Zu Fuß durch Stockholm

In der Innenstadt von Stockholm kann man viele schöne Orte und Sehenswürdigkeiten auf einem ausgedehnten Spaziergang besichtigen. Ausgangspunkt für so einen Bummel kann zum Beispiel der zentral gelegene Sergels Torg sein. Es ist nicht gerade ein Platz, mit dem man einen Schönheitspreis gewinnen könnte, aber an seiner Südseite findet man eine urbane Institution für Künstler und Lebenskünstler. Das Kulturhuset zeigt Stockholm als multikulturelle Metropole, hier gibt es Bibliotheken, ein Theater und Galerien, Vorträge, Lesungen, spontane Happenings oder Musiksessions. Mit dem Fahrstuhl nach oben kommt man zum Café Panorama, von dem aus man einen wunderbaren Blick über die Stadt bekommt.

Vom Sergels Torg aus geht es vorbei an der Monumentalarchitektur des Reichstags in Richtung Altstadt. Als erstes sieht man dort den imposanten Bau des königlichen Schlosses. Mit seinen 608 Zimmern ist es eines der größten der Welt und zudem auch größer als der Buckingham Palast in London. Die königliche Familie lebt allerdings nicht mehr hier, sondern draußen in Drottingholm. Ein alltägliches und sehenswertes Schauspiel ist die Wachablösung im Innenhof des Schlosses, die jeden Tag um die Mittagszeit dort stattfindet. Sie ähnelt allerdings mehr einem halbmilitärischen und halb operettenhaften Schauspiel, was sie teilweise dadurch auch ein wenig lustig wirken läßt. FOTO: Katharina Wieland Müller, pixelio

In der Storkyrka Sankt Nikolai gegenüber vom Schloss wurden fast alle schwedischen Könige gekrönt. Es gibt auch nur wenige protestantische Kirchen, die so opulent ausgestattet sind wie diese. Von hier aus kann man in westlicher Richtung nach Riddarholmen gehen und hat von dort über das Wasser eine wunderbare Aussicht auf das Wahrzeichen von Stockholm, das Stadshuset. Bei einem anschließenden Rundgang durch die Altstadt, Gamla Stan, kann man die gemütliche Atmosphäre in den kleinen Gassen mit ihren Patrizierhäusern genießen. Hier findet man auch das Haus, in dem der deutsche Schriftsteller Kurt Tucholsky nach seiner Flucht vor den Nazis in den dreißiger Jahren gelebt hat. Hier erlebt man Stockholm wie im Mittelalter, Häuser mit buckligen Mauern und schiefen Fensterreihen, gepflasterte Gassen, die auch schon mal so schmal sind, dass man mit ausgestreckten Armen die Häuserwänden berühren kann. Und genau hier findet man auch gemütliche schwedische Restaurants und urige Kneipen, in denen man einen netten Abend mit netten Leuten verbringen kann.

FOTO: Detlef Menzel, Pixelio

Wachablösung im königlichen Schloß, Stockholm
Wachablösung im königlichen Schloß ...

Wachablösung im königlichen Schloß, Stockholm (Bild: Katharina Wieland Müller, pixelio)

SightSeeing in und um Stockholm

Vom östlichen Ufer der Altstadt gelangt man mit einer Fähre in wenigen Minuten auf die Innenstadtinsel Djurgarden. Hier findet man zwei der interessantesten unter den über 70 Museen, die Stockholm zu bieten hat. Zum einen das riesige Freilichtmuseum Skansen, dass angeblich das älteste Freilichtmuseum der Welt ist. Es präsentiert ein Schweden in Miniaturausgabe mit über 150 Gebäuden aus allen Provinzen des Landes. Eine weitere Attraktion ist natürlich das Vasamuseum, dass nur ein Ausstellungsstück besitzt und das ist das gewaltige Regalchiff Vasa von König Gustav II, das 1628 bei seiner Jungfernfahrt noch im Hafenbecken gesunken war und erst 333 Jahre später gehoben und restauriert wurde. Es ist ein imposantes Schiff mit hohen Aufbauten, das allerdings bei Experten als Fehlkonstruktion gilt. Der schwedische König hatte damals immer wieder in die Pläne seiner Schiffbauer eingegriffen und Korrekturen verlangt. Entgegen den Empfehlungen seiner Fachleute geriet das Schiff allerdings zu hoch und ist deshalb bereits bei seinem ersten Auslaufen und dem ersten richtigen Windstoß seitlich gekentert und untergegangen. Bei schönem Wetter ist Djurgarden nicht nur für Museumsbesuche gut, sondern auch für ein Picknick auf den weitläufigen Grünanlagen.

