Stressbewältigung in der modernen Leistungsgesellschaft - Stressmanagement als Methode, mit Anforderungen umzugehen

Im Verlauf der letzten beiden Jahrhunderte ist die Belastung durch zu verarbeitende Sinnes- und Informationswahrnehmungen um über 140 Prozent angestiegen und erfordert vom Menschen hohe geistige Belastbarkeit. Aber auch der schnelllebige Lebensstil und der stetig steigende Leistungsdruck sind typisch für unsere heutige Lebensweise und Gesellschaft. Diese Faktoren bedingen eine ständige Aktivität des Organismus und für Erholung ist kaum noch Zeit da. Stress ist heute fast unvermeidlich, allerdings sind sich viele Betroffene nicht bewusst, dass Stress nicht nur die Leistungsfähigkeit einschränkt, sondern auch zu massiven gesundheitlichen Schäden führen kann. Denn auf physiologischer Ebene ist Stress eine oft grenzwertige oder gar grenzüberschreitende Belastung, die durchaus bis zum völligen Zusammenbruch führen kann.

Der Begriff Stress in der Medizin

Seit ungefähr 50 Jahren wird in der Medizin der Begriff Stress auch in Verbindung mit Erkrankungen verwendet. Überschreitet man seine individuelle physische und psychische Belastungsgrenze, so spricht der Mediziner von Stress und beschreibt damit einen Zustand, in dem der Mensch großem Druck, extremer Erregung, belastender Anspannung aber auch Angstgefühlen, Ärger oder einem Gefühl der Hilflosigkeit ausgesetzt ist.

Symptome einer Überbelastung durch Stress

Eine Überlastung durch Stress nimmt meist schleichend zu und kann sich, je nach physischer und psychischer Konstitution, durch sehr unterschiedliche Symptome bemerkbar machen. Zu den häufigsten Symptomen zählen Schlafstörungen, auftretende Depressionen oder auch innere Unruhe. Zudem können erhöhter Blutdruck, Kopfschmerzen bis hin zur Migräne, Herzrhythmusstörungen, Schwindelgefühl, Magen-Darm-Erkrankungen, Tinnitus sowie Hauterkrankungen und Allergien erste Anzeichen für Stress sein.

Stressbewältigung durch Stressmanagement

Auf bestimmte Situationen reagiert der Mensch mit bestimmten Verhaltensmustern. Zu diesen Mustern zählen beispielsweise ein "sich unter Druck" setzen, ein "Aushalten", angestrebte Konfliktvermeidung, extreme Passivität oder auch Hilflosigkeit. Gerade solche Verhaltensmuster sind aber von großer Bedeutung für die Entstehung von Stress. Um aus diesen oft automatisch einsetzenden Mustern auszubrechen und Stress gar nicht erst aufkommen zu lassen, bedarf es eines bedachten Umgangs mit solchen Situationen. Experten glauben, dass das so genannte "Stressmanagement" geeignet ist, Stresssituationen zu vermeiden oder wenigstens zu minimieren. Inzwischen werden von zahlreichen Institutionen Seminare oder auch Einzelberatungen angeboten, in denen Betroffene einen Blick auf ihr bisheriges Verhalten in solchen Situationen werfen und wichtige Verhaltenskriterien kennen lernen. Das Ziel besteht darin, sich in Stresssituationen und den damit verbundenen Konflikten klar abzugrenzen und die eigenen Bedürfnisse noch klarer zu formulieren. Auf diese Weise fördert Stressmanagement die aktive Auseinandersetzung mit den Problemen, die in einer stets komplexer werdenden Gesellschaft auf einen Menschen zukommen.

Wie funktioniert Stressmanagement?

Um den Einfluss von Stress zu verstehen, ist es zuerst einmal wichtig, die Reaktionen des eigenen Körpers auf Stress zu erkennen und auch zu verstehen. Stress führt beispielsweise sehr oft zur Anspannung der Muskulatur, was wiederum zu Kopfschmerzen oder sogar Entzündungen führen kann. Um solche Stressreaktionen abzubauen, müssen Betroffene zum Einen ihre individuellen Spannungsmuster kennen und zum Anderen lernen, durch neue Verhaltensweisen diesen Mustern entgegen zu wirken. Dies wird vor allem erreicht durch Übungen, die die Wahrnehmung des eigenen Körpers sowie vorhandener Spannungen schulen. Dadurch kann der Zusammenhang zwischen auftretenden Beschwerden und eigenem Verhalten unter Stress spürbar gemacht werden. In einzelnen Schritten lernen Betroffene dann, solche häufig unbewussten Verhaltensmuster selbst zu beeinflussen und idealerweise abzubauen. Hinzu kommen Atem- und Entspannungsübungen, die dabei helfen, eine ausgeglichene, seelische Verfasstheit herzustellen und sich in Stresssituationen auf das wirklich Wichtige zu konzentrieren.

Was verändert sich durch Stressmanagement?

Wer um den Einfluss von Stress auf das eigene Verhalten und die physischen Reaktionen weiß, der kann sehr viel besser auf einsetzenden Stress reagieren. Durch ein konsequent angewandtes Stressmanagement kann die Kommunikation mit sich selbst und anderen Personen sehr viel offener gestaltet werden und es kommt zu einer selbstbewussteren und handlungsspezifischeren Haltung. Weil die eigenen Belastungsgrenzen besser spürbar sind und eigene Bedürfnisse besser berücksichtigt werden, kann Stressmanagement psychischen und physischen Erkrankungen durchaus vorbeugen und hilft bei der Stressbewältigung.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Autor seit 5 Jahren
207 Seiten
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