Stevia Pflanze

Herkunft

Die Steviapflanze fühlt sich vor allem in subtropischen Regionen wohl, denn sie liebt die Wärme. Ihre Ursprünge hat sie in Paraguay. Und auch wenn man immer wieder anderes liest, nach Angaben der Universität Hohenheim war auch dort die Pflanze bis in die 1990er Jahre nicht besonders verbreitet, allerdings auch nicht ganz unbekannt. Steviablätter wurden zum Süßen von Tee und auch zu medizinischen Zwecken genutzt. 1888 weckte die Steviapflanze das Interesse des aus dem Tessin nach Paraguay ausgewanderten Botanikers Moisés Santiago Bertoni, der das Gewächs zehn Jahre später durch seine wissenschaftliche Beschreibung auch auf unserem Kontinent bekannt machte. Bis Stevia seinen großen Durchbruch als Zuckerersatz erzielte, sollte jedoch noch einmal fast ein Jahrhundert vergehen.

Habt Ihr schon mal Stevia probiert?

Stevia als Zuckerersatz

Wer würde nicht gerne ohne Reue Süßes essen. Stevia geriet vor allem ins öffentliche Interesse, weil es 300-mal süßer ist als herkömmliche Saccharose, dabei aber ohne deren "Nebenwirkungen" auskommt. Die in den Steviablättern enthaltenen Stevioglycoside haben kaum Kalorien und keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Darüber hinaus verursacht Stevia keine Karies. Im Gegenteil – es wirkt sogar anti-kariogen, also karieshemmend und kann die Entwicklung von Zahnbelag verhindern.

Doch so gut sich das alles anhört, die Sache hat einen Haken. Der Geschmack von Stevia ist für die meisten Menschen recht gewöhnungsbedürftig, wird oft als "unnatürlich süß" beschrieben und der Nachgeschmack des Zuckerersatzes ist leicht bitter. Dieser Effekt entsteht durch das Extraktionsverfahren des Süßstoffes aus der Pflanze.

Ist Stevia Gesund oder nicht?

Wurde Stevia von den einen für seine Vorteile gegenüber herkömmlichen Zucker gefeiert, so geriet es auch immer wieder in Verruf und in den Medien wird noch immer die Frage diskutiert, ob es wirklich so viel gesünder und besser ist als handelsüblicher Haushaltszucker. So zögerte die Europäische Union lange, bis sie das Produkt auch hier auf dem Markt zuließ. Stevia stand unter anderem im Verdacht, krebserregend zu sein und Embryonen im Mutterleib zu schädigen. Doch basierten diese Aussagen auf Studien, die Untersuchungen mit Mengen von Stevia durchführten, die weit über haushaltsüblichen Mengen lagen. In weiteren Untersuchungen konnten so auch keine negativen Wirkungen festgestellt werden. So darf das Süßungsmittel seit 2011 auch in Deutschland verkauft und verwendet werden.

Was ist Stevia Video

Natürlicher als Haushaltszucker?

Stevia wird gerne damit beworben, dass es ein besonders natürliches Produkt ist. Doch muss man an dieser Stelle erwähnen, dass die Pflanze in Reinform in der EU nicht für den Verzehr zugelassen ist und dass das Süßungsmittel in mehreren Schritten aus den Blättern extrahiert und schließlich noch gereinigt wird. Dies lässt sich bereits daran erkennen, dass ein Steviapulver in seiner ursprünglichen Form eine hellbraune Färbung – ähnlich der von Rohrzucker – hat. Im Handel ist aber für gewöhnlich ein blütenweißes Pulver erhältlich. So sollte man nicht davon ausgehen, dass man durch den Genuss von Stevia wertvolle Nährstoffe zu sich nimmt, denn diese gehen beim Herstellungsprozess zu etwa 90 Prozent verloren. Dies mindert natürlich nicht im geringsten die Vorteile gegenüber der Verwendung von Haushaltszucker, mit dem man sich nicht nur keine Nährstoffe zuführt, sondern unter Umständen auch noch die Gesundheit gefährdet.

Vorsicht vor Mogelpackungen

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat die Höchstmenge in Bezug auf Stevia in Lebensmitteln stark begrenzt. So sind bei vielen im Handel erhältlichen Produkten mit Stevia zusätzlich Saccharose oder andere Süßstoffe enthalten, damit die Hersteller auf die gewünschte Süße kommen. Wer also ein rein mit Stevia gesüßtes Produkt kaufen möchte, sollte sich die Liste der Inhaltsstoffe ganz genau ansehen.

 

Stevia in der Küche

Wer selbst mit Stevia kochen oder backen möchte, sollte besonders streng und genau auf die Mengenangaben achten. Stevia süßt nicht einfach nur, es hat auch einen gewissen Eigengeschmack. Wer am Stevia spart, bekommt keine ausreichende Süße hin, doch wer zu viel nimmt, läuft Gefahr, dass das Gebäck oder Dessert leicht bitter und ein wenig nach Lakritze schmeckt. Man sollte für die genaue Abmessung am besten eine gut justierte digitale Feinwaage verwenden. Wer kein spezielles Steviarezept verwenden möchte, sondern vom Haushaltszucker umrechnet, kann sich an folgender Tabelle orientieren:

Stevia entspricht dieser Menge Zucker

0,3 g Steviosid-Extrakt 100 g Zucker

60 g Stevia-Granulat 100 g Zucker

1 Tropfen Steviosid Flüssigextrakt 2-3 Stück Würfelzucker

1 TL Steviosid Flüssigextrakt 250 g Zucker

 

Seit neustem gibt es im Handel auch Stevia Granulat das man 1:1 wie Zucker verwenden kann. Diese Produkte eigenen sich vor allem für Leute die das erste mal Stevia verwenden.

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