Vollkornbrot enthält alle ...

Vollkornbrot enthält alle Nährstoffe des vollen Korns (Bild: MINEMA / Pixabay)

Welches Brot verdient die Bezeichnung "Vollkornbrot"

Dunkle Brotsorten sind nicht immer gesünder und verdienen auch nicht grundsätzlich die Bezeichnung Vollkornbrot. Das Auge kauft immer mit. Backwaren, die gesund anmuten und beispielsweise als Vitalbrot oder Fitnessbrötchen bezeichnet werden, haben meist einen sehr geringen Vollkornanteil. Sie bestehen oft nur aus Weizenmehl Typ 405 und einem hohen Malzanteil. Das, was wie gesundes Körnerbrot anmutet, wurde aus Auszugsmehl hergestellt und erhält seine dunkle Farbe vom Malzextrakt. Rundum sind einige Körner aufgestreut, die dem Verbraucher suggerieren, dass es sich um Körnerbrot handelt. Dem Auszugsmehl, das auch für das Backen von Weißbrot und Brötchen verarbeitet wird, fehlen die äußeren Randschichten. Es wird nur das Innere des Korns verarbeitet, aber gerade in den äußeren Schalenteilen befinden sich die für die Gesundheit wichtigen Ballaststoffe, Öle, Vitamine und Mineralstoffe.

Echtes Vollkornbrot muss mindestens aus 90 Prozent Vollkornmehl oder Vollkornschrot bestehen. Im Gegensatz zu Weißbrot und dem vermeintlichen Fitnessbrot enthält es alle Nährstoffe aus den Schalenteilen. Vollkornbrot sorgt für den reichen Anteil an Ballaststoffen für ein länger andauerndes Sättigungsgefühl als Weißbrot es vermag und versorgt zudem den Körper mit wichtigen Nährstoffen. Deshalb sollten sich ernährungsbewusste Verbraucher immer erst über die Inhaltsstoffe des Brotes informieren, bevor sie es kaufen. Auf der sicheren Seite sind sie bei der örtlichen Bäckerei. Dort können sie sich eingehend beraten lassen. 

Vollkorn versus Weißmehl

Ist Weißbrot wirklich ungesund?

Direkt ungesund ist Weißbrot nicht. Es kommt, wie bei vielen Dingen, die man in den Mund schiebt, auf die Dosis an. Wer sich ausschließlich mit Weißbrot ernährt und sonst wenig Nahrungsmittel zu sich nimmt, die vitamin- und nährstoffreich sind, die Ballaststoffe und Spurenelemente enthalten, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit gesundheitliche Probleme bekommen. Übergewicht und Verdauungsprobleme sind bei häufigem Verzehr von Weißmehlprodukten wie Weißbrot keine Seltenheit. Es ist kein Geheimnis, dass Weißbrot im Gegensatz zum Vollkornbrot nicht wirklich satt macht. Es sind nur geringe Mengen an Ballaststoffen im Auszugsmehl enthalten. Deshalb wird die darin enthaltene Stärke im Verdauungstrakt schnell gespalten, die Energie in Form von Zucker sofort ins Blut transportiert und verbraucht. Das führt dann zu regelrechten Heißhungerattacken. Die Folge von zu viel Weißbrot und zu wenig Ballaststoffen auf dem Speisezettel ist ein träger Darm mit Verstopfung, eine Obstipation. Weiterhin wird das Diabetes-Risiko erhöht. Der Grund ist, dass durch den häufigen Verzehr von Weißbrot der Blutzuckerspiegel steigt und Insulin freigesetzt wird. Insulin befördert den Zucker in die Körperzellen. Nach und nach werden die Zellen immun gegen das Insulin, das den Zuckerhaushalt regelt. Der Blutzuckerspiegel gerät ins Wanken und es entsteht der im Volksmund als Zuckerkrankheit benannte Diabetes.

Fazit: gesund und ungesund beim Brot sind relative Begriffe

Wer sich gerne gesund ernähren möchte, sollte in erster Linie auf eine ausgewogene Zusammensetzung seines Speisezettels achten. Hin und wieder mal eine Scheibe Weißbrot zum Salat oder einen Dip ist nicht direkt ungesund. Auch ein Burger ab und zu macht nicht krank. Es darf allerdings nicht zur Regel werden. Vollkornbrot ist natürlich gesünder, weil es die guten Inhaltsstoffe des vollen Korns enthält. Wer allein nur auf Vollkornbrot setzt und sonst viel Fett und Kohlenhydrate verzehrt, aber wenig Salat, Gemüse, Fisch und mageres Fleisch zu sich nimmt, lebt nicht wirklich gesund. 

Krimifreundin, am 26.04.2016
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Bildquelle:
Ruth Weitz (Eierpfannkuchen - Rezept mit Dinkelmehl)

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