Überall auf der Welt gibt es Formen der Astrologie. "Unsere" Astrologie, die wir in der westlichen Welt verwenden, stammt vermutlich aus dem alten Babylonien. Die Sternenkundigen und Wissenschaftler konnten schon damals ganz exakt bestimmen, wann ein Jahr begann, genauer: wann der jährliche Zyklus erneut begann.

Zwölf Prinzipien der Sternzeichen

Den Ablauf eines Jahres teilten sie in zwölf gleichgroße Abschnitte: Jedes Mal bei Neumond trat eine neue Zeitqualität ins Leben. Dieser Zeitqualität gaben sie die Namen von Sternzeichen – diese Abfolge dachten sie sich als ein Band um die Erde weit draußen am Firmament: den Tierkreis. Sie dachten es sich – sie behaupteten es nicht.

Den Beginn der Tierkreiszeichen legten sie auf jenen Moment fest, wenn die Sonne über den Äquator wandert: etwa um den 21. März. Dann sind Tag und Nacht gleichlang, weswegen dieser Tag auch Frühlings-Tagundnachtgleiche heißt. In diesem Moment begann das Jahr mit dem Zeitabschnitt namens Widder.

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Eine wunderbare Animation zu diesem Phänomen der Tag-und-Nachtgleichen und der Auffassung vom Himmelsgeschehen aus Sicht der Astrologen hat Olaf Staudt auf seiner Homepage installiert.

Erstes Prinzip: Sternzeichen Widder

Nun muss man sich das so vorstellen, dass man früher viel stärker in Bildern gedacht hat, als man das heute in der wissenschaftlich "aufgeklärten" Zeit tut. Mit dem Zeichen Widder verbanden die Astrologen den Durchbruch. Das darf wörtlich verstanden werden: Im Frühjahr bricht die Pflanze durch die Krume. Menschen, die im Zeitraum des Widders geboren sind, tragen also den Aufbruchsimpuls in sich – sie wollen mit dem Kopf durch die Wand. Ohne zurückzuschauen, ohne Rück-Sicht treten sie im Leben auf, sind also im Wortsinn: rücksichts-los.

Die Zeit des Widders hat also nichts mit dem Sternzeichen Widder zu tun; der Name des Tierkreiszeichens tritt nur deshalb auf den Plan, weil man in diesen antiken Zeiten der Meinung war, was am Himmel geschieht, wiederholt sich auf Erden. Oder: Jede Bewegung am Himmel hat ihre Entsprechung auf Erden – wie oben, sagten sie, so unten. Denn in diesen historischen Zeiten galt der Himmel als von Gottheiten bevölkert. Und in jedem Abschnitt wohnte eine Gottheit. Im Abschnitt "Widder" residierte Gott Mars – weswegen die Astrologie den Planeten Mars dem Tierkreiszeichen Widder zuordnet. Mars, das kriegerische, aggressive Prinzip, passt am besten zum Zeichen Widder!

Zweites Prinzip: Sternzeichen Stier

Als zweites Prinzip, als zweites "Sternzeichen" tritt der Stier auf den Plan. Wir wissen es jetzt besser und sagen zwar "Sternzeichen", behalten aber im Hinterkopf, dass es "Tierkreiszeichen" heißen muss. Die Abfolge der einzelnen Sternzeichen entspricht der Symbolik des Lebens. Was ist darunter zu verstehen?

Nun, nach dem dramatischen Kampf, dem Durchbruch ins Leben, wie es im Widder symbolisiert wird, gilt es, festen Boden unter die Füße zu bekommen, bevor man weggeschwemmt wird. Das geschieht im Sternzeichen Stier, weswegen der Stier auch als bodenständig bis stur eingeschätzt wird. Doch auch sein astrologischer Charakterzug der "Genussfähigkeit" leitet sich hieraus ab: Der Stier schätzt über alle Maße, was er hat, und da er fest an der Scholle klebt, ist er im übertragenen Sinne auch zuverlässig und treu. Im Zeichen Stier "wohnt" die Venus des Morgens.

Drittes Prinzip: Sternzeichen Zwillinge

Und wieder tritt eine Gegenbewegung ins Leben: das Zwillinge-Prinzip. Mit dem Stier hat sich der Mensch niedergelassen. Nun, da er sich sicher fühlt, kann er seine Umwelt erforschen: Das Sternzeichen Zwillinge tritt auf den Plan. Dem Zeichen Zwillinge wird Neugier nachgesagt, Flatterhaftigkeit und Nervosität: weil das Prinzip "Zwillinge" gerne auf der Suche nach Neuem ist. Im Zeichen Zwillinge "wohnt" der Merkur des Morgens.

Viertes Prinzip: Sternzeichen Krebs

Es tritt das vierte Prinzip auf, der Krebs, und wieder ist es eine Gegenbewegung zum vorherigen Prinzip. Hat der Zwilling seine Umgebung erforscht, wendet sich der Krebs nach innen: Er erforscht die Seele. Hier steckt der tiefere Grund für die seelische Stärke des Sternzeichens Krebs. Das Mütterliche ist ihm zu eigen, das Seelenvolle. Dem Zeichen Krebs wird der Mond zugeordnet, la luna, das Mütterliche.

Mit den ersten vier Tierkreiszeichen ist in der Astrologie das "Ich" beschrieben. In den nächsten Sternzeichen wendet sich der Mensch nach außen: Er stellt sich dar (Löwe), er passt sich an (Jungfrau), er sucht das Gegenüber (Waage), und er schaut hinter die Kulissen seiner Mitwelt (Skorpion), bevor es ins Überpersönliche geht.

Hier geht es zu Teil 2 der Sternzeichen-Beschreibung: Warum du bist, wie du bist.

jofl, am 08.12.2011
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