik: Viele Institute verwenden ähnliche Verfahren. Fehlerquellen werden also möglicherweise verstärkt. Es entsteht ein Nivellierungsdruck. Kein Institut möchte mit stark abweichenden Ergebnissen auffallen. Es wird die Illusion von Gewissheit genährt: "Wenn es doch fast alle sagen, dann wird es auch so sein."

Ganz neu auf dem Markt:

wahl-radar2013

Hier wird ein Querschnitt gebildet aus Umfrageergebnissen, Wahlbörsen und Internetaktivität. Das ist wahrscheinlich ein sehr brauchbarer Ansatz!

Wahlbörsen - der ökonomische Ansatz

Die Idee ist älter als das Internet und wurde schon oft mit ziemlich guten Erfolg z.B. an Universitäten durchgeführt.

Parteien werden wie Aktien an einer Börse gehandelt. Besonders beliebte Parteien werden demnach einen höheren Kurs erzielen als Parteien, denen man weniger Chancen einräumt. Am Kursverlauf und Wert der Parteienaktie kann man die Wahlchancen erkennen. Dieser Ansatz hat schon immer erstaunlich gute Ergebnisse gezeigt. Solche Wählbörsen lassen sich natürlich gut im Internet organisieren.

wahlbörse

Besonders gut funktionieren sie, wenn viele Börsenteilnehmer am Markt sind und wenn es auch einen kleinen finanziellen Anreiz und auch ein bescheidenes Risiko beim Handel der Aktien (im Cent-Bereich) gibt.

Traditionelle Demoskopie - mit Vorsicht zu genießen

Das berühmte Meinungsforschungsinstitut gallup sagte bei der letzten Präsidentschaftswahl im November fälschlicherweise eine Niederlage für Barack Obama voraus. Als sein Sieg feststand machten sich die Leute von gallup auf die Suche nach der Ursache für die Fehlprognose. Es stelte sich heraus, dass bei der Wählerbefragung, die per Telefon stattgefunden hatte, ausschließlich Inhaber von Festnetznummern angerufen worden waren. Diese waren aber überdurchschnittlich weißer Hautfarbe, relativ wohlhabend und eher konservativ und damit eher Obama-kritisch eingestellt.

Dies Beispiel zeigt, dass die traditionelle Form der Meinungserhebung - man befragt eine gewisse Anzahl von Personen und berechnet aus deren Antworten die Stimmung eines ganzen Volkes  fehleranfällig ist.

a) Wie groß muss die Stichprobe sein, um zutreffende Aussagen zu machen. (1000 Befragte sollte Miniumum sein)

b) Welche Menschen wählt man für die Stichprobe aus, damit sie repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sind?

c) Wie befragt man? (anonym per Fragebogen, per Telefon, im persönlichen Kontakt)

d) Welche Fragen stellt man? (offene Frage, vorgegebene Antwortmöglichkeiten, wenn ja, in welcher Reihenfolge usw.)

e) Wie wertet man die Fragen aus? Wie wird gewichtet? Wie vermeidet man bewusste Falschantworten? Wie unterscheidet man zwischen ernsthaften Antworten und spontanen Stimmungsäußerungen?

f) Wer ist Auftraggeber der Umfrage, was erwartet er, wie wichtig ist der Kunde für das Institut? Wie unabhängig sind die Forscher? Welches Ansehen haben sie/ möchten sie erwerben/befürchten sie zu verlieren?

Die Aufzählung ließe sich noch erweitern.

Selbst die renoniertesten Institute räumen eine Fehlerquote von 1,2 - 3,3% ein. Solche Abweichungen sind natürlich besonders für kleine Parteien von besonderer Bedeututng. Je mehr kleine Parteien, desto größer die Abweichungsgefahr insgesamt.

Deshalb versucht man heute mit Hilfe des Internets die angesprochenen Schwierigkeiten zu verringern oder ganz zu umgehen.

Autor seit 5 Jahren
15 Seiten
Laden ...
Fehler!