Wir haben uns in Europa zu sehr an den Frieden gewöhnt.

Der Libanon war einst die Schweiz des Nahen Ostens. Diesen Beinamen erhielt der Zedernstaat wegen seiner politischen Neutralität und der wirtschaftlichen Stabilität. Die Hauptstadt Beirut wurde auch das zweite  Paris  genannt. Prächtige Einkaufsstraßen wie die "al Hamra" luden Touristen zum Bummeln ein. Die Innenstadt, ein Ort der Begegnung, war Symbol für friedliche Koexistenz. An der levantinischen Küste tummelten sich die Schönen und Reichen.

Das Nachtleben war berühmt. Hotels und Clubs der Extraklasse säumten die Boulevards am Mittelmeer.

Libanesische Banken schwammen im Geld. Der Handel blühte.

Dem Land, in dem Ägypter, Griechen,  Römer und Osmanen ihre Spuren hinterlassen hatten, ging es gut.  

Beirut ist die konfessionell vielfältigste Stadt des Nahen Ostens.

Protestanten, Katholiken, Orthodoxe  aller Richtungen treffen auf Muslime: Schiiten, Druzen, Sunniten.

 

 

 

 

Die Bilder stammen von vor dem Krieg.

 

90.000 Tote, 115.000 Verwundete, 20.000 Vermisste, 800.000 Flüchtlinge im Bürgerkrieg von 1975 bis 1990

Angefangen hat wohl alles mit Auseinandersetzungen zwischen arabischen Nationalisten und prowestlichen Christen. Hetzer und Scharfmacher auf beiden Seiten. Zum Schluß wußte keiner mehr: wer gegen wen, warum und weshalb. 

Hier links der Märtyrer-Platz, zerstörte Gebäude, zerschossene Infrastruktur, einmalige kulturelle Werte vernichtet von Fanatikern.

 

Einst glänzende Hotels an der Küste sind zerstört!

Die smarten kleinen Läden der geschäftstüchtigen Libanesen sind nur noch Ruinen. 

 

 

 

 

Der libanesische Schriftsteller Raschid al Daif beschrieb das so ( ZITAT!!! ):

"Der Krieg war ein Kampf von Arm und Reich gegen Reich und Arm. Palästinenser bekämpften sich untereinander, Syrer kämpften mit Palästinensern gegen Christen, dann mit Christen gegen Palästinenser. Dann die Christen untereinander und gegen die Drusen, alle miteinander und gegeneinander --- wer sollte das verstehen? Am Ende haben wir über die gelacht, die versucht haben, die Zustände zu analysieren."  ( Zitat Ende )   

Ruinen so weit das Auge reicht.

Seit über 50 Jahren lebe ich bewußt in Europa. Krieg habe ich, im Gegensatz zu meinen Eltern, nicht kennengelernt. Wirklichen Hunger auch nicht. Wir haben seit 1945 eine der längsten Friedensperioden unserer Geschichte. Ein weltoffenes Deutschland, eingebettet in die Europäische Union, ist der Garant  für Frieden und Freiheit. Das nicht alles Gold ist, weiß wohl jeder selber.

Aber die schlechteste Demokratie ist besser. als die beste Diktatur.

 

Ich möchte nicht durch zerbombte Straßen laufen. An Check-Points mit vorgehaltener Waffe kontrolliert werden!

Und das wünsche ich auch nicht meinen Kindern. 

 

 

 

Wenn fehlgeleitete junge Leute Bomben werfen, geht uns das alle etwas an!

Die Bilder wurden mir von meinem guten Bekannten Bernd S. aus Köln zur Nutzung überlassen. Der hat im Libanon humanitäre Hilfe geleistet. Trink-Wasser in Flüchtlingscamps gefahren. Mit seinem Wagen geriet er und andere zwischen die Fronten. Die anderen sind tot, er hat beide Beine verloren und sitzt im Rollstuhl.

Krieg und Kampf haben absolut nichts heldenhaftes. Geht auf die großen Kriegs-Friedhöfe. Ich spreche bewußt nicht von Helden-Friedhöfen, da liegen Opfer, die ihr Leben nicht leben durften.

Tausende von Kreuzen. Junge Leute, Durchschnittsalter 20 / 21 Jahre liegen da. Geht zur Gedenkstätte von Verdun.  Laßt Euch nicht von Einheizern / Demagogen erzählen, ihr wäret Superhelden. Mit zerschossenen Gliedern im Rollstuhl sitzen, ist nicht heroisch!  Stellt Euch vor, ihr wärt die Opfer!

Laßt Euch nicht aufhetzen! Schwört der Gewalt ab. Der erste Weltkrieg fing auch nur mit einer Bombe und zwei Schüssen an. Auch das waren "Nationalisten". Die 18 und 19 Jahre alten Täter schluckten danach Zyankali. Wie praktisch für die Hintermänner! Hat leider nicht gewirkt. Der 19jährige Schütze Gavrilo Princip starb 1918 im Gefängnis an Knochentuberkolose. 25 Attentätern wurde der Prozess gemacht. Lange Kerkerstrafen und Todesurteile wurden vollstreckt. Mit solchen Taten vernichtet Ihr auch euer eigenes Leben.

Die letzte Reparaturzahlung in Zusammenhang mit dem 1. Weltkrieg wurde am 03.Oktober 2010 geleistet. Von uns Steuerzahlern. Niemals von denen, die eigentlich verantwortlich sind.

Gewalt eskaliert, und ist nicht mehr kontrollierbar. Sagt NEIN zur Gewalt. Weder als Täter, noch als Opfer seid Ihr Helden. Ihr seid Narren. Narren,  die sich aufhetzen lassen. Marionetten von Leuten ohne Charakter. Extremismus führt in den Untergang! Hört nicht auf Demagogen! Diese machen Euch zu Verbrechern.

Unsere Väter waren im zweiten Weltkrieg in Russland.  Ich kenne keinen einzigen, wenn er denn zurückkehrte, der das toll fand. Ihr die junge Generation kennt keine Zeitzeugen. Habt nie mit Leuten gesprochen, die Krieg miterlebten. Das ist keine Landser Romantik.

Wenn Ihr denn unbedingt Bomben werfen wollt, dann meldet Euch doch als Söldner. Mal sehen ob das auch noch lustig ist, wenn der Gegner zurückschießt? Oder noch besser, schickt eure Anführer.  

Hetzen kann jeder, für eine bessere Welt einzustehen, ist weitaus schwieriger!

Für mich gilt das Wort eines ehem. Bundespräsidenten: (Zitat) " Der Friede ist der Ernstfall!"  

Autor seit 5 Jahren
268 Seiten
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