FOTO: Andrea Damm, Pixelio

Eine andere Art Stockholm zu entdecken, ist zum Beispiel mit einer Stadtrundfahrt unter den Brücken von Stockholm auf einem Schiff. Hier kann man die Sehenswürdigkeiten der Stadt nicht nur vom Wasser aus bewundern, sondern man bekommt bei dieser Rundfahrt um einige Inseln auch einen schönen Eindruck von der Natur, die diese Stadt zu bieten hat.

FOTO: Unbekante, pixelio

 

Natürlich gehört zu einem Besuch der schwedischen Metropole auch eine Schiffstour durch das Gebiet der Schären in der Ostsee. 27.000 Inseln und Inselchen auf einer Länge von 150 km vor Stockholms Küste. Milliarden Jahre altes Gestein, von der Eiszeit geschliffen und manchmal nur ein halbes Fußballfeld blanken Granit bekommt man hier zu sehen. Bei einem Zwischenstopp auf einer der wunderschönen Inseln konnte ich einmal die Bäume und die Blumenwiesen genießen und fühlte mich dabei zurückgesetzt in frühere schwedische TV-Kinderserien wie, "Die Kinder von Bullerbü" oder "Ferien auf Salkrokan". Und dann gegen Ende der Tour auf dem Schiff noch ein Snack mit leckeren Fischbrötchen rundet so einen Ausflug auf dem Wasser noch richtig schön ab. FOTO: Katharina Wieland Müller

Djurgarden, Stockholm
Sailboats in a Lake, Gronalund ...

Sailboats in a Lake, Gronalund, Djurgarden, Stockholm, Sweden (Bild: Panoramic Images / AllPosters)

Essen und Trinken in Stockholm

Wer abends lecker essen und trinken möchte, geht dazu am besten in die Stockholmer Altstadt (Gamla Stan) oder in den direkt südlich davon gelegenen Stadtteil Södermalm, der auch einer der schönsten von Stockholm ist. Eines der urigsten Restaurants in der Altstadt ist sicherlich das Gyldene Freden, das mit seiner bewegten Geschichte schon im 18. Jahrhundert von dem schwedischen Dichter Carl Michael Bellmann besungen wurde. In den zwanziger Jahren rettete der Maler Anders Zorn das Lokal vor dem Konkurs und ließ damals festschreiben, dass es hier für alle Zeiten deftig schwedische Küche geben sollte. Und so ist es auch bis heute geblieben. Hier bekommt man leckere Fischspezialitäten, wie zum Beispiel den schwedischen Sill oder auch Köttbular, die leckeren Hackbällchen.

FOTO: LeAcronym, pixelio

Das Engelen ganz im Süden der Altstadt gehört seit den siebziger Jahren zu den nettesten Lokalen, wo man hingehen kann, wenn man bei einem Bier und guter Musik eine nette Unterhaltung mit netten Leuten führen möchte. Eine Etage tiefer, quasi unterhalb der Kneipe, befindet sich der Nachtklub Kolingen. Dieser öffnet erst gegen Mitternacht und ist bis in die frühen Morgenstunden geöffnet. Also für alle Nachtschwärmer, die es ein etwas länger aushalten ein wunderschöner Ort. Und bei den langen Sommernächten in Schweden kann es schnell passieren, dass ein netter Abend in so einem Lokal auch etwas länger dauert. Also wenn man in den frühen Morgenstunden so zwischen 4 und 5 Uhr das Lokal verlässt, kann man immer sagen, man sei im Hellen wieder nachhause gegangen.

FOTO: Katharina Wieland Müller

Eine weitere Restaurantempfehlung findet man in Södermalm am nördlichen Ufer direkt gegenüber der Altstadt. Das Eken Bar & Matsal. Hier fährt man mit dem Fahrstuhl in die oberste Etage und kann bei erstklassigem Essen abends einen wunderschönen Rundblick über die Stockholmer Altstadt und den Hafen genießen.

Stockholm hat sicherlich noch jede Menge andere nette Kneipen und Restaurants zu bieten, aber dies waren Lokale, in denen ich in Stockholm immer eine schöne Zeit genossen habe und deshalb jederzeit gerne wieder hinfahren würde.

Stockholm ist immer eine schöne Städte-Reise für ein verlängertes Wochenende von 3 - 4 oder auch 5 Tagen.

Also, Viel Spaß in Stockholm

 

Riddarholmen, Stockholm
Riddarholmen, Stockholm, Sweden

Riddarholmen, Stockholm, Sweden (Bild: Walter Bibikow / AllPosters)

Autor seit 4 Jahren
65 Seiten
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