Stevita Culinaria, Monika HermelingFoto: Stevia, aus hochwertiger, Biologischer Produktion, Monika Hermeling

Die Steviapflanze, mit der Gesundheitsbewusste ihr Gewicht halten, den Blutdruck regulieren, den Blutzuckerspiegel auf ein normales Maß senken und ungünstigen Körperpilzen den Garaus machen wollen, hat sich auf dem Weltmarkt in den letzten Jahren, eine Stellung, als Ersatz für Zucker, erkämpft. Stevia wird, außer im Herkunftsland Paraguay, inzwischen auch in Kenia, Südamerika, Malaysia, den USA und in Europa angebaut. Im wirtschaftlichen Kampf um die Marktanteile von Stevia entsteht oft die Frage:

Welche Konzerne, außerhalb von Paraguay, profitieren vom Boom des Süßstoffes Stevia?

Im Jahr 2011 erreichte, nach Angaben der Zeitschrift "Spiegel", der malaysische Konzern PureCircle, der auch Lieferant für die Firma Cargill ist, mit industriell hergestelltem Stevia, einen Jahresumsatz von rund gerechnet 50 Millionen Dollar und machte sich dadurch zum weltweiten Marktführer, für industrielle Stevia-Süßstoffe.

Verbraucher, die die Süßpflanze Stevia mit der Vorstellung von fairem Handel, eines von Kleinbauern produzierten, gesundheitsfördernden Produktes, verbinden, sind bei den Produkten von PureCircle am falschen Platz. Diese Ware hat noch nicht einmal den Namen mit der ursprünglichen Pflanze gemeinsam, denn diese heißen bei PureCircle nicht Stevia Rebaudiana,sondern SG95, NSF01 oder RebA.

Wer sich über die Geschäftspolitik von PureCircle kundig macht, stellt sehr schnell bei der Recherche fest,dass ohne diesen Konzern, in der Stevia-Szene geschäftlich, fast nichts mehr läuft. Das weltweit in Kenia, Südamerika, den USA und Asien tätige Unternehmen, kontrolliert den vollständigen Produktionsprozess in diesen Ländern. Das heißt vom Anbau bis zum Verkauf wird Stevia dort, in pulverisierter oder flüssiger Form, kontrolliert. Das bedeutet aber keinesfalls, dass die Landwirte keine Düngemittel verwenden dürfen oder die Pflanzen nicht mit Insektiziden vor Schädlingen geschützt werden. Es bedeutet lediglich, dass es keinen Mitbewerber auf dem Markt gibt  und die Preise vom Unternehmen diktiert werden. Durch diese Art von Handel ist eine Unterbezahlung der Landwirte und eine einseitig hohe Gewinnspanne des Handels vorherbestimmt und wahrscheinlich auch erwünscht.

Schweizer Konzern mischt von Anfang an beim Steviahandel mit

In der Schweiz war der Handel mit Stevia relativ schnell erlaubt. Dadurch war ein Vorsprung auf dem weltweiten Stevia-Markt gewährleistet.Das Unternehmen PureCircle, aus Malaysia,sah seinen Vorteil bei der Vermarktung sehr schnell und begann unter anderem eine Vermarktung von Stevia mit der Schweizer Firma Firmenich, die zu den Marktführern des Handels mit Aromen zählt

Nach Angaben der Geschäftsleitung der Firma, die rund gerechnet 500 Mitarbeiter hat, habe sich die Nachfrage nach Stevia, im Jahr 2012, so gut wie verdoppelt.

Die Öffnung des EU-Marktes macht weiteren Auftrieb möglich

Der russische Vorstandschef von PureCircle, Magomet Malsagov, erläuterte die Geschäftsbilanz bei der Hauptversammlung im September 2011dahingehend, dass der neue Absatzmarkt Europa, eine kräftige Umsatzsteigerung verspricht. Nach eigenen Angaben verkauft das Unternehmen seine Produkte an rund 150 Großkunden, von denen einige Kraft und Unilever seien. Unbestritten der größte Abnehmer sei der US-Getränkekonzern PepsiCo.. Der Vorstandschef ergänzte, dass dieses Unternehmen In den USA bereits seit einiger Zeit süße Getränke, anstatt mit herkömmlichem Zucker mit der kalorienfreien Süße von Stevia versetze.

Auch für die Europäische Union setzt die Getränkeindustrie große Hoffnungen auf den neu zugelassenen Süßstoff. Coca-Cola hält weltweit rund 30 Patente auf mit Stevia-Extrakten versetzten Produkten und verkauft schon jetzt in Frankreich und der Schweiz verschiedene Varianten seiner Süßgetränke, zum Beispiel spezielle Fanta-Limonade.

Produktpiraterie im deutschsprachigen Raum

Bei Produkten die auf den Markt streben ist oft die die Produkt- und Markenpiraterie groß. Das ist auch seit der Zulassung der Stevia so. Wie Petra Helmreich vom YerbaBuena-Shop in Paraguay berichtet, werden nicht nur paraguayische Firmennamen stillschweigend in die eigene Produktionskette übernommen, sondern Produktlinien, die in Paraguay schon am Markt sind, als Marke neu registriert und rechtswidrig, als eigene Erfindung deklariert und auf den deutsch sprachigen Stevia-Markt gebracht.

Stevia in biologischer Qualität

Zum YerbaBuena-Shop in Paraguay

Stevialine Cullinaria (Bild: http://www.yerbabuena-shop....)

